piran:ok II

Oftmals ist es der Portier, den man bei einem Behördenbesuch zuerst begegnet. Viele Jahrzehnte üblich, in einer kleinen Kammer, mit vielen Glasscheiben, für einen Rundumblick. Zumeist wir man von ihm argwöhnisch taxiert, nach dem Motto: Woher kommt dieser, wohin will er, welches Anliegen führt ihn hierher in das Amt. Wer es sich bequem machen will steuert auf ihn zu und bittet um eine Auskunft. Oder man macht sich die Mühe und studiert die Hinweistafeln. Die Portiers, teilweise ist es auch die Posteinlaufstelle, finden sich in allen öffentlichen Institutionen wie Krankenhaus, Bezirkshauptmannschaft, an der Universität, am Landesgericht oder in der Landesregierung. Ab einer gewissen Betriebsgröße gibt es diese Institution auch bei den großen Industriebetrieben. Meistens werden die Gesichtszüge des Portiers freundlicher und Amtsstuben arbeiten schneller, wenn man einen akademischen Grad besitzt. In Österreich verneigt man sich davor auf jeden Fall um eine Stufe tiefer. Die Begegnung mit dem Portier  kann schon darüber entscheiden, ob man die Angst vor dem Amt ablegt oder ob man mit Zuversicht den zu ständigen Referenten ansteuert.

Bei einem Urlaubsaufenthalt ist es der Portier oder wie in den meisten Fällen, die Rezeptionistin, welche für den ersten Eindruck vom Hotel zuständig ist. Beschäftigt die Hotelleitung für diesen Posten eine kompetente Person, die Kompetenz und Freundlichkeit ausstrahlt, dann geht man mit einem angenehmen Gefühl auf das Zimmer. Die Portiers in den Mittelklassenhotels, obwohl geografisch sehr weit voneinander entfernt,  können sich doch sehr ähnlich sein. Die Dauer an Dienstjahren trägt das ihre dazu bei. Der erste Eindruck ist, durch ihre Uniform, imposant. Menschen in Uniform gehören nicht mehr zum Alltäglichen. Ausnahmen sind die Polizisten, die Eisenbahner und die Bundesheerler. Der zweite Blick trifft den suchenden, den unsicheren Blick des Portiers. Er weiß nicht genau, braucht es sein Eingreifen, ist seine Mithilfe erwünscht. Dabei immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, er könnte eine Geste des Gastes übersehen oder etwas falsch verstanden haben. Das Auf- und Abschreiten in  der Eingangshalle, der Gang zwischen den Aktivitäten, das ruhelose Umkreisen der Hotellobby, absolvieren die meisten Portiers mit verschränkten Armen und etwas vorgebeugtem Rücken. Je älter sie werden, umso ähnlicher werden sie einander und als Charaktere austauschbar. Sie verlieren, der eine mehr, der andere weniger, ihren persönlichen Körperausdruck. Der forschende und fragende Blick verändert auch ihre Gesichtsform, ich würde sagen, dass sich ihr Gesicht zuspitzt.

Nach langen Dienstjahren erstarren ihre Mundwinkel zu einem Dauerlächeln, ihre Worte kommen in Phrasen, weil es gilt in vielerlei Sprachen zu agieren. Mit stolz geschwellter Brust erklären sie dem Gast die Klima- und Heizungsanlage, das Thermostat zur Regulierung der Zimmertemperatur. Fragt man sie zur Fernbedienung für das Fernsehen, gilt ähnliches. Das Erklären des Zimmertelefons, spielt für die älteren Busreisenden noch eine Rolle, ansonsten hat es schon nostalgischen Charakter, weil die Meisten mit dem Smartphone anreisen.

Die Concierge sind oftmals die ersten und die letzten Menschen mit denen man im Hotel Kontakt hat, dabei sind sie beim Hotelpersonal in der Hierarchie die Letzten.

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