riesen:burger II

Manche behaupten von sich, dass sie durch die Werbung nicht beeinflusst werden. Da wir täglich mit  Prospekten durch die Post, Anzeigen in der Zeitung, Spots im Fernsehen oder beim Lesen der Emailnachrichten mit Werbebotschaften konfrontiert sind, werden wir schleichend durch Werbung vergiftet. Es steht  in der Zeitung, am Wochenende minus 25 Prozent auf alle Sekt- und Champagnerflaschen,  minus 25 Prozent auf alle Waschmittel- und Weichspüler. Auf alle Geflügellebensmittel gibt es Minus 30 Prozent und dazu passend auf alle Blatt – und Beutelsalate sowie frischen Kräuter ebenso minus 30 Prozent. Alles dada im dada Supermarkt. Im Kopf macht sich eine ansteckende Erkrankung breit, man mutiert zum Rabattjäger. Beim Flanieren durch den Supermarkt wird man vom Jagdfieber erfasst und schleicht durch die Regalschluchten im Lebensmittelmarkt, wie einst die Indianer durch die Prärie. Ähnlich den Eingeborenen im Urwald auf der Suche nach einer Beute,  einem Tier oder einem Feind, welchen man erlegen möchte. Vorsichtig lugt man um die Regalecke und erspäht zwei Meter vorne weiter einen Rabattartikel, den man sich als Trophäe in den Einkaufswagen legt. Eine Beute wie einst der Kopf bei den Kopfgeldjägern. Wir sind Rabattjäger, auf der Suche nach dem günstigsten Preis.

Im Gehirn werden dabei bestimmte Regionen in Mitleidenschaft gezogen, sie reagieren nur mehr auf Preisschilder mit fetten Rabatten. Braucht es noch einen Einkaufszettel? Der bessere Weg ist, kaufen was gerade mit satten Rabatten angeboten wird und danach den Speiseplan zu erstellen. Bei den Aktionen finden sich alle Sorten von Lebensmittel, so gibt es bei zwei Stück Semmeln zwei Stück gratis dazu. Den Mengenvorteil bei Nudeln und Lasagne, zu zwei Packungen eine Packung gratis und das Frischfleisch von der Pute, dem Schwein und dem Schaf um 15 Prozent billiger.

Die fortwährende Vergiftung mit Rabattangeboten führt zu einem Werteverlust bei den Lebensmitteln. Niemand will für einen Mehrwert an Qualität mehr bezahlen. Auch Menschen, die es finanziell nicht notwendig haben jede Rabattaktion auszunützen, wollen keinen marktgerechten Preis mehr bezahlen, es muss billig sein. Die Werbestrategen haben mit uns über die Jahre eine Gehirnwäsche durchgeführt, ohne dass wir es gemerkt haben.

Richtig ist, was alle machen.

 

4 Gedanken zu „riesen:burger II

  1. Tja,Franz, nun läuft das aber schon jahrelang so! Nur wird die Spirale jetzt nochmal ein Stück weiter gedreht. Was geht noch? Dumping auf Dumping und nochmal Dumping.
    Es gehört vielleicht wieder eine Aufklärung her! Wenn ich für Brötchen das Doppelte oder sogar dreifache bezahlen soll, dann möchte ich auch SICHER wissen, daß die teueren Brötchen WIRKLICH besser sind. Ärgerlich ist immer der Gedanke, daß jemand zuviel verlangt! Wie soll man prüfen, ob der Preis gerechtfertigt ist?So denkt man wohl.
    Ich denke, man muß sich wieder mehr ums Essen kümmern und prüfen – das ist Bürgerpflicht. Richtig Zeit aufwenden und dort die Sachen holen, wo man um die Qualität weiß! Aber da kommen wir wieder zum Faktor Zeit!!! Wer will denn Zeit aufwenden für dies und jenes? Alles muß schnell, schnell gehen, für umfangreiche Sondierung ist kein Platz!

    Oder?

  2. Hallo Schlagloch
    Ich gebe dir recht, wir sind schon lange einer Gehirnwäsche unterzogen worden.
    Und mit dem Medium Internet, zieht die Preisschraube noch einmal fester an.
    Es ist auch schon lange für Verbraucher kaum mehr möglich, noch ehrliche Angaben über Produkte zu erhalten. Längst haben Lobbyisten aller großen Konzerne in allen Bereichen ihre Finger drin, besonders auch in den Medien.
    Helfen könnte nur: VERSTAND einschalten. Wenn ich nur billig, billig kaufe, kann ich nichts Hochwertiges erwarten.
    Ich denke da zum Beispiel auch an die Billigfliegerei, wo sich Menschen dann freuen, für 20 € nach Londern zu fliegen.
    Wie kann man denn nur sooo dumm sein? Das da am Personal ( Wartung, Crew, Abfertigung), sowie am Material (alte Flieger, Billigersatzteile) gespart wird, ist doch für jeden eigentlich klar, oder?
    Aber runter kommt ein Flieger ja immer .. !

    Grüßli zum Wochenende 🙂

  3. Hallo Gerhard!
    Wie du sagst, es wird noch weiter an der Dumping-spirale gedreht. Es ist noch nicht absehbar, was den Werbeprofis als Nächstes einfällt. Auf jeden Fall hat die aggressive Preisbewerbung auch das Vertrauen der Kunden beschädigt. Wie kann ich in eine Firma noch Vertrauen haben, wenn die selbe Ware einen Monat später um 50% billiger verkauft wird.

    Unsere Lebensmittel dort zu kaufen, wo sie wachsen bzw. erzeugt werden, soweit als möglich.

    Gruss schlagloch.

  4. Hallo Schlafmütze!

    Eigentlich sollte es einem der „Hausverstand“ sagen, dass bei den billigst-billig Produkten irgendwer die Zeche zahlt. Angeblich gibt es diesen „Hausverstand“, laut Werbung, bei einem Diskonter in Österreich zu kaufen.

    In einen solchen Billigflieger würde ich nie einsteigen, fliegen höchstens als Leiche.

    Gruss schlagloch.

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