genuss:student l

Menschen die in Pension sind, ich nenne es im Ruhestand oder noch lieber im Zustand der Muse, werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie Zeit hätten über die wirklichen Dinge des Lebens nachzudenken. Angelehnt an die Zeit des antiken Griechenland wo Diejenigen, welche nichts gearbeitet haben, nach Meinung der griechischen Philosophen ein wirkliches Leben geführt haben. Diese Personen konnten sich der Muse hingeben. Die Arbeit verrichteten die Sklaven, für sie fehlte die Zeit zum Nachdenken. Eine Ähnlichkeit mit der heutigen Akkordarbeit am Fließband, wo die Zeit zum Spekulieren fehlt. Fließbandarbeit habe ich am Beginn meines Berufslebens geleistet und dabei das eine und andere Mal davon geträumt, was ich am Abend niederschreiben könnte. Bin ich von der Arbeit nach Hause gekommen so war ich zumeist müde. Anderseits war es üblich, dass ich der Mutter  geholfen habe die Kühe zu versorgen, füttern und melken. Der Vater war noch bei der Feldarbeit oder im Holschlag. War die Stallarbeit erledigt war es meist acht Uhr abends. Jetzt war an das Niederschreiben von Gedanken  nicht mehr zu denken. Es fehlte der geeignete Raum, in der großen Bauernküche, wo sich das Familienleben abspielte, herrschte nicht die notwendige Ruhe. Das Schlafzimmer war ungeheizt, hatte ein  schlechtes Licht und es gab keine passende Einrichtung. So verendete mit dem Schlafengehen die Hoffnung etwas zu Papier zu bringen und wurde auf den nächsten Tag verschoben.

Stadtbibliothek

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert