VER:laufen II

Eine besondere Erfahrung beim Gehen macht man in der Lagunenstadt Venedig, wo man neben der Benützung der Vaporetto auf dem Canale Grande, sehr viel zu Fuß unterwegs ist. Nach den sogenannten Ameisenstraßen, wo sich die Fülle der Besucher durchschlängelt, kann man sich leicht orientieren. Sie führen verlässlich zu den Sehenswürdigkeiten wie Markusplatz, Rialtobrücke, Guggenheimmuseum oder Palazzo Grassi. Besteht die Absicht ein unbekanntes Stadtviertel zu erforschen wie, Cannaregio oder Castello, dann steckt die Tücke bei der Besichtigung im Detail. In den schmalen und verwinkelten Gassen, die oft nur körperbreit sind, kann man sich schnell verlaufen. Viele Gassen sind nicht beschriftet, die Häuser haben eine Hausnummer. Die Gassen machen oft einen Hacken und plötzlich geht es nicht mehr weiter oder sie enden an einem Kanal, aber es gibt keine Brücke. Sie  sind meist dann nicht vorhanden, wenn man dringend eine sucht. In dieser Situation hilft auch kein Stadtplan, weil man durch die Winkelzüge die Orientierung verloren hat. In so einem Fall ist es empfehlenswert umzukehren, zurück zu gehen, bis man sich an einem bekannten Ort neu orientieren kann und es noch einmal versuchen. Wie im Märchen, von einem Knaul Wolle den Faden hinter sich abspulen, damit man weis, von wo man gekommen ist.

Labyrinth.

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