LERN:schwierigkeiten

Wir können von den Haustieren lernen. In meinem Fall sind dies die Katzen Charly und Undine. Zu den Fähigkeiten von Undine gehört, dass sie  Zimmertüren öffnen kann. Zuerst kratzt sie, in zeitlichem Abstand, zwei- bis dreimal an einer Tür und schaut mich dabei fragend an, ob ich bereit bin die Tür zu öffnen. Zeige ich keine Reaktion, dann springt sie die Tür hoch, hält sich für einen kurzen Moment mit beiden Vorderpfoten bei der Türschnalle fest und die Tür ist offen. Charly liebt den Platz ganz oben auf der Garderobe, auf der sogenannten Hutablage. Um dort hinzugelangen mache ich ihm die „Brücke“. Auf den Befehl „hüpf halt“ hüpft er auf den gebückten Rücken, von dort auf den Schuhkasten und weiter auf die Hutablage. Lernen können wir von den Katzen auch,  jeden Tag ausgiebig zu schlafen und bei jedem Lärm in eine sichere Ecke zu verschwinden.

Nicht erst seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise ist das Schlagwort vom lebenslangen Lernen in aller Munde. Passiert es freiwillig, dass wir in späteren Jahren aufhören zu lernen oder machen wir aus der Not eine Tugend und behaupten, es ist unser freier Wille. In vielen Geistesströmungen wird das Loslassen als eine Tugend gesehen. Sollen wir dereinst von unserem Wissen loslassen, nicht wissend in den Tod gehen. Was bringt uns das Wissen, um am Ende zu sterben. Wir wissen um den Tod und wissen doch nicht, wann wir sterben. Das Wissen um unsere Sterblichkeit ist eine Strafe, Nichtwissen wäre besser.

Allwissend.

Ich wünsche  allen Leserinnen und Lesern erholsame Ostern.

10 Gedanken zu „LERN:schwierigkeiten

  1. Mein Urgroßvater, seines Zeichens bereits 100 Jahre alt, sieht das anders. Er empfindet das Wissen um den nahenden Tod als tröstlich.

    Ich hingegen tendiere dazu Dir Recht zu geben. Der Gedanke lässt mich, trotz allen Glaubens, frösteln.

    lG,
    Daniel

  2. Der Gedanke an den Tod wird gerne verdrängt da wir alle am weltlichen Leben haften. „Elisabeth Kübler-Ross“ hat dazu viele schöne Bücher geschrieben, die für mich sehr beruhigend und tröstlich sind und, die mir viel Kraft für mein Leben gegeben haben.

    Herzliche Grüße – für schöne und erholsame Ostertage –

    Doris

  3. Hallo Schlagloch!
    DAS finde ich doch schon mal sehr nachahmenswert, mehr zu schlafen und sich bei Lärm zu verziehen! (Ich stell´mir jetzt grad mal das Bild vor, wenn es alle so machen würden…….).

    Da wir in der Veränderung leben scheint es mir notwenig sich selbst auch stehts zu verändern, das heißt, immer wieder und neu dazu zu lernen.

    Nichts zu wissen, oder nichts wissen zu wollen, ist allemal sehr bequem. Man braucht sich mit nichts auseinander zu setzen. Aber ich glaube, sogar die Tiere wissen instinktiv….um den Tod. Nur, gehen sie wohl besser damit um….irgendwie…..und er, der Tod/die Tödin, ist eine Notwendigkeit,…..wenn Du erst einmal in diese Welt, in einem Körper geboren wurdest, denn es ist nur er, der Körper, der stirbt,…nicht wir, was doch schon mal sehr beruhigend und tröstlich ist.
    ….und „Allwissend“ sind wir, wenn die Grenzen unseres Körpers aufgehoben sind,….also, unser Körper tot ist…..dann gibt´s Antworten auf alle Fragen,….was das Ganze doch noch um Einiges spannender macht Oder?!
    Ganz liebe Grüße
    und noch einen schönen Freitag wünsche ich Dir.
    Grey Owl

  4. Hallo DerSinn!

    Den Urgrossvater kann ich verstehen, wahrscheinlich wird das Leben, der Alltag immer beschwerlicher. Vielleicht ist er auch mit seinem Leben zufrieden? Fuer mich ist noch vieles offen…

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo Doris!

    Von Kuebler Ross und Nahtoderfahrungen war in den letzten Blogbeitraegen „die Rede“. Ein gewisser Trost geht davon aus. Danke fuer die Ostergruesse.

    Gruss schlagloch.

  6. Grüss Gott Schlagloch,

    mit Begeisterung lese ich, dass deine Undine die Türe öffnet! Wir haben die Klinke der Toilettentür VERTIKAL angebracht damit der Rote einen nicht blossstellt während man Sitzung hat. Mich als Bock benutzt hat nur einer nämlich der Schnappi. Gell, Katzen sind grossartige Lehrer.

    Das Gerede vom Sterben ist, glaub ich, nur heisse Luft. Beim Sterben ist jeder der Erste.
    Zum Schluss eine Anekdote vom Ehegespons der einmal eine zeitlang Gehilfe vom Totengräber war. Der Totengräber, Hanne, pflegte zu sagen:
    Wenn des net aufhört mit der Sterberei, dann kommet mir au no dra.

    Liebe Karfreitagsgrüsse//Erika

  7. Hallo Erika!

    Erfreuen wir uns an den „Kunststuecken“ der Katzen und lassen die schweren Gedanken beiseite. Das Wetter ist fruehlingshaft und manchmal erschliesst sich der Sinn im Spiel.

    Gruss schlagloch.

  8. Alles Wissen ist letztlich umsonst – Betrachten wir es als ein Spiel, Wissen anzuhäufen!

    Schönen Sonntag!

    Gruß
    Gerhard

  9. Hallo Schlagloch .. frohe Ostern (das Fest der Auferstehung) 🙂

    Einerseits denke ich, wir sollten uns bewußter machen, das unser Leben endlich ist.
    Es könnte dem einen oder anderen leichter fallen, die Lebenszeit besser zu nutzen. Wir verschwenden unsere Zeit oftmals für Unsinniges, vergessen zu oft, wie kostbar doch Leben ist. Jede Sekunde kann die letzte sein.
    Andererseits muß ich zugeben .. auch mir ist der Gedanke manchmal unbehaglich .. je älter ich werde. Und dann versuche ich, nicht mehr dran zu denken 😉
    Schätzelchens Tante E. (jetzt 73 J.) sagte vor einigen Tagen zu mir: „Ich bin noch so neugierig auf vieles, zum sterben ist einfach noch keine Zeit.“ 🙂 Ich bin 20 Jahre jünger. Recht hat sie.
    Grüßli zu den Feiertagen 🙂

  10. Hallo Schlafmuetze!

    Die Neugierde ist eine gute „Lebensverlaengerung“. Eben las ich den Satz: Der Sinn des Lebens ist weniger eine Aussage, als eine Praxis. Sozusagen eine Lebenspraxis, die sich im Alltag bewaert, auch ohne Aussicht auf die Auferstehung.

    Gruss schlagloch.

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