…nie wieder.
Nach der Veröffentlichung von einigen Texten in der Literaturzeitschrift Sterz besuchte ich den Herausgeber Gernot Lauffer in Graz. Seine Altbauwohnung befand sich in der Inneren Stadt. Ein breites Stiegenhaus, versehen mit einem imposantem schmiedeeisernem Geländer führte in die oberen Stockwerke. Die Wohnungstür war eine Doppeltür mit zwei Flügeln und extra hoch. Die Lebensgefährtin begleitete mich durch die Wohnung hinaus auf den Balkon. Heute würde ich ihn als Vogelnest bezeichnen, ein runder, freitragender Balkon mit Blick in den Innenhof. Ein runder Tisch, zwei Campingstühle und Platz für zwei Leute. Der Sterz Herausgeber begrüßte mich mit einem Fragezeichen: “Sind sie der Verfasser der Zahnarztgeburt? Ich habe sie mir nach der Lektüre der Texte ganz anders vorgestellt, sie vermitteln einen ganz “normalen Eindruck”, ein seriöses Auftreten”. Mein Auftreten war dem Beruf geschuldet, mein Inneres durfte sich frei bewegen. Ein Auszug:
BEWEGUNGEN SIND SCHMERZEN. BECKEN HEBEN UND SENKEN. SCHAMHAARE KIPPEN. TRÄNEN. SPEICHEL. SCHMERZ. WEGSCHLECKEN. KÜSSEN. ZUHÖREN. KEINE GEBURTSURKUNDE. SPRACHE. NACHKOMMEN. VÄTER MIT MESSERN AM TISCH. SCHWÄNZEN. BÄRTEN. EIN GEDRITTELTER KÖRPER IST EIN GUTER KÖRPER. SCHMERZLOS. WILLENLOS. GESCHLECHTSLOS. MONTAG IST ENTLEERUNGSTAG. KOPFMÜLL. HAUSMÜLL. UNTERLEIBSMÜLL. ZUR SCHAU STELLEN. AUSSORTIEREN. WIEDERVERWERTEN. WIEDERGEBURT. ALLES KOMMT WIEDER. DIE BLÜTEN. DIE ANGST. DIE BAKTERIEN. OTTO WILL EINE NORMALE GEBURT. NIE WIEDER EINE ZAHNARZTGEBURT. ALS LACHER IN DIE WELT KOMMEN.