LEBENS:mensch

Zum  Wort des Jahres 2008 ist in Österreich das Wort „Lebensmensch“ gewählt worden. Die Wahl steht in Zusammenhang mit dem Unfalltod von Jörg Haider und Personen, die ihn als ihren Lebensmenschen bezeichnet haben. Man geht davon aus, dass man seinen Lebensmenschen persönlich kennt oder gekannt hat. 

Drei Personen würde ich für mich als Lebensmenschen bezeichnen, obwohl ich sie nicht persönlich gekannt habe. Die „Bekanntschaft“ mit allen drei Personen fällt in die ersten zwanzig Lebensjahre. Es sind dies drei SchriftstellerInen, deren Bücher ich gelesen habe, die mein Denken angeregt und beeinflusst haben. Die Erste war Christine Lavant, eine mystische Lyrikerin, die in ihrem Gedichtband „Der Pfauenschrei“ für mich eine andere Welt geöffnet hat. Mit Alltagswörtern die Existenz, hinter unserer vordergründigen Welt, beschreibt: „Nicht in mir, nicht außer mir, ohne Heil und ohne Wunde tauch ich auf und geh zugrunde, zeitlich-ewig Sterbestunde.“ Der Zweite war Heinrich Böll, der in seinem Roman „Ansichten eines Clown“ die Befreiung des Hans Schnier aus den bürgerlichen, christlichen Wertvorstellungen erzählt. Die Doppelmoral beschreibt, zwischen dem Gebet am Sonntag in der Kirche und dem Alltag, der gelebt wird. Der dritte Lebensmensch ist Thomas Bernhard, mit seinem frühen Roman „Frost“. In diesem Roman zeigt er die  Trostlosigkeit auf dem Land, die Aussichtslosigkeit den Tälern zu entkommen. 

Lebensgemeinschaft.

6 Gedanken zu „LEBENS:mensch

  1. Hallo Schlagloch!
    Ich war nun schon ein paar mal hier und habe mir überlegt, was ich dazu sagen könnte……mir fällt nix ein. Geb´ich ungern zu…..
    Aber jetzt denke ich noch mal drüber nach und muss Dir recht gegen. Auch bei mir wären es Schrifstellerinnen, aber eher aus der letzten Zeit, denn früher hatten wir keine unzensierten Bücher. Sicher habe ich auch da viel gelesen…..was freigegeben wurde……Aber erst seit der Wende habe ich die Möglichkeit mir DIE Bücher auszusuchen, die ich lesen möchte, für die ich mich auch interessiere, und die Auswahl ist jetzt rießig groß!!
    Das finde ich so wunderbar an der heutigen Zeit, dass man per Internet zu fast Allem Zugang hat. Wäre früher unvorstellbar gewesen.
    Letztens sagte ich zu Jörg: „Stell Dir mal vor, ich hätte vor 20 JAhren gesagt, ich besuche mal schnell per Mausklick Australie, die USA, Frankreich,….“Die“ hätten mich eingesperrt!“
    Und DAS ist wahrlich KEIN Spaß.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsche ich Dir.
    Grey Owl

  2. bei mir war es hesse der mich zum nachdenken anregte, ansichten eines clowns sah ich als film, hat mich sehr beeindruckt.
    es gab danach noch viele bücher deren namen mir jetzt nicht einfällt, aber ich finde es wichtig das gelesen wird, es ist nahrung für den geist!

  3. Mir war der Begriff Lebensmensch unbekannt.

    Einer meiner Lebensmenschen ist mein ehemaliger Deutschlehrer vom Gymnasium, der mir in jungen Jahren seine Liebe zur Literatur und zur Sprache in eindrücklicher Weise vermittelt hat.

    Schönen Sonntag und liebe Grüße
    Mo

  4. Hallo GreyOwl!

    Eine Zensur hat es in Österreich nicht gegeben, aber viele haben sich der öffentlichen Meinung angepasst. Eines der wenigen Ereignisse, Bilder, die ich nicht vergesse, sind die TV- Bilder vom „Mauerfall“. Wie plötzlich tausende Menschen, Autos, über die Grenze nach Westberlin gestürmt und gefahren sind.

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo Mo!

    Der Begriff Lebensmensch wurde auch von Th. Bernhard verwendet. Einen Lebensmenschen haben wir gemeinsam, den Deutschprofessor. Er hat mein „Schreiben“ gefördert. Eine leichte Woche.

    Gruss schlagloch.

  6. Hallo Peter!

    Wie es mit dem Bücherlesen, in Zeiten des Web, weitergehen wird, ist noch ungewiss. Hermann Hesse wird immer aktuell bleiben, wir sind immer auf der Suche nach „dem Sinn“.

    Gruss schlagloch.

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