auf:wiedersehen

Außer mit dem üblen Nachruf, Einen schönen Tag noch, wird man in manchen Geschäften noch mit dem traditionellen Auf Wiedersehen  verabschiedet. Üblicherweise wenn man sich zum Gehen wendet, auf die Ladentür zuschreitet. Das Gegenstück, wenn man beim Eintreten in das Geschäftslokal mit einem Grüß Gott begrüßt wird. Im ersten Moment war mir nicht klar, lag das Auf Wiedersehen der Backwarenverkäuferin sofort nach dem Bezahlen ihrer Absicht zu Grunde in die Mittagspause zu entschwinden? Ich war gerade dabei aus meiner Jacke eine kleine Plastiktragtasche zu ziehen, um die Backwaren zu verstauen. Ich ordnete den Gruß der Verkäuferin der Absicht zu, nach Hause zu gehen. Heutzutage arbeiten viele Frauen als Teilzeitkräfte, war für sie Dienstschluss? Dies war nicht der Fall. Zur Erklärung bekam ich die Bemerkung, stehe ich vor der Tür, wäre es für einen Abschiedsgruß zu spät. Meinem Empfinden nach war ich von der Absicht, die Bäckerei zu verlassen, weit entfernt. Es dürfte die Art der Verkäuferin sein, alles in einem Aufwaschen zu erledigen. Den Willkommensgruß, die Bedienung, das Kassieren und die Verabschiedung, alles non Stop. Ohne darauf zu achten in welchem Stadium sich der Kunde, die Kundin gerade befindet. Meinem Gefühl nach schlimmer als bei einem österreichischen Lebensmitteldiscounter, dort habe ich Gefühl, ich soll möglichst schnell aus dem Kassenbereich verschwinden.

Die Kassiererinnen und Kassierer bei manchen Nahversorgern sehen es als Rallysport die Lebensmittel so schnell als möglich am Scanner vorbei zu schleusen. Es ist ein sportlicher Wettbewerb, den Warenberg möglichst rasch von einer Seite auf die andere zu schaffen. Hier trifft in umgekehrter Reihenfolge das Sprichwort, wie man es manchmal in einer Werkstatt sieht, zu: Wir sind hier bei der Arbeit und nicht auf der Flucht. Hierzu könnte ich bemerken, wir sind hier Kunden und keine fliehenden Bankräuber.

Selbstbedienung

2 Gedanken zu „auf:wiedersehen

  1. Alles halb so schlimm.
    Wegen individueller Verabschiedung: Wenn eine Kassierin den Kunden jedes Mal individuell und auf ihn abgestimmt verabschieden würde, dann würde das in der Summe einen gewaltigen Energieverbrauch bedeuten. 500 Kunden an einem Tag oder lassen wir es mal 200 sein! Früher, in einem Tante-Emma_laden, waren es vielleicht mal 40 Leute über den Tag verteilt, da konnte man das zumindest halbbewusst gut erledigen.

  2. Hallo Gerhard!

    Stimmt, „Alles halb so schlimm“. Wahrscheinlich ist diese Beobachtung meiner Empfindsamkeit geschuldet, da ich fünfundvierzig Jahre im Verkauf gearbeitet habe. Natürlich hatte ich im Tag keine 200 Kunden zu verabschieden. Die heutige „Stimmung“ im Kassenbereich ist mir einfach unangenehm.

    Gruss schlagloch.

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