urban:II

Urban sieht, dass die gegenüberliegende Fensterscheibe leer ist, so wird auch der Platz vor seinem Fenster leer sein. Er ist weiter auf der Suche nach frühen Anhaltspunkten für das bewusste Einsetzen seiner Beobachtungen während des Spazierganges. Ihm wurde beim Anhalten mit dem Auto in der Schütt bewusst, dass er mit dem Auto gefahren war. Beim Wegfahren hatte er im Rückspiegel seines Autos den alten Mann das Holz zerkleinern gesehen. Urban fragt sich, ob diese Begebenheiten Erinnerungen an seinen Spaziergang sind oder neue Wahrnehmungen, die er bei Beginn des Spazierganges nicht wahrgenommen hat, die ihm aber jetzt bewusst werden, da er zurückdenkt. Von jetzt an verzichtet er, seine Gedanken als Erinnerungen zu betrachten. Ohne, dass er beim Spaziergang etwas gemerkt hätte, ist er jetzt davon überzeugt, dass er im Mischwald einen roten Fleck gesehen hat, ein Teil eines ihm jetzt noch unbekannten Gegenstandes.

Um zu dem Gegenstand vorzustoßen und den Gegenstand mit einem Namen zu benennen, lässt Urban im Geiste Gegenstände vor seinen Augen vorbeiziehen, zu denen rot passen würde und die andererseits mit großer Wahrscheinlichkeit in der Schütt vorkommen könnten. Ein roter Ball, ein rotes Papier, ein roter Hut, ein rotes Kleid, ein rotes Auto ? Urban ist jetzt überzeugt, dass es ein rotes Auto gewesen ist. Wenn er diesen roten Fleck gesehen hat, so ist dies ein rotes Auto gewesen. Dieses Erholungsgebiet ist dafür bekannt, dass am Sonntag viele Familien mit dem Auto dort hinfahren und einen längeren Spaziergang unternehmen. Dies wäre eine ordentliche und bürgerliche Erklärung für den roten Fleck. Urban geht es aber darum, nachdem er das Rot als Auto definiert hat, weitere Schlussfolgerungen, die sich aus rot und Auto in ihm aufdrängen, zu fassen. Rot und Auto führen Urban zum für ihn nächstliegenden Reizwort, Liebe. Liebe identifiziert er mit rot, aber Liebe ist für sich allein isoliert, so nimmt er als Folge von Rot, Auto, von Rot und Auto , Liebe. Von Rot, Auto und Liebe als Bezugsperson Mädchen. Aus diesem wahrscheinlich nur gedachten Fleck hat sich für Urban eine ganz konkrete Situation entwickelt, Auto, Liebe und Mädchen.

Ein Gedanke zu „urban:II

  1. Das Automobil könne man überhaupt verbieten, um
    das Gesundheitssystem zu retten, hingegen: wenn
    die Homöopathie eine Illusion ist, so könne man sie
    ja trotzdem per Krankenkasse finanzieren, homöo-
    pathische Mittel würden ja preislich nicht sehr ins Ge-
    wicht fallen. Das wäre „Leserkommentaren“ zum Ar-
    tikel „Auch CDU will Homöopathie streichen“ – „12.
    07.2010“ – auf der „Tageszeitung“, Berlin etc., w w
    w. taz.de, zu entnehmen. Ich halte dafür, daß man
    Illusion ins Licht bringen soll, nicht sie gewähren las-
    sen. Aber: im Jahr 1838 u.Z. wurden die Eisenbahn-
    linien Berlin-Potsdam und Braunschweig-Wolfenbüt-
    tel gebaut. Gibt es ein ideologisches Element der
    Eisenbahn, welches sich von da her aufschlüsseln
    läßt?

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