E:bikes

Im letzten Jahrzehnt haben immer mehr Menschen ihre Vorliebe für das Radfahren entdeckt. Beigetragen hat dazu die Einsicht, dass es gesünder und billiger ist, im Alltag kurze Strecken mit dem Rad zurückzulegen. Im Stadtverkehr gibt es, bei der Begegnung zwischen Rad- und Autofahrern sowie den Fußgängern, eine Reihe von Gefahrenquellen. Gefordert wird eine gegenseitige Akzeptanz zwischen Auto- und Radfahrern und bei gegenseitiger Rücksichtnahme ist im öffentlichen Verkehrsnetz Platz für beide. Das Radwegenetz wird weiter ausgebaut und verkehrssicher gemacht. Für das Radfahren werben die Gesundheitsaposteln und die Fremdenverkehrswirtschaft. Seit kurzem werden E-Bikes zum Kaufen angeboten, dabei wird die eigene Muskelkraft bei Bedarf durch einen E-Motor unterstützt. Ich stehe als Radfahrer, der die Muskelkraft benützt, dem E-Bike skeptisch gegenüber. Es ist gut, wenn man zu Fuß schlecht unterwegs ist oder eine Unterstützung durch den E-Motor braucht um eine Steigungen zu überwinden. Ich kann mir vorstellen, dass sich E-Bikefahrer zu einer Gruppe zusammenschließen, um gemeinsame Ausflüge zu unternehmen. Argwöhnisch bin ich, wenn in einer Gruppe ein Teil mit E-Bike unterwegs ist und der andere Teil mit herkömmlichen Fahrrädern. Ähnliche Skepsis habe ich, wenn ein  Partner das traditionelle Fahrrad verwendet und der Andere ein E-Bike. Dadurch entsteht ein Wettbewerbsverzehr der Kräfte. Während der Eine mit Unterstützung des E-Motor bequemer und schneller die Strecke zurücklegt, fährt der Andere mit dem herkömmlichen Fahrrad hinterher und fühlt sich gestresst.  Ein ungleicher Wettbewerb tut einer Gruppe oder einer Paarbeziehung nicht gut.

Für mich bedeutet Rad fahren nicht ein fahren von Punkt A nach Punkt B, sondern für mich steht das Loslassen, das Entspannen und ein leichtes Konditionstraining im Vordergrund. Radfahren hat für mich meditativen, religiösen Charakter, es ist eine Kulthandlung. Das Wichtigste am Radfahren sind für mich die Pausen, in denen ich mich niedersetzte und die Beobachtungen in einem Notizheft festhalte.

Tagebuchnotizen.   

4 Gedanken zu „E:bikes

  1. Hallo Schlagloch 🙂
    Ich habe gerade eine einwöchige Radtour hinter mir. 380 km. Ohne E-Bike.
    Mit einer größeren Gruppe, in der auch Kinder und deutlich über 70 jährige mitfuhren.
    E-Bike wäre nichts für mich. Aber in der Verwandschaft gibt es eine Sie, etwas „muckeliger“ und von Asthma geplagt. Für die ist das E-Bike prima. Mit ihr mithalten kann ich jedoch nicht. Für ’ne Radtour mit ihr müßte ich so ein Rad ausleihen. Ungern.
    Liebe Grüße 🙂

    Habe vor einigen Tagen eine Deutsche getroffen, die seit 13 Jahren in Wien lebt. „Alles ist so wie hier“, meinte sie, „nur die Österreicher sind humorvoller.“ 😉

  2. Hallo Schlafmütze!

    Für eine gemischte Gruppe, täglich ca. 60 km mit dem Rad, toll! War bestimmt eine schöne Woche. Auch deine Meinung ist, wenn E-Bike, dann alle.

    Ein schönes Kompliment von einer „Deutsch-Wienerin“. Hinzufügen möchte ich noch, je weiter südlicher in Österreich umso humorvoller werden die Menschen. Humorvoller und Fantasievoller. Kärnten ist der Süden von Österreich.

    Gruss schlagloch.

  3. Hallo Schlagloch 🙂
    Das war eine ganz besonders tolle Woche. Es gab jeden Tag interessante Ziele mit Themen zum darüber nachdenken.
    Vielleicht schreibe ich dir einmal in einer Mail mehr. Da ich meinen Blog immer noch anonym führe, möchte ich keine Einzelheiten über die Tour veröffentlichen, dann würden sich von anderen Teilnehmern Rückschlüsse ziehen lassen.

    Schon klar, dass die Kärntner am humorvollsten sind 😉 Hab ich auch nicht anders erwartet.

    Die besagte Dame lebt überzeugt gerne in Wien. Übrigens der Liebe wegen. Hat aber auch gleich eine anspruchsvolle Arbeitsstelle gefunden.
    Grüßli 🙂

  4. Hallo Schlafmütze!

    Im Moment habe ich ein Problem mit den Kommentaren, da ich von „Spam“ überschwemmt werde, aber in Kürze soll ich eine neue WordPress Version bekommen.

    Schönes Wochenende, gruss schlagloch.

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