wohn:turm l

Im Alltag einer Hausgemeinschaft gibt es immer Überraschungen, vor allem in den größeren Wohnanlagen, den sogenannten Wohnblocks. Die überdimensionierten Wohnsiedlungen kenne ich nur aus dem Fernsehen oder von einer Fahrt durch die Vorstädte von Wien und von Berlin, wo es riesige Wohntürme gibt. In diesen Hauptstädten strahlen die Wohnsiedlungen eine ordentliche Bauweise und gepflegte Instandhaltung aus. Anderes denke ich mir, beim Anblick der Wohnblöcke, nähere  ich mich der Stadt Laibach. Die Fassaden sind unansehnlich, die  Balkone verströmen den Eindruck als könnten sie jederzeit abbrechen. Die Siedlung ist in der kommunistischen Ära Jugoslawien gebaut worden und hat keine Sanierung erfahren. Als blockfreier Staat hatte Exjugoslawien einen eigenen Charakter unter den Ostblockstaaten. Den Besuchern, den Urlaubern, den Fremden ist man mit großem Misstrauen begegnet. Das Gesicht der Autofahrer ist bei der Zoll- und Passkontrolle in der Dämmerung von Neonröhren angeleuchtet worden. Die Zöllner haben die Pässe eingehend kontrolliert und seitdem es Computer gibt, diese zur Suche in der Fahndungsliste  benützt. Ohne Angabe von Gründen wurden das Gebäck, die Handtaschen und das Auto kontrolliert. Nach einer solchen Kontrolle, beim Grenzübertritt Görz, von Italien nach Jugoslawien, habe ich in der Stadt umgedreht. Von Neugörz bin ich zurück nach Italien gefahren und habe dort eine Urlaubswoche verbracht.

Personenkontrolle.

3 Gedanken zu „wohn:turm l

  1. Hallo Schlagloch,
    zu den Wohntürmen, die sich auch in Wien stetig vemehren, möchte ich sagen, je größer die Wohnblocks sind, desto einsamer werden die Bewohner.
    Früher, so in den 50ern, hatte man in den Wohnungen oft nicht einmal fließendes Wasser. Das WC, das von den Nachbarn mit benützt wurde, war am Gang und die Pasena, war der Treffpunkt der Nachbarn, wenn sie mit ihren Kannen Wasser holten. Die Parteien in einem zwei – bis dreistöckigen Haus kannten einander wie in einem Dorf.
    Dann wurden die modernen Wohnungen gebaut, in denen jeder alles drinn hatte, was natürlich erstrebenswert war, doch die Isolierung der Menschen nahm ihren Lauf. Man kannte die nächsten Nachbarn nicht mehr.
    So wechselte „gemeinsam und allein“ einander ab. Das ist auf allen Ebenen bemerkbar. Länder kämpfen um Autonomie. Kontinente demonstrieren Gemeinschaft, z.B. EU. Ich denke, wenn die Gemeinschaft dem Einzelnen genug Freiraum lässt, fühlt er sich geborgen, andernfalls bevormundet und somit wächst der Wunsch nach Selbständigkeit wieder stärker.
    In unserer polaren Welt gehören immer zwei Seiten zusammen. Geben und Nehmen.
    Gruß Jeremia.

  2. Hallo Schlagloch,
    auch zum Thema Personenkontrolle gibt es zwei Sichtweisen. Freier , unkontrollierter Grenzverkehr für Waren und Personen erleichtern das Reisen und vermitteln ein großes Revier.
    Es öffnet aber auch Tür und Tor für Schmugler und Kriminalität, die es seit den offenen Grenzen vermehrt gibt.
    Also auch hier ein „Für und Wider“
    Gruß Jeremia.

  3. Hallo Jeremia!

    Es ist einerseits herrlich, reist man heute in das benachbarte Ausland, kann man überall in Euro zahlen. Anderseits beklagt man gerade dieses Jahr, dass die Aufhebung der Grenzkontrollen den Menschenhändlern ihre „Arbeit“ erleichtert.

    Gruss schlagloch.

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