ZIGAINA:rad

Die Radfahrer von heute können unter einer Vielfalt von Fahrrädern wählen. Die meisten haben einen Alu-Rahmen und sind mit allen technischen Raffinessen ausgestattet: Federgabeln, Nabendynamo, Scheibenbremsen, hydraulische Bremsen dazu ein Shimano Schaltwerk von 24 Gängen. Dem Verwendungszweck nach gibt es verschiedene Ausführungen, wie Mountainbike, Trekkingbike oder Citybike. Passend dazu eine funktionelle Radbekleidung, Schweiß absorbierend, in allen Farben. Die einen verwenden das Fahrrad für das sportliche Training, als Ausdauertraining für den Kreislauf, andere für einen gemeinsamen Familienausflug, zum Erleben der Gemeinschaft. Heute geht es beim Fahrradfahren um das Vergnügen oder um die körperliche Fitness. Aus Kostengründen und zur Verringerung der Umweltbelastung erledigt man Einkäufe im Nahbereich mit dem Fahrrad. Vereinzelt trifft man heute noch auf Landstraßen, sogenannten Feld- und Güterwegen ältere Frauen und Herrn mit einem Fahrrad der einfachsten Ausführung. Ein einfacher Antrieb mit Rücktritt und einer Vorderbremse, keine Federung. Hier ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel der Landbevölkerung. Man benützt es um am Sonntag die Verwandten zu besuchen oder vom Feld etwas heimzuführen. Die Fabriks- und Landarbeiter um am Sonntagnachmittag an einer politischen Versammlung teilzunehmen.

Die Radfahrer waren in den Fünfziger Jahren eine politische Macht. Die soziale Dimension der Fahrräder und ihrer Benützer bringt der Maler aus Friaul in seinen Bildern zum Ausdruck. In der Villa Manin, die Sommerresidenz der Dogen von Venedig, wurde sein Schaffen von 1942 – 2009, gezeigt. In den Fünfziger Jahren malte er Landschaften ohne Menschen, nur mit Fahrrädern in blau und grün Tönen. Bedrohlich wirken die Szenen wo zu den Fahrrädern die Sensen dazukommen. Das Fortbewegungsmittel und die Sensen als die Waffe der Landbevölkerung. Die Landarbeiter kommen in den späteren Bildern dazu, in Preußischblau. Am Rand der Bilder die Stumpen der abgeholzten Pappeln. Bei manchen Darstellungen verschmelzen der Fahrer und das Rad zu einer Kampfmaschine. Biciclette.

7 Gedanken zu „ZIGAINA:rad

  1. Hallo Schlagloch!
    Auf den Bildern von früheren Zeiten hatte alles eine Bedeutung.
    Gestik, Symbole, Farben, Gegenstände, usw…..und oft wurden auch darauf (geheime) Botschaften versteckt……nicht wie heute.
    Sei lieb gegrüßt
    Grey Owl

  2. Am Dienstag, dem 14. Juli 2010 um 7:47

    Auf dem Blog „Buchenhain“ scheint mir thema-
    tisiert, wie die Relation zwischen dem Weiblichen
    und dem Männlichen mit einer andern Relation
    verglichen werden kann. Ich erlaube mir daher,
    auf den „Leserkommentar“ vom „06.04.2010 08:27
    UHR“ zum Interwiew mit Frau Jepsen „Sexualität
    ist eine gute Gabe Gottes“ hinzuweisen. Die Bischöfin Jepsen über die Schönheit der Sexualität, eine verkrampfte Körperlichkeit als Wurzel von Missbrauch und die Notwendigkeit eines offenen Umgangs mit Prostitution.

    Leserkommentare:
    Auch in den USA wurde der Dalai Lama empfangen.
    Warum fragt niemand, wie es zu rechtfertigen ist,
    daß ein Kind zum Zölibat gezwungen wird? Der
    Dalai Lama wird als Kind zum Zölibat gezwungen.

  3. Hallo GreyOwl!

    Die Botschaft der Landarbeiter war in den fünfziger Jahren eindeutig, sie haben ihre sozialen Rechte eingefordert.

    Gruss schlagloch.

  4. Good evening, Schlagloch,
    Klassenkampf: was gäbe Anlaß zu denken, daß das
    Unfaßbare der Versklavung von Menschen durch
    Menschen doch einer Bewußtheit weicht? Die Ver-
    stoßung der Sklavin Hagar und ihres Sohnes Ismael
    durch Abraham malt Claude Lorrain: bei Lorrain ist
    Ismael ein Kind, welches Hagar noch nicht bis zum
    Gürtel reicht. Keine 200 Jahre später haben wir bei
    dem Belgier Navez noch einmal das Motiv der Ver-
    stoßung der Sklavin und ihres Kindes: wir blicken
    aber bei Navez keinem Kind ins Gesicht, sondern ei-
    nem jungen Mann. Der junge Mann bei Navez könnte
    aber, wenn wir genauer hinsehen, auch schon ein
    alter Mann sein. Ist Menschen Bewußtheit möglich?
    Yours truly
    S. P. Posch

  5. Herr S.P.Posch!

    Braucht es für ein glückliches Leben unglückliche Sklaven? Freiheit ist Bürde und Bürde verlangt ein anderes Bewußtheit. „Es gibt nicht mehr Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau, denn ihr alle seid „einer“ in Christus.“ (Gal.3.28)

    Gruss schlagloch.

  6. „Die Bischöfin der Nordelbischen Kirche, Maria
    Jepsen, … ist gestern zurückgetreten“. Diese
    Information beziehe ich vom Bildschirm des Com-
    puters hier auf dem Tisch, den ich gestern am
    Abend hochgefahren hatte. Hätte sie aber nicht
    vorher schon wegen des deutschen Humange-
    netik-Gerichtsurteils zurücktreten müssen, welches
    nunmehr das Leben von Behinderten als lebens-
    unwert zu erklären sucht? Dem deutschen Urteil
    gab auch der Österreichische Rundfunk Raum:
    einer Befürwortung im Namen der Ärzteschaft.

  7. Antwort auf „W.R.“

    Warum sagt der römische Erbbürger aus Tarsus und
    Apostel Jesu in seinem Brief an die Gemeinde von Ko-
    lossae, er schreibe mit eigener Hand? Hingegen sagt
    der Apostel Jesu Johannes in seinem Brief an Gaius,
    er wolle aufhören, mit Tinte und Rohrfeder zu schrei-
    ben. Warum?

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