auf:schreiben I

Beim Durchblättern der Lokalzeitung einen Blick auf die Todesanzeigen zu werfen gehört nicht zu meinen täglichen Gepflogenheiten. Manches Mal ist dies unvermeidbar oder es handelt sich hierbei um einen Streich meines Unbewussten. Erregt eine Todesanzeige meine Aufmerksamkeit, dann sehe ich genauer hin, in welchem Alter die betreffende Person verstorben ist. Zugleich stelle ich einen Bezug zu meinem Lebensalter her. So stelle ich fest, dass mein Jahrgang immer öfter in den Todesanzeigen vorkommt, mit jedem Jahr in ein mögliches Sterbealter vorrückt. Mich vor kurzen noch unvorstellbaren Jahreszahlen nähere. Um Vergleiche bemüht bin, was ich bis dann und dann, in den offenen Jahren noch verwirklichen könnte. Dabei nehme ich Maß an der Zeit, welche ich mit dem Verfassen meiner literarischen Beiträge verbringe. Beim Blick auf das Schreibtempo eine Kopfrechnung durchführe. Bei soundso viel Zeitaufwand für das Zurechtschleifen eines Textes, von der ersten Notiz bis zur Veröffentlichung im Blog und bei soundso vielen Tageheften wird rein Versicherungsmathematisch einiges von den Vormerkungen unbearbeitet bleiben.

Nach einem arbeitsintensiven Berufsleben gibt es einen Hang zum süßen Leben, soweit es die Pension erlaubt. Den Trend einen Teil vom Tag in sportliche und gesundheitliche Programme zu investieren. Kurztrips in das benachbarte Ausland, nicht um mich zu Erholen, sondern um neue Eindrücke zu sammeln. Dahinter steckt das Interesse an fremden Landschaften, Städte, Kulturen und Menschen. Gleichzeitig erfahre ich, dass Erholung, gutes Leben und Genuss dem literarischen Schreiben diametral gegenüberstehen. Diese Empfindungen schließen sich gegenseitig aus.

Schreibstube.

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