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Das Zillerbad in Warmbad-Villach gehörte bis zur Jahrtausendwende zu den  schönsten Freibädern in Kärnten, es wurde mit warmem Thermalwasser gespeist. Umgeben von einem großen Park war es vom Frühsommer bis in den Herbst ein gern besuchter Ort für Familien mit Kindern, aber auch für die Jugendlichen. Man hatte die Auswahl, unter einem der großen schattigen Bäume seine Decke auszubreiten und je nach Bedarf die Liegestühle in die Sonne oder in den Schatten zu stellen. Die jungen Burschen und Mädchen legten sich auf die Holzliegen rund um das Freibecken. Alle wollten etwas sehen und gesehen werden. Heute ist das Eingangstor mit einer Faserplatte verschlossen, das Drehkreuz verschoben und aus dem Betonboden des Schwimmbeckens wachsen Gräser und Sträucher. Die Türen und die Fenster zu den Duschen und Umkleidekabinen sind ausgehängt. Das Bad träumt von einem Entdecker.

In der Nähe weiden auf einer Wiese die Pferde vom nahegelegenen Pferdestall, Reitpferde, keine Nutztiere. Sie bereiten jenen Freude und Trost, welche ein paar Stunden bei ihnen verbringen. Auf der anderen Seite der Bundesstraße weiden Kühe und Schafe. Kühe, die in den Augen der Meisten von uns einen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Die Milch wird zu verschiedenen Lebensmittel verarbeitet, dann die Verwertung des Fleisches und aus der Kuhhaut wird Leder gegerbt. Als Menschen „grasen“ wir nicht die Wiesen, sondern die Geschäfte in dem Shoppingcenter ab.

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