THOMAS:bernhard

Gestern wäre Thomas Bernhard achtzig Jahre alt geworden. Einer seiner markanten Sätze lautet: „Die Ursache jedes Übels ist man selbst“. Er könnte damit gemeint haben, dass wir dazu neigen die Ursache für unsere Probleme bei anderen zu suchen. Anderen die Schuld an unserem Unglück zuzuschieben. Es gibt Lebenssituationen, die von anderen mitgesteuert werden, wenn man es dabei belässt. Für böse Menschen wird oft mehr Verständnis aufgebracht als für die Braven. In der Bibel steht, dass im Himmel mehr Freude über einen reuigen Sünder herrscht, als über hundert Gerechte. Die Frage ist, ob böse Menschen ein Unrechtsempfinden haben?  Sie sehen sich nie im Unrecht.

Es heißt, dass sich viele Menschen damit die Hölle auf Erden schaffen, indem sie die  Schuld bei anderen  suchen. Andere Menschen mit Vorwürfen überhäufen, die nicht stimmen und sich dabei selbst die Hölle bereiten. Die christliche Theologie sieht im Himmel und in der Hölle keinen jenseitigen Zustand. Die Menschen bereiten sich, durch gute Taten den Himmel und durch schlechte Taten die Hölle, hier auf Erden selbst.

Eine Eigenschaft, mit denen man sich die Hölle auf Erden bereiten kann, ist die Eifersucht. Es gibt nichts Konkretes, man bohrt  in Ereignissen und erwartet, dass aus den Bohrlöchern, Honig und Milch fließen, es kommt bittere Galle. Nebensächliche Vorkommnisse werden zu einer Geschichte entwickelt.

Fegefeuer.

7 Gedanken zu „THOMAS:bernhard

  1. Was mit „Die Ursache jedes Übels ist man selbst“ gemeint war und ist, ist m.E. vollkommen unklar. Ein jeder kann seine eigene Interpretation davon ableiten.

  2. Hallo Gerhard!

    Ich meine auch, dass das „Übel“ verschiedener Art sein kann, kein bestimmtes. Aber vieles liegt bei jedem selbst, wie er mit seinen Gefühlen umgeht, mit seiner Sicht auf den Alltag usw.

    Gruss schlagloch.

  3. Der Name eines Mädchens aus Afrika

    Völlig „absurd“ ist gewiß der „biblische“ Bericht über Martha
    von Betanien. „Jeder“ weiß doch – s. „Lukas, 10,38-42“: Je-
    sus weist Martha wegen ihrer Wichtigtuerei zurecht. Sie soll
    ihm zuhören, sagt er zu ihr, nicht ihm mit ihrer Bedienung
    auf die Nerven gehen. Was geschieht aber sechs Tage vor
    dem Osterfest, vor dem Jesus gekreuzigt wird? Jesus wird
    mit Lazarus, den die Hohepriester auch zu töten suchen, zu
    einem Gastmahl eingeladen: und Martha bedient Jesus – s.
    „Johannes, 12,2“ – w i e d e r ! Warum? Ist sie grenzenlos
    eifersüchtig und stur? Ich stelle die Frage aus folgendem
    Grund: es gibt bei uns ja nicht nur schwarze junge Herren
    aus Afrika, sondern auch schwarze junge Damen aus Afrika.
    Ein solches Mädchen wartete zuletzt zusammen mit mir bei
    der Kepler-Brücke in Graz auf eine Straßenbahn. Ich wurde
    allerdings „betrogen“, die Linie verlor wenige Meter weiter
    durch einen technischen Schaden einen Zug. Das schwarze
    Mädchen konnte mir aber in akzentfreiem Österreichisch,
    etwas hastig, erzählen: sie kenne ihren Vater nicht, ihr
    Vater wisse aber von ihrer Existenz. Ihre Mutter sei
    eine „Weiße“. Nun fragt man sich: wer gibt einem solchen
    Kind den Namen? Ein Name eines Kindes ist doch nicht et-
    was Nebensächliches. Herr Präsident Sarkozy verkündet
    auf „orf online internet“ vor weniger als viermal zwölf Stun-
    den: die multikulturelle Kultur sei gescheitert. Ich sprach
    zuletzt aus einem bestimmten Grund im Amt der Steier-
    märkischen Landesregierung, Wartinger-Gasse 43, in Graz
    (an der Mur, unweit der Kepler-Brücke) wegen gesetzli-
    cher Bestimmungen zu Namen, insbesondere in Dokumen-
    ten, vor. W i r müssen aber wohl nur trotzdem bedenken,
    daß w i r Orts- und Personennamen haben, die von den
    allerabsurdesten „Legenden“ herrühren: ich nenne als Bei-
    spiele „S a i n t – T r o p e z“ und „E v e l l i u s“, „Mär-
    tyrer“ eines präsumtiven Jahres 66 u.Z.

  4. OFF TOPIC

    Lieber Franz,

    das gibt sich mit der Zeit. Er vertimmt seine Schwester weil an den Eindringling nicht heran kommt. Wenn er zu grob wird, tadle ihn oder beschiesse ihn mit der Wasserspritze. Nach einer Weile, bei uns war das ein halbes Jahr, schaut er ihn nicht mehr an. Hoffe dir geholfen zu haben.

    Liebe Grüsse//Erika

  5. Grüss Gott Schlagloch,

    über Thomas Bernhard kam am WE ein Bericht auf 3sat. Erst war ich interessiert aber dann dachte ich, dass das schon ein komischer Vogel gewesen sein muss. Eifersucht! Für mich eher das Haar und nicht das Salz in der Suppe – froh wer sich daraus befreien konnte. Es gibt so einen blöden Spruch dass Eifersucht ein Liebesbeweis sei…
    “ dass aus den Bohrlöchern, Honig und Milch fließen, es kommt bittere Galle“
    Genau so ist das.

    Lliebe Grüsse//Erika

  6. Hallo Erika!

    T.B. ein komischer Vogel ? Da stellt sich die Frage, ob ein durchschnittlicher Autor die Verhältnisse in Österreich, in der Gesellschaft, mit dieser Radikalität offenlegen kann, wie er es getan hat!

    Gruss schlagloch.

  7. T.B. ist ein begnadeter Schriftsteller und selbst ich als Wenigleser habe große Hochachtung vor ihm.

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