navi:frust I

Bei den Navigationsgeräten, die heute viel im Einsatz sind, ist nicht immer alles paletti. Als ich das erste Mal in einem Auto mit Navi mitgefahren bin, welches als die Errungenschaft vorgeführt wurde, hat mich ekelige Ansagerstimme echt genervt. Inzwischen dürfte sich einiges bei der Sprachausgabe verbessert haben. In unserer Stadt hat sich in diesen Sommer ein holländischer Urlauber einen zweifelhaften Ruhm erworben. Seine Absicht war, ein Lokal auf dem Villacher Hauptlatz, Fußgängerzone, zu besuchen und hat sich dabei total auf sein Navi verlassen. Er wurde vom Kaiser-Franz-Joseph Platz in eine schmale Querverbindungsstraße zum Hauptplatz gelotst. Diese historischen Altstadtgassen waren für Fußgeher oder für ein Pferd mit einem Karren gebaut worden. Der Urlauber hat seinem Navigationsgerät voll vertraut und sich von der Enge nicht irritieren lassen. Solange, bis er schlussendlich mit seinem Auto zwischen den Hausermauern stecken geblieben ist. Er musste mitsamt seinem Auto von der Feuerwehr aus dem Altstadtgässchen befreit werden.

Regelmäßig kann ich zuschauen, wie stolze Navibesitzer ihr Fahrzeug zurückschieben, weil die Warmbader- Allee nur zum Teil mit Kfz befahrbar ist. Die Durchfahrt wird durch zwei Säulen gesperrt. Mit einem Verkehrsschild wird zu Beginn der Straße darauf ausdrücklich hingewiesen: Durchfahrt nur für Radfahrer. In den Navis scheint diese Information nicht angekommen zu sein. Das gesperrte Stück würde eine Abkürzung bedeuten, der Weg auf der Umfahrungsstraße ist wesentlich länger. Heute will jeder schnell am Ziel sein.

Planlos.

4 Gedanken zu „navi:frust I

  1. Hallo Schlagloch,

    die Geschichte, wo ein Urlauber sich von seinem Navi leiten ließ, bis er dann mit seinem Auto, schlussendlich in einer engen Gasse in Villach stecken blieb und von der Feuerwehr befreit werden musste, habe ich vor längerer Zeit im TV auch gesehen.
    Das Navi sucht sich immer den kürzesten Weg zum Ziel aus, der dann doch nicht immer der befahrbarste ist, überhaupt wenn man es nicht ständig aktualliesiert.
    Mir ist es auch einmal passiert, als ich auf dem Weg zur Paulspromenade war, dass ich in einer nahe liegenden Gartensiedlung gelandet bin, wo es dann mit dem Auto nicht mehr weiter ging.
    Ich benütze aber trotzdem, auf noch unbekannten Strecken, mein Navi. Jedoch informiere ich mich vor Antritt der Reise auf einer ganz normalen Straßenkarte, also nicht planlos.
    Es gibt Menschen, die profitieren von der Technik und es gibt Menschen die kämpfen gegen sie an.
    LG. Jeremia

  2. Hallo Jeremia!

    „Es gibt Menschen, die profitieren von der Technik und es gibt Menschen die kämpfen gegen sie an.“ Diesem Satz kann ich nur zustimmen. Jeder kann selbst entscheiden wie viel er von den neuen Techniken nützt. Nur weniges lässt sich von der technischen Entwicklung verhindern und wenn, dann muss man vorher einschreiten, bevor es „geschlüpft“ ist.

    In die Paulapromenade gehe ich immer zu Fuß, da brauche ich kein Navi.

    Gruss schlagloch.

  3. Freilich macht das Navi manchmal krumme Sachen. Es nimmt auch manchmal nicht den kürzesten Weg, sondern höchst umständliche. Ich kann mich erinnern, mal so in Italien kurz vor dem Ziel noch einen 40-Minuten-Schlenker gemacht zu haben.

  4. Hallo Gerhard!

    Einmal werden die Jahre kommen, wo man sagen wird, warum hast du nicht das Navi benützt. In der Innenstadt benützen schon viele ein Apps am Handy zur Orientierung.

    Gruss schlagloch

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