SECHZIG:jahre

Verkauft man Gagartikel die zum sechszigsten Geburtstag verschenkt werden, wie Bierkrüge, Spruchtafeln, Kaffeetassen oder Schlüsselanhänger, dann spekuliert man darüber, was in den Menschen vorgeht, wenn sie Sechzig werden. Wie sehen die Gratulanten die Sechzigjährigen? Kauft eine jüngere Kundschaft ein Geburtstagsbillett zum sechzigsten Geburtstag, dann macht sie es unbekümmert, denn der Sechziger hat für sie keine Bedeutung, er ist etwas  was in der Zukunft liegt. Für sie liegt der Vierziger am Rande von ihrem Gesichtsfeld. Es gleicht einem Sehtest beim Augenarzt, wo geklärt wird, wie weit der Sehradius reicht. Sie kommen zur Feier, weil sie eingeladen sind. Mit Menschen die den vierzigsten Geburtstag begehen, mit denen können sie etwas anfangen, diese können bei den Gesprächen, den Aktivitäten, bei den Feiern der Jüngeren mithalten, auch bei den Liebschaften .

Einen ernsten Gesichtsausdruck haben die Fünfzig Plus, die Gleichaltrigen oder die etwas Älteren. Sie wissen oder haben es schon erlebt, welche Mühen die Jahre nach Sechzig bereiten können, denken daran, welche Veränderungen im Leben bevorstehen. Die Möglichkeit mit sechzig Jahren in Pension zu gehen wird sich nach den Forderungen der Pensionsexperten in diesem Jahrzent auf zweiundsechzig und danach auf fünfundsechzig Jahre verschieben. Beim Ausscheiden aus dem Berufsleben kommt es meistens zu Ehrungen, um die Verdienste der Firma, eines Vereins oder einer öffentlichen Körperschaft.

Ich schwanke  zwischen Verdrängung und Sarkasmus  über das Alter. Wer fürchtet sich im Wald und fängt dabei laut zum Singen an. Ich überlege mir, welche Grußkarte ich gerne hätte: Eine Edle mit Golddruck, eine Nostalgische, eine mit einem sinnvollen Spruch oder etwas Boshaftes: „Das Klappern der Gelenke hört man deshalb nicht, weil man in diesem Alter bereits schlecht hört.“

Neue Perspektiven.

8 Gedanken zu „SECHZIG:jahre

  1. Hallo Schlagloch 🙂
    Witzig, dass du den 60. Geburtstag zum Thema hast.
    Morgen machen wir in der Nachbarschaft eine 60 bunt und übermorgen ist die Geburtstagsfeier. Ich habe noch ein paar Jährchen bis dahin, aber mein Schätzelchen braucht nur noch 2 Jahre. Da denkt man schon mal so über das eine oder andere nach.
    Dieser Tage las ich eine Bekanntmachung in der Zeitung. Da wurde für „ältere über 55 Jahre“ der Eintritt um die Hälfte bei einem Festival reduziert. Frei nach dem Motto: Naja, der verzehrt ja nischt mehr und macht nichts kaputt, da kann der billiger rein. Gehört nicht mehr zur Zielgruppe :-/
    Da wird einem doch etwas mulmig, auch wenn man sich sonst noch ganz fit fühlt 😉
    Liebe Grüßlis .. 🙂

  2. wer mir jemals eine karte gibt wo mein alter draufsteht braucht in meinem gesichtsfeld gar nimmer erscheinen…;)
    kürzlich hab ich etwas von einem volk gelesen die im dschungel leben, die haben keinen zeitbegriff, die haben worte für licht und dunkel, also tag und nacht, mehr ist nicht nötig.
    es gab für alle einen ersten tag, viel haben wir damals nicht davon mitbekommen, und für alle wird es einen letzten geben.
    das reicht doch, oder?
    je mehr wir wissen und je mehr begriffe wir kennen umso belastender und schwerer ist es die kostbaren augenblicke des seins auszukosten bis zum letzten tropfen.

  3. Ich finde da sollten je nach Berufsstand und Einzelfall Unterschiede gemacht werden.
    Menschn, die ihr Leben lang körperlich schwer arbeiten, halten das nicht so lange durch, wie Andere, die das nicht tun.
    Ich möchte mal die ganzen Politeer sehen, wenn sie mit Sechzig zur Straßenbauarbeit verdonnert, oder an’s Fließband gestellt werden.
    Würde ihnen mal gut tun!!!
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  4. Hallo Schlafmütze!

    ……“ eine 60 bunt „, dies ist wohl etwas ähnliches wie der Polterabend vor der Hochzeit? Möglicherweise fühlt man sich mit neunundfünzig noch ganz fit, und bei dem Gedanken an die Sechzig fängt es da und dort an, weh zu tun. Bestimmt nur kurzfristig, unser biologischer körper kann mit den Jahreszahlen nichts anfangen.

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo Peter!

    Es stimmt, dass wir oft mit mit dem Planen der Zukunft mehr Gedanken und Zeit verbringen, als mit dem Augenblick.

    Gruss schlagloch.

  6. Grüss Gott Schlagloch,

    „Das Klappern der Gelenke hört man deshalb nicht, weil man in diesem Alter bereits schlecht hört.“

    Der ist gut 🙂

    Liebe Grüsse//Erika

  7. Hallo Schlagloch 😉
    Eine „60 bunt machen“ ist in unserer Gegend ein guter Brauch in der Nachbarschaft. Wobei das bunt machen für alle runden Geburtstage gilt. Kommt wohl noch aus der Zeit, wo es nur ein Programm im Fernsehen gab und jede Gelegenheit zum Nachbarschafttreffen genutzt wurde (auch ein neuer Briefkasten wurde „bunt gemacht“ 🙂 ).
    Aus Moniereisen (Betonstahl) wird die Zahl geformt und geschweißt. Sie hat ungefähr eine Höhe von 1,20 m. Dieser Monierstahl wird mit Grün (Buchsbaum, Thuja, Lebensbaum und ähnliches) und Draht umwickelt. Ähnlich wie ein Adventskranz. Dann werden Blumen oder Schleifen daran befestigt.
    Dieses „Bunt machen“ ist eine lustige Angelegenheit und wird natürlich zur Stärkung von einem Bierchen oder ein paar „Kurze“ unterstützt. Das ganze passiert am Abend vor dem Geburtstag. Dann wird das fertige Werk zum Geburtstagskind getragen und aufgestellt. Am besten im Vorgarten, damit Vorbeifahrende erkennen, das ein Geburtstag gefeiert wird.
    Das Geburtstagskind erwartet die Nachbarn schon mit Bratwurst, Suppe oder Schnittchen sowie ausreichend flüssiger Nahrung 🙂 .
    Wer das Vorfeiern nicht möchte, fährt weg oder geht ins Bett. Aufgestellt wird die Zahl dann trotzdem und man geht zu einem beteiligten Nachbarn und feiert dort noch etwas. Da ist niemand böse drum.
    Etwas schade ist, das diese Bräuche langsam verschwinden. Auch bei diesem Geburtstag war die junge Generation (so um die 20/25 J. ) nicht da, obwohl eingeladen.
    Grüßli 🙂

  8. Hallo Schlafmütze!

    Jetzt wissen wir auch in Österreicher was mit „bunt machen“ gemeint ist. Der Brauch hört sich sehr aufwendig, aber auch gesellig an und fördert sicher das Zusammenleben in der Nachbarschaft.

    In Kärnten gibt es den Brauch, das Geburtstagskind am frühen Morgen mit „Deutschen Kracher“ zu wecken. Der weitere Ablauf ist ähnlich, wie du es beschrieben hast.

    Gruss schlagloch.

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