WAREN:welt

Ich sitze auf den Steinplatten, welche den Kabelschacht entlang der Eisenbahnstrecke zu decken. Vor mir liegt das Moor, hinter mir verläuft die Bahnlinie zwischen Villach und Tarvis . Im Kabelschacht hausen Schlangen, von der Ringelnatter bis zu der Hornviper. Hier haben sie ideale Bedingungen zum Überwintern, zu jeder Jahreszeit ganztägig Sonne. Auf diesem Stück des Radweges, entlang des Möselsteinermoor, finden sich mehr Schlangen als im Naturpark. Aus meiner Rocktasche ziehe ich den Ausdruck von „Ein neuer Mensch“, weil ich längere Texte öfter in gedruckter Form lese, als online am Bildschirm. Am Fahrradweg ist es ruhig,  das Hochwasser im Moor unterbindet den Fahrradverkehr,  die nächste Webseite drängt sich nicht in das Bild .

Der Föhn bricht vom Kanaltal in das Gailtal herein. Um mich bewegen sich die Sträucher, die Bäume, die Blätter der Birken fliegen vorbei und die gelben Blumen ducken sich im Wind. Im Tümpel zieht das dunkle Wasser die Augenbrauen kraus. Dem Wind beugen sich das Schilf und die Schilfkolben. Ein winziger Käfer kriecht die Jacke hoch, einmal ist Sonne, einmal sind Wolken. Von der Bundesstraße trägt der Wind die Fahrgeräusche der Autos zu, die zum Shoppen in das Einkaufszentrum unterwegs sind. Dort kommt man an und niemand kennt einen. Dann wird man für Stunden wer, weil man hier auf Weltniveau einkaufen kann, wie es die Manager immer betonen. Man ist in der Welt der Waren angekommen und telefoniert nach Hause, mit den Daheimgebliebenen, den Sitzenbleibern. Man spürt die Macht, mit der man entscheiden kann, wo man einkaufen wird. An der Kassa ist man eine Nummer, ein namenloser Betrag.

Am Abend leuchtet die rote Reklameschrift vom Einkaufszentrum bis nach Judendorf. „Frauen auf dem Judendorfer Feld“, bezeichnet Hans Piccottini, sein ganz in rot gehaltenes Metallobjekt. Am Judendorfer Feld gibt es einen neuen Supermarkt, ein Frauenhaus. Das Einkaufen, das Einräumen der Waren, das Kassieren, ist Frauenarbeit. Hinter der Glasfassade verrichten sie die Arbeit im Schweiße ihres Angesichts. Soll die Metallplastik gehängt oder gelegt werden, und wie sind die Furchen gemeint, die die Plastik durchziehen. Sind es die Ackerfurchen des Judendorfer Feldes, die mit jeder neuen Wohnanlage weniger werden oder die Furchen der Frauen.

Ein Zug fährt vorbei.

5 Gedanken zu „WAREN:welt

  1. Vielleicht sind die Furchen Symbol für Arbeit und gleichzeitig für das Durchpflügen des eigenen Lebensraumes

    Gruß
    Gerhard

  2. Hallo Gerhard!

    Die Ackerfurchen sind heute die Haupt- und Nebenstrassen, die unsere Landschaft durchziehen. Die Größe und Tiefe der Furchen am eigenen Körper hängt davon ab, mit welchem „schweren Gerät“ das Leben über einem drüber fährt.

    Gruss schlagloch.

  3. Mir wurde von einer Mitarbeiterin des Papierfachgeschäfts in
    der Körösistraße, Nr. 200, in Graz vor weniger als acht Tagen
    gesagt, ich möge „am Freitag oder Samstag“ in das Geschäft
    kommen.
    Es sollte über einen Computer-Ausdruck Klarheit geschaffen
    werden, der mir geschenkt wurde.
    Nun scheint mir aber dringender die Frage:
    Kann Jesus als lachend gedacht werden, kann Jesus je gelacht
    haben?
    Welche Autoren schienen Ihnen am ehesten geeignet, um eine
    positive oder negative Antwort auf die Frage zu begründen?
    Hochachtungsvoll
    Siegfried Paul Posch

  4. Ich würde zum Bild, das Nicolaus Cusanus von Jesus hat, zuerst
    fragen:
    Natanael erkennt Jesus im „Johannesevangelium“, 1,43-51, als
    „König Israels“.
    Eine Dame aus Wales und Frau Winkelbauer nahmen seit geraumer
    Zeit eine Terminvereinbarung für die Auslegung dieses Satzes
    zumindest nicht zurück. Eine dritte Dame kündigt mir, zugeich im
    Namen der Dame aus Wales und von Frau Winkelbauer, eine Antwort
    auf die Frage an, ob Jesus mit drei oder mit vier Nägeln gekreuzigt
    wurde; Kontaktadressen:
    Körblergasse 82A, 8010 Graz III. – Geidorf
    P.t. Johannes Winkelbauer, Bundes-Realgymnasium Kepler,
    Keplerstraße 1, 8020 Graz IV. – Lend
    Zum Begriff „König“ aber, der wohl seit dem Jahr 1007 insbesondere
    von Frankreich in Anspruch genommen wird, ist nach den Rechten
    des P r i m a s v o n B o u r g e s , des P r i m a s v o n L y o n
    und des P r i m a s v o n A r l e s zu fragen; drei Orte.
    Für diese Rechte scheinen mir zwei Orte entscheidend – nicht Orte
    Frankreichs.
    Welche zwei Orte sind hiefür entscheidend?
    Hochachtungsvoll
    Siegfried Paul Posch

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