AUTO:matismus

Im Berufsleben, mit persönlichen Kontakt zu den Kunden, wird es im Laufe der Jahre zur Selbstverständlichkeit, dass man die Kunden begrüßt,verabschiedet und ein paar Worte an sie richtet. Oft geschieht dies automatisch, ohne viel Nachdenken. Eine der unangenehmsten Phrasen der letzten Jahre ist der Satz: „An schean Tog noch“. Er kommt den meisten Menschen gedankenlos über die Lippen und ist in ganz Österreich zu hören. Egal, ob man einen Lebensmittelmarkt, eine Bäckerei, eine Trafik oder ein Papiergeschäft verlässt, nach einem Friseur- oder einem Arztbesuch, überall wird einem dieser Spruch nachgeschleudert. Dabei wird nicht unterschieden, ob jemand eine Glückwunschkarte zum Geburtstag oder ein Trauerbillett gekauft hat. Geht man im Supermarkt öfters an der selben Regalbetreuerin vorbei, dann wird man jedes mal automatisch gegrüßt, ohne das die Dame aufschaut. Dies ähnelt den Sensoren, die automatisch das Licht einschalten, sobald man an ihnen vorbeigeht.

Damit die Leute für einen Moment innehalten und lesen können, was sich hinter der Fassade des „schönen Tages“ verbirgt, habe ich mein erstes Buch „An schean Tog“ genannt.

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