TAUSCH:handel

Auch an Orten, bei Wohnungen, wo die nächste Straße mehrere Hunderte Meter entfernt ist, kann man den Straßenlärm hören. An schönen Tagen, wenn der Wind weht und dazwischen aus einem angrenzenden Garten der helle Ruf eines spielenden Kindes. Gegen dieses Rauschen, das am frühen Vormittag und am späten Nachmittag am stärksten ist, gibt es keine Rechtshandhabe. Wir leben in einer Gesellschaft mit klaren Rechtsregeln, wir sind in einem stabilen Rechtssystem aufgewachsen. Es ist ein seltener Zustand, wenn es im Kopf völlig still wird, wir sind nicht nur dem Lärm von außen ausgesetzt. Die moderne Hirnforschung sagt, dass wir unsere Tätigkeiten unabhängig von unserem Willen ausführen. Wir bestätigen im Nachhinein die Entscheidung unsers Gehirn, dies ist der freie Wille. Wir haben die Möglichkeit etwas nicht zu tun, uns gegen unser Gehirn aufzulehnen.

Als Kind lernen wir, dass es menschliche Regeln gibt, jeder seine Freiheiten hat, aber keine endgültigen Freiheiten. Ohne Regeln würden wir ständig agieren, wir würden die Grenze des Nächsten überschreiten. Grenzenlose Freiheit würde uns in die Unfreiheit führen, das sichere Leben würde zur Unsicherheit ausarten. Jedes Lebensalter bietet andere Freiheiten, Lebensabschnittsfreiheiten. Die Freiheit der Jugend, bei Mode, Unterhaltung oder Verantwortung unterscheiden sich in vielen Punkten von den Freiheiten des Alters. Die unfreiste Zeit des Lebens ist die Zeit der Lebensmitte. Im Alter nützt man noch einmal die menschlichen Freiheiten aus, besitzt man ein gesundes Mass an Selbstbewusstsein und blickt auf sein Leben mit Selbstachtung zurück. Es ist die Zeit, sich noch einmal gegen gesellschaftliche Entwicklungen aufzulehnen, vieles nicht gut zu heißen. Sich nicht durch Jugend und Schönheit in das Abseits drängen lassen. Die einzige Grenze der Altersfreiheit ist die Grenze des eigenen Lebens, die Begrenztheit der Lebensjahre.

Altersfreiheit gegen Jugend.

7 Gedanken zu „TAUSCH:handel

  1. Du schreibst selbst: „Es ist ein seltener Zustand, wenn es im Kopf völlig still wird“. Das ist die eigentliche Unfreiheit, gegen die alles andere eher unbedeutend ist.

    Gruß
    Gerhard

  2. Hallo Gerhard!

    Im Zustand, „wenn es im Kof ganz still wird“, sehe ich die Freiheit vom Tun müssen oder sollen.

    Gruss schlagloch

  3. Hallo Schlagloch!
    Weiß Du, manchmal denke ich, ich möchte die Welt einmal in huntert Jahren sehen. Welche Menschen leben dann noch wie lange? Und wieviel Weisheit werden sie haben,…wer wird sie haben, welche werden sie haben…..?
    Es ist doch heute schon so, dass ärmeren Menschen Bildung verwehrt wird, sie in Einheitsschulen kommen, wo sie „was“ lernen, oder gar nicht lernen können, weil es zu viel Brutalität, Drogen und was sonst noch alles untereinander gibt.
    Im Grunde habe ich so die Befürchtung, dass Leute gar nicht mehr so alt werden, um sich gegen was auch immer zu wehren, oder ihre erfahrene Meinung kund zu tun, und wenn, sind es nur die Reichen, oder „oberen Klassen“, die ihr ganzes Leben lang nicht wirklich hart gearbeitet haben, sich auf Kosten anderer die Taschen voll gestopft haben, maßlos und rücksichtslos, bestechlich und unmenschlich waren.
    Ja, ich weiß,…eine düstere Zukuft,….wenn sich keiner dagegen wehrt, aber im Grunde leben wir ja schon mitten drin.
    Liebe Grüße,
    und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.
    Grey Owl

  4. Hallo GreyOwl!

    Dies sind düstere Zukunftsaussichten und ich hoffe, dass sie für die nachfolgenden Generationen nicht zutreffen. Für Europa würde ich sie ausschließen. Ich stufe mich in die untere Mittelschicht ein, mit lebenslanger Arbeit, aber sozialer Absicherung. Die „Probleme“ der Millionenstädte und der ärmeren Regionen kenne ich nur aus Fernsehberichten. Es ist zu hoffen, dass es dort zu menschlicheren Verhältnissen kommt. Mehr als die Hoffnung und manchmal eine Geldspende habe ich für die ärmeren Regionen nicht .

    Wie die Menschheit in hundert oder fünfhundert Jahren leben wird, ein großes ? .

    Gruss schlagloch.

  5. Grüss Gott Schlagloch,

    die Freiheiten jedes Alters finde ich schön und gut. Nur darf der Respekt und die Toleranz gegenüber dem Anderen nicht vergessen werden.

    Liebe Grüsse//Erika

  6. Hallo Erika!

    Das Entscheidende ist, dass Menschen im selben Alter miteinander respektvoll umgehen. Mit Gleichaltrigen hat man am meisten Kontakt. Respektvoller Umgang mit dem Anderem sollte zur Tagesordnung gehören. In 5oo Jahren…., falls es noch Bäume und Bananen gibt.

    Gruss schlagloch.

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