Dampflock…

Die Printmedien haben ihre Titelseiten ganz flächig mit den Bildern von den Waldbränden vereinnahmt, diesmal war es von der Feuersbrunst in Europa. Vor Jahrzehnten kannten wir aus der Berichterstattung die Buschbrände in Australien. Der Waldbrand im Kanaltal kam der Grenze von Kärnten schon sehr nahe. Die Berichterstattung in den Regionalzeitungen wird umso ausführlicher, je näher ein Geschehen dem Bundesland rückt. Über die Jahrzehnte habe ich zu meiner Zufriedenheit noch keinen Waldbrand größeren Ausmaßes erlebt. In der Kindheit konnten wir vom Politzner Berg aus beobachten, wie im Frühjahr und im Herbst entlang der Bahnstrecke von Zeit zu Zeit an der Böschung ein Brand aufgeflammt ist. Diese lokalen Brände wurden vom Funkenflug der Dampflock ausgelöst und erloschen von selbst. Bei einer Fahrt in die Steiermark, zu einem Ferienlager von der Jungschar, wurde der Zug von einer Dampflokomotive angetrieben. Damals konnte man die Zugfenster noch händisch öffnen und schließen, je nach Bedarf. Keinesfalls durfte im Waggon Zugluft herrschen, dann wurde man von den Mitreisenden zurechtgewiesen. Aus dem offenen Fenster habe ich mich hinausgelehnt, um möglichst hautnah die Landschaft zu erleben. In der Unterkunft habe ich beim Hemdenwechsel gesehen, dass das weiße Hemd schwarz von dem Rußpartikel der Dampflock war.  

Eine Augustwoche mit Temperaturen über dreiunddreißig Grad erlebte ich dieses Jahr in der Mozartstadt Salzburg. Neben dem Besuch von Vorträgen der Salzburger Hochschulwoche hatte ich auch Museumsbesuche geplant. Auf Grund der hohen Mittagstemperaturen verzichtete ich darauf und begab mich schnurstracks nach den Vorträgen zum Mittagsessen in die Mensa. Das Küchenteam versuchte die Speisenauswahl den tropischen Temperaturen anzupassen. An einem Tag gab es zu Mittag eine Kalte Tomatensuppe, als Freund eines Tomatensalates versagte mir bei der Kalten Tomatensuppe der Appetit. Ein erprobtes Mittel gegen die Hitze waren die an jedem Kiosk erhältlichen Fächer, mit einem Mozart Konterfei oder einer Ansicht von Salzburg. Die Fächer schafften es bis in die Aufführungen im Festspielhaus, wie beim Solistenkonzert von Evgeny Kissin. Technikaffin gaben sich die Touristen aus dem asiatischen Raum, in der Hand hielten sie einen elektrisch betriebenen Ventilator.

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