ALLES:internet

Es freut einem, wenn ein junger Mensch für eine Woche zu Besuch kommt.  Liegt der Altersunterschied zwischen dem Gast und den Gastgebern zwischen dreißig oder vierzig Jahren, dann ist die Unterhaltung beim Mittagessen oder abends eine Bereicherung. Eine der ersten Fragen der Jungen ist, ob man einen Internetanschluss hat. Für sie ist das Internet der Ort, wo man sich schnelle Informationen holen kann. Dies betrifft auch den Ablauf des Aufenthaltes. Die Verlautbarungen in der Tageszeitung, ob für Kino, Veranstaltungen oder für den Schneebericht, haben kein Gewicht, es zählt das Internet. Ist auch ein Zugfahrplan im Haus, schaut man lieber im Internet nach. Meistens kennt man von einer Internetcommunity jemanden aus der nächsten Umgebung. Für das Studium hat das Nachschlagen in einem herkömmlichen Lexikon ausgedient, Vorrang hat das Onlinelexikon Wikipedia. Es gibt gegenüber der Verwendung des Internets keine Vorbehalte, es sollten verschiedene Regeln eingehalten werden. Das Krisengerede kann er nicht teilen, er freut sich auf die Dinge, die noch auf ihn zukommen werden. Allein, dass er in Europa geboren, studieren und arbeiten kann, ist für ihn ein Lottosechser.

Als Urlaubslektüre hat er neben den Studienunterlagen, die an Gewicht und Größe sperrige Jerusalembibel, mitgebracht. Eine Schwäche der Kirche sieht er  in einem  faden Internetauftritt.

Alles online.

9 Gedanken zu „ALLES:internet

  1. Grüss Gott Schlagloch,

    du sagst es! Genauso wie du es beschreibst ist es wenn meine Kinder zu Besuch kommen.

    Liebe Grüsse//Erika

  2. Hallo Erika!

    Der Generationenwechsel. Frank Schirmacher hat zum Internet ein neues Buch geschrieben, „Paybach“. Ich werde es lesen.

    Gruss schlagloch.

  3. Hallo Schlagloch!
    Ja, man gewöhnt sich nur all´zu schnell daran alles im Internet nach zu schlagen, nach zu sehen,….geht uns genau so…..und bei jungen Leuten ist das ja noch schlimmer.
    Ich bin, ehrlich gesagt, auch mal froh, wenn ich die Finger von den Tasten lassen kann. Auch deshalb diese „Pause“.
    Aber, wie Du siehst, bin ich ja schon wieder hier….grins….
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  4. Hallo GreyOwl!

    Früher dauerte im Kino die Pause für das Einlegen der neuen Filmrolle ca. fünfzehn Minuten. Heute geht alles schneller.

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo Schlagloch
    Eine Schwäche der Kirche sehe ich in den faden mitmenschlichen Auftritten. Ich denke für Kirche ist das Internet sowieso nicht der richtige Ort.
    Da geht es um anderes, was zwischenmenschlich stattfindenden sollte.
    Leider vermisse ich dieses Zwischenmenschliche manchmal in den hiesigen Kirchengemeinden, wo gelegendlich „unchristliche“ Entscheidungen getroffen werden.
    Wasser predigen und Wein trinken ..!

    Ja, danke .. die Zeitung ist angekommen. Erst löste sie Verwunderung aus und wäre fast zwischen der ganzen Werbung ungelesen im Altpapier gelandet.
    Doch dann hat Fidi nochmal genauer hingeschaut und sich erinnert, dass ich mal bei ihr nachgefragt hatte, wegen der Veröffentlichung.
    Sie hat sich dann doch sehr gefreut, meinte aber, vieles könne sie nur sehr schwer lesen 😉 Das fiel mir aber teilweise auch schwer. Nächstens nehme ich sie mal mit zu meiner Mutter, die ja auch immer an Dialekten interessiert ist.
    Liebe Grüße 😉

  6. Zu den faden zwischenmenschlichen und Online-Auftritten der Kirche gibt es Alternativen – eine Verbesserung wird für Kärnten in den nächsten Monaten vorbereitet. Aber insgesamt kann die Präsenz ja nicht interessanter sein als eben die Mitglieder, nämlich die Getauften.

    Und zu den Jugendlichen: Ihre völlige Enthaltung jeglichen kritischen Vorbehalts gegenüber ihrer Informationsquelle wurde von ihrer Elterngeneration ja überzeugend vorgelebt. Medienpräsenz und Bildungsverfall verstärken den Informations-Konsum.

  7. Hallo weichensteller .-)
    sicherlich ist es richtig das die Präsenz nicht interessanter sein kann, als eben die getauften 🙂
    Ich bemängel, das die Mitglieder keine Chance haben. Unsere Zuständigen in den Kirchengemeinden und ihre bischöflichen Arbeitgeber (in Deutschland) strotzen vor Machtgehabe.
    Personalentscheidungen werden geheim gehalten, nie erfährt die Gemeinde, warum jemand mit einem mal weg ist. Alles demokratisch und menschlich? Kein Stück. Die Entscheidungen treffen greise Kirchengemeinderäte, die jeglichen Neuerungen und Modernisierungen skeptisch und negativ gegenüberstehen, sowie übergeordnete Stellen, die kaum wissen, um was es da wirklich geht.
    So kann Kirche nicht funktionieren. Es ist schon für mich abschreckend, was denken erst die jungen Leute darüber, die sich engagieren wollten.
    Schade. Viele Chancen vertan.
    Grüßli zum Sonntag

  8. Liebe Schlafmütze!
    Auch mir ist das Getue oft zu fad. Ich reagiere, indem ich selber Sachen mache, die ich interessant finde. Und siehe da: Auch andere mögen es. Ein Problem habe ich dann eher mit den passiven Beobachtern, und auch zuweilen mit der diesbezüglich passiven und desinteressierten Kirchenleitung.
    Und die Personalentscheidungen sind bei uns genauso intransparent, obwohl alles viel kleiner und überschaubarer ist. Andererseits wünsche ich mir keine Personalentscheidungen, wo alle mitreden. Aber wenigstens die Betroffenen.

  9. Die sperrige Bibel mitzuschleppen finde ich komisch,
    wo es doch so gute und interessante Dinge im Netz
    zu finden gibt – zur Abwechslung vielleicht.
    liebe grüße
    elisabeth

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