hand:schrift I

Nach der Veröffentlichung meines Beitrages, Handke Handschrift, gab es einige Kommentare zur Frage, warum schreiben wir ein Tagebuch? Kann die heutige Schreibschrift von den Nachkommen noch gelesen werden und wer von den nächsten Generationen hat überhaupt Interesse an den Notizen? Vieles wird heute durch die Social Media dokumentiert.

Zu diesen Fragen gibt es unterschiedliche persönliche Zugänge. Die Motive und Überlegungen werden verschieden sein. Von meinen Wahrnehmungen glaube ich, dass diese bei den allgemeinen Bestandsaufnahmen durch den Rost fallen. Die Tagebuchschreiber haben es ungemein schwer, erfolgen diese in einer ausführlichen Sprache. Von vielen Lesern wird dies als weitläufig, abwertend als abschweifend gesehen. Heute, wo zumeist in einer verstümmelten Sprache kommuniziert wird. Dazu gesellen sich eine Vielzahl von Icons. Gehört man zu einer Facebook oder zu einer WhatsApp Gruppe bedauert man es öfters, dass jeder Schahs veröffentlicht wird.

Waren die Zeiten für Tagebuchschreiber schon einmal besser? Mit meinen Beobachtungen bemühe ich mich die Skurrilität unseres Alltagslebens einzufangen. Details, welche von den großen Medien bei ihrer Berichterstattung in sträflicher Weise vernachlässigt werden. Auch Fragen zu stellen, kindische, absurde und manche mögen meinen, verrückte Fragen. Hier ist jeder eingeladen darauf zu antworten. Mir geht es nicht darum mein persönliches Leid oder Seelenmüll nach außen zu stülpen. Meine Orientierung zielt darauf, abseits vom Mainstream Vorkommnisse zu erfassen. Wer nicht in den Seitenblicken vom TV und den Zeitungen vorkommt, wird gerne übersehen, der Herr und die Frau niemand.

Fünf Sekunden

2 Gedanken zu „hand:schrift I

  1. Das Tagebuchschreiben habe ich, seitdem ich zuhause bin, fast ganz aufgegeben. Fast 20 Jahre begleitete es meine Tage.
    Jetzt hätte ich mehr Zeit dafür…aber da soviel mehr jetzt passiert, ist das alles nicht mehr festhaltbar.

  2. Hallo Gerhard!

    Früher hat mir der Beruf den Alltag strukturiert, jetzt braucht es täglich neue Strukturen. Zeitweise nimmt man sich zuviel vor und muss etwas anderes vernachlässigen. Meine Tagebucheintragungen sind nicht „umfassend“ sondern punktuell. Dabei passiert es, schlage ich mein „Büchlein“ auf, sehe ich, dass die letzte Eintragung eine Woche zurückliegt.

    Ein Beispiel für einen „punktuellen“ Eintrag im Tagebuch ist die Anregung, welche dem Eintrag Literatur im Zeichen der klugen und der törichten Jungfrauen , zugrundeliegt.

    Gruss schlagloch

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