SARA :brennt II

Gott, der Sara und Abraham einen Sohn verspricht, welcher der  Gründervater für das Volk Israel sein wird, wird während der Kirchenoper  nie greifbar, so unsichtbar wie heute.  Er lässt sich durch einen Engel, eine Stimme und eine Erzählerin vertreten, manches Mal ein Feuerschein auf der Zeltplane.  Manche hören ihn  sprechen und  erwarten, dass die Umstehenden, die nichts sehen und hören, an ihn Glauben und ihren Aussagen Glauben schenken. Die Musik lässt kein  mitfühlen um das Ringen nach Klarheit und Antworten zu,  zerstückelt kommen die Töne aus dem Seitenschiff, in der Nähe der Sakristei. Ich erinnere mich, dass dort das Ewige Licht brennt. Sosehr man sich bemüht bei der Musik zu verweilen, die Klänge brechen sofort wieder ab, eine musikalische Folter im Kirchenraum. Unerwartet setzt der Gesang Sarahs ein, fragend und fordernd, eine Kampfansage an Gott und die Männer. Als Leuchtschrift am Himmel die Texte, sie werden in roter Schrift auf einem Lichtbalken angezeigt, zum Mitlesen. Einmal werden die Decke der Stiftskirche und die Seitenaltäre für einen Moment von einem sanften, weichen Licht ausgeleuchtet und die Musik schweigt. Ein Lichtblick.

Am Tag der „Mariä Himmelfahrt“, da ich diesen Text verfasse,  hörte man in der Lesung von einem vergleichbaren Schicksal. Auch Maria kann es nicht glauben, dass sie ein Kind gebären soll, da sie mit keinem Mann „zusammenwohnt“.  Wieder wird von einer  Frau erzählt, die bedingungslos an die Verheißungen Gottes glaubt. Beidemal, bei Sara und Maria, würden die Geschehnisse einer medizinischen und biologischen Überprüfung nicht standhalten.  Aber haben wir heute noch den Mut so bedingungslos zu glauben, uns ganz den Verheißungen Gottes auszuliefern. Heute wollen wir kein Risiko eingehen, wir wollen gesicherte Straßen und Wanderwege, organisierte Busfahrten und Zeltfeste,  beständige Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen.  Für jedes Risiko gibt es eine Versicherung, man muss sie nur bezahlen können. Für die großen  Risiken, die Bewältigung der  Schulden- und Eurokrise, die Versprechungen der Minister. Offene Verheißungen.

Brand aus.

2 Gedanken zu „SARA :brennt II

  1. Ich durfte dieser Tage Gespräche führen, die im Augenblick eine Entscheidung notwendig machen: wenn ein 80 (achtzig) Jahre alter Mann, der österreichische Staatsbürger STRONACH, in Österreich den Sieg in einem Wahlkampf anstreben kann, der ihn möglicherweise zum Bundeskanzler machen soll, dann muß es jeder aktiv oder passiv Wahlberechtigte im Augenblick doch ablehnen, wenn ein BISCHOF im Alter von 75 (fünfundsiebzig) Jahren einen Rücktritt anbieten und einen Nachfolger erhalten soll.

  2. Herr Carduelis!

    Ein Achtzigjähriger ist zum biblischen Alter von Abraham, hundertfünfundneunzig Jahre, ein „Jüngling“!

    Gruss schlagloch.

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