06.07.2003   ERD . RUTSCH

Lange Regenperioden führten im Drautal in den sechziger Jahren zu Überschwemmungen und im schlim-msten Fall zu einem Hochwasser. Auf der Sonnseite des Drautal lösten starke Regenfälle Erdrutsche aus. Mitte der siebziger Jahre gab es eine verregnete Osterwoche. Von den Hängen  kamen Bäche herab, versickerten auf ebenen Ackerböden, brachten Straßenböschungen ins Rutschen und verlegten die Straße. Oberhalb von einem Haus löste sich eine Erdmure, durchbrach die Hausmauern und rauschte durch das Schlafzimmer auf die Strasse. Es klaffte im Haus ein riesiges Loch und dieses war jahrelang zu sehen. Ein anderer Erdrutsch riss eine Wohnbaracke mit auf die Strasse. Wo vor einer Minute ein Haus stand war plötzlich nichts. Am Politznerberg  öffnete sich, wo der Steilhang in eine Hochebene übergeht, eine große Erdspalte. Viel Wasser floss in die größer werdende Spalte, sammelte sich darin und es drohte der ganze Hang abzurutschen. Mehrmals am Tag stiegen die Bewohner den Berg hoch um die Erdspalte zu beobachten. Viele Häuser standen in der Gefahrenzone. Es war als wollte sich die Sonnseite mit dem Talboden vereinigen.

Die Regenfälle hörten auf.

13.07.2003   HITZE . WELLE

Die Hitzeperiode in diesem Sommer ist ein Unwetter, obwohl sie keine Schäden anrichtet wie ein Hagelschauer oder ein Gewitter mit Überschwemmungen, es ist einfach heiß. Viele Menschen in Österreich empfinden Temper-aturen über dreißig Grad als unangenehm. Vor allem für ältere Menschen sind sie unerträglich. Trotzdem wünschen sich fast alle Menschen ein schönes Wetter. Einen blauen Himmel mit Sonnenschein und eine Klimaanlage, wo man die Temperatur auf an-genehme zweiundzwanzig bis fünfundzwanzig Grad einstellen kann. Die Spaßgesellschaft applaudiert den heißen Temperaturen. Man kann baden gehen, am Strand sich sonnen und sich bei heißer Musik noch mehr aufheizen. In den schwülen Nächten gibt es Partys, Grillfeste und Musikveranstaltungen. Man hat den Ein-Druck alle sind im Urlaub und selbst die Arbeit ist ein Event. Viele verbringen die heißen Tage bei der Arbeit auf dem Felde, am Bau, in einer Werkstatt oder im Büro. Über diese Menschen wird nicht berichtet.

Wir haben Spaß bis zur Trockenheit.

Kommentare:
P.C. am 16. Juli 2003 um 09:52
Auch wenn man bei dem geilen Wetter im Büro sitzt ist es trotzdem besser als tagelang Regen, da macht das Arbeiten noch weniger Spaß.
D. D. am 17. Juli 2003 um 13:45
Also bei 30°C ist es schon zu warm, aber bei uns gibt es 36°C und bei der Hitze müssen wir in die Schule! Im Moment regnet es hier und es ist 100 mal besser als die ewige Hitze mit Sonnenschein! Ich vertrag so viel Sonne nicht!

16.07.2003   TROCKEN . HEIT

Die langanhaltende Hitze und  das Ausbleiben von Regenfällen führt in südlichen Ländern zu Wassermangel und Dürreschäden. In den Alpenländern ist die Situation besser. Hier bilden die großen Waldgebiete und die Alpengletscher eine natürliche Wasserreserve. Die Substanz der Gletscher wird durch die Erwärmung der letzten Jahre angegriffen. Das die Gletscher stark geschrumpft sind, sieht man bei der Pasterze am Groß-glockners deutlich. Konnte man vor fünfzig Jahren mit dem Schrägaufzug direkt auf die Pasterze gelangen, so muss man jetzt einen langen Fußmarsch auf sich nehmen um die Pasterze zu erreichen. Das Abschmelzen der Gletscher erfolgt immer schneller. Jeder von uns ist an diesem Klimawandel mitbeteiligt.

Die Trockenheit der Natur greift auf die Menschen über. Man geht den geistigen Anstrengungen aus dem Weg. Man wendet sich den Dingen zu, die leicht verdaulich und unterhaltsam sind. Zerstreuungen die den Kopf nicht belasten. Viele Menschen trinken  zu wenig, dies lässt die Gedanken eintrocknen.

Trockenheit wirkt.

17.07.2003   HITZE . FIEBER

Seit dem Klimawandel spüren wir im Sommer auch in den Alpen mehr von der Hitze als in den vergangenen Jahrzehnten. Dies ist eine Hitze die wir auf der Haut spüren. Es gibt aber auch eine innere Hitze, ein Feuer, das in unserem Kopf brennt. Ein Hitzefieber, ausge-löst von schlechten Erlebnissen, von Schicksalsschlägen oder Schockerlebnissen. Dieses Hitzefieber kann sich im ganzem Körper ausbreiten. Zu deren Eindämmung braucht es viel Energie. Dies ist ein Feuer, das den Schweiß ausbrechen lässt, den Pulsschlag beschleunigt und den Atem wegnimmt. Diesem Hitzefieber begegnet man als Sonnenanbeter mit einem Sonnenbad.

Die unreinen Gedanken verbrennt die Sonne.

19.07.2003   HITZE . PUNKT

Als Bewohner der Alpenländer haben wir kaum Erfahrung mit der Hitze. Die Hitzeperioden der letzten Sommer sind für uns eine neue Erfahrung. Heiße Temperaturen waren eine Sache des Süden, etwa in Afrika. In den sechziger Jahren lernte man die Hitze im Urlaub an den Badestränden der oberen Adria kennen, später bei den Urlaubsreisen nach Nordafrika oder in den Vorderen Orient. Dies war jeweils für eine kurze Zeit und freiwillig. Jetzt ist diese Hitze mitten in den Alpen. Wir versuchen uns der Hitze zu entledigen, indem wir uns der Kleider entledigen. Damit entledigen wir uns auch unseres Hautschutzes. Die Gefahr der Sonnenstrahlung wird heruntergespielt, wie auch andere Gefahren der Natur. Wir setzen den Wert der Technik über den Wert der Natur. Eine Aufgabe der Technik sehen wir darin, die Belastungen der Natur zu korrigieren. Wir legen den Körper frei und glauben frei zu sein. Freiheit bedeutet nicht bei allen Trends mitzumachen.

Freiheit  ist  bei Hitze Salzgurken zu essen, keine süßsauren.

Kommentare:
Z. am 19. Juli 2003 um 12:30
Also bei mir zuhause ist es gar nicht so heiß, bin halt nicht von Beton umringt wie in den Städten. Und überhaupt, so können wir uns die Fahrt in den Süden sparen, was schlussendlich auch wieder der Natur zugute kommt.

21.07.2003   BITTERE . PILLEN

Einem Bericht in einer Tageszeitung über den durch-schnittlichen Pillenkonsum pro Jahr ist zu entnehmen, dass Menschen zwischen zwanzig und dreißig Jahren sieben Packungen Medikamente schlucken, Menschen zwischen vierzig und fünfzig Jahren vierzehn Packungen. Menschen zwischen fünfzig und sechzig Jahren siebenundzwanzig Packungen und Menschen zwischen sechzig und siebzig Jahren schlucken siebenundvierzig Packungen Medikamente pro Jahr. Wenn ich diese Zahlen lese und mir diese Menge vorstelle, dann sind dies für mich bittere Pillen für diejenigen, welche sie nehmen müssen und  bittere Pillen für die Krankenkasse welche sie bezahlen müssen. Wir betreiben  vielfach keine eigene Gesundheitsvorsorge, sondern wollen unsere Gesundheit kaufen. So verkaufen wir  unsere Eigenständigkeit an die Ärzte und die Arzneimittelindustrie. Ein gesundes Leben führen steht nicht auf der Hitliste von Umfragen, wohl aber der Wunsch nach Gesundheit.

Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußmarsch .

Kommentare:
J. am 21. Juli 2003 um 07:50
Mit den Unmengen Medikamenten hast du völlig recht und auch damit, gesünder zu leben. Bloß das ist auch schon der Knackpunkt. Ich habe eine kleine Familie und obwohl mein Freund viel arbeitet haben wir nur wenig Geld und gesund leben ist einfach teuer, das ist wirklich so! Ich weiß was gut wäre für meinen kleinen Sohn, kann es mir aber nicht leisten! Da muss man sich dann echt anstrengen um einen akzeptablen Kompromiss zu finden.

J. am 25. Juli 2003 um 22:54
Sag das mal jemanden, der zum Beispiel sein Leben lang aufgrund ererbter Krankheiten oder Krankheiten, die man schwer verhindern kann, Pillen schlucken muss. Die schlucken nämlich in der Regel mehr Medikamente und das treibt die Statistik ein wenig in die Höhe. möglicherweise enthält ja die Statistik auch die Medikamente, welche die Kassen nicht zahlen? Auf jeden Fall wird ein an Krebs oder an einer ähnlichen Krankheit leidender Mensch diese nicht durch einen Fußmarsch verhindern können. Statistiken sind interessant, aber beinhalten selten Weisheit.

25.07.2003   FREI . HEIT

Die größte Freiheit erwarten wir uns in der Freizeit. Wir sehnen uns alle nach Freiheit und legen uns meistens neue Fesseln an. Wo bleibt die Freiheit, wenn wir unsere Freizeit nach einem Freizeitplan organisieren, die sportliche Betätigung sich den neuesten Trendsportarten zuwendet und der Gedanke an das gesundheitsbewusste Leben das Wochenende bestimmt? Dies ist keine Freiheit wenn der Beruf, die öffentliche Stellung es erfordert bei verschiedenen Veranstaltungen dabei zu sein und es Pflicht ist, an bestimmten Festen mitzuarbeiten.

Die Freiheit wird zur Zwangfreiheit.

26.07.2003   GEDANKEN . FREIHEIT

Eine schöne Redewendung sagt, „Die Gedanken sind frei“. Meistens befinden wir uns in dem Zustand, dass wir denken und träumen können von was und von wem wir wollen. Die Freiheit in den Gedanken gibt es wirklich. Es gibt aber auch Situationen und Ereignisse die zu einer Blockade der Gedanken führen. Dies sind oft unliebsame Vorfälle die man nicht vergessen kann. Die guten Erlebnisse bleiben nicht so lange im Gedächtnis. Zu den schlechten Vorfällen kehren die Gedanken immer wieder zurück und verhindern neue Eindrücke und Erfahrungen. Auch die Angst schränkt die Gedankenfreiheit ein. Die Angst vor der Zukunft, vor einer Aufgabe, vor einem Ereignis, von dem man nicht  weiß, ob und wie es stattfinden wird. Diese Ungewissheit kann die Freiheit der Gedanken beeinträchtigen. Wie erlangt man Gedankenfreiheit?

Loslassen und nicht anhaften.

28.07.2003   REISE . FREIHEIT

Die Wartezeit für die  Autofahrer  vor dem Tauern-Tunnel in Richtung Süden beträgt an den Ferienwochen-Enden im Sommer bis zu fünf Stunden. Ähnliche Verhältnisse gibt es auch auf  anderen Auto-Bahnen in Mitteleuropa während der Hauptreisezeit. Die Freizeit beginnt mit einer Zwangsanhaltung. Der Verkehrsstau vom Weg zur Arbeit setzt sich im Urlaub fort. Unsere vielgelobte Mobilität wird zur Unmobilität. Niemand will diesen Umstand zur Kenntnis nehmen, die meisten sehen darin eine Ausnahmesituation. Jeder fährt noch schnell drauflos und sei es um eine Zeitung an der nächsten Straßenecke zu kaufen. Statt Gaszugeben wird in Zukunft das Gaswegnehmen gefragt sein, nicht nur beim Autofahren. In keiner Fahrschule wird das Gaswegnehmen unterrichtet. Auch in anderen Lebens-Bereichen wie Energieverbrauch, Landschaftsverbrauch oder Rohstoffverbrauch könnte das Gaswegnehmen zu einer neuen Haltung werden.

Hände weg vom Gas.

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