Arnulf Rainer…

Mein Radius mit der Bahn zu verreisen ist kleiner geworden, so nehmen die Beiträge zu den Erlebnissen beim Zugfahren ab. In den letzten Jahren trägt dazu auch bei, dass sich das Verhalten der Bahnreisenden verändert hat. Es reisen jetzt mehr Jugendliche mit der Bahn und die Meisten zücken nach dem Niedersitzen das Smartphon. Dazu gehören die Kopfhörer zum Musik hören. Begehrt sind die Abteilplätze wo ein Tisch zur Verfügung steht, dort lässt sich der Laptop gut platzieren. Der Gedankenaustausch während der Zugfahrt mit dem zufälligen Sitznachbar wird immer seltener. Die Kommunikation findet außerhalb des Zugabteiles statt, man bleibt in seiner Online Blase. Erst kürzlich habe ich von einer Frau, welche in der anderen Sitzreihe saß gehört, dass sie sich bei ihrem Sitznachbar für das Gespräch während der Fahrt bedankt hat. Dabei bedauernd festgehalten, dass es kaum noch solche Gelegenheiten gibt.

Die Zugverbindung Villach / Salzburg wird auch von den heimreisenden Urlaubern aus der Region des Gasteinertals verwendet, aus den Urlaubsorten Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein. In Badhofgastein setzte sich ein älteres Ehepaar mir gegenüber, zuerst war ich beim Verstauen der zwei Koffer behilflich, die Rucksäcke fanden auf dem Nebensitz von mir Platz. Sie sorgten sich, ob sie in Salzburg den Anschlusszug nach Wien erreichen werden? Die Frau hat sich am Smartphon abgemüht, wo sie den Fahrplan gespeichert hatte. Der Mann sichtlich müde, ist eingeschlafen. Ich habe ihnen von der Durchsage der Zugbegleiterin, dass in Salzburg alle Anschlusszüge erreichbar sind, berichtet. So sind wir in das Gespräch gekommen, über zehnmal haben sie bereits in Badhofgastein Urlaub gemacht. Mit fortschreitendem Alter wird es für sie immer beschwerlicher mit viel Gepäck zu verreisen. Ein Urlaubsaufendhalt braucht eine umfangreichere Garderobe. Zuhause sind sie in der Umgebung von Baden bei Wien. Dies gab genug Stoff zum Erzählen, ich habe einige Male in Baden eine Reha Kur absolviert. Gegenseitig haben wir uns, von der Schönheit Badens, vorgeschwärmt. Vom Kurpark, dem Rosarium, den Caféhäusern und Konditoreien und den engen Gassen. Wenig begeistert war die Dame von der Kunst des Malers Arnulf Rainer, dem in Baden ein eigenes Museum gewidmet ist. In der letzten Ausstellung wurden übermalte Bilder gezeigt, wo vielfach nur mehr eine schwarze Leinwand zu sehen war. Das Museumsgebäude, das historische Frauenbad, ist das letzte Kurbad der Stadt mit erhaltener Bäderarchitektur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert