04.08.2003   BILDER . GLAUBE

Es fällt uns schwer an Dinge zu glauben die wir nicht angreifen und nicht sehen können. Dies  betrifft auch den Glauben an Gott. Es gibt aber auch immer mehr Zweifel an der Echtheit der Bilder die uns im Fernsehen gezeigt werden. Ein Beispiel dafür war die Veröffentlichung der Bilder von den getöteten Söhnen Uday und Kusay von Saddam Hussein. Viele Iraker vertraten die Meinung, die Bilder im Fernsehen seien gestellt gewesen, keine echten Aufnahmen von den toten Söhne. Das stärkste Beweis-mittel in der Medienlandschaft, das Foto, verliert in einer Zeit der Bilderflut seine Wirksamkeit. Das Sprichwort: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ verliert seine Bedeutung. Auch im privaten Bereich kann durch die Digitalfotografie und die Möglichkeit der anschließende Fotobearbeitung am Computer die Wirklichkeit verändert werden. Unschöne oder störende Elemente werden aus den Aufnahmen wegretuschiert.

Wir beginnen die Wirklichkeit zu verfälschen und andere zu täuschen.

06.08.2003   BILDER . SCHWINDEL

In einer TV Dokumentation wurde die Echtheit der Mondlandung in Frage gestellt. Ich selbst habe die Fernsehübertragung von der Mondlandung der Amerikaner im Dorfgasthaus in Politzen erlebt. Hier gab es einen öffentlichen Fernseher. Viele Bewohner hatten sich in der Gaststube versammelt um bei der Mond-Landung dabei zu sein. Unter den Zuschauern gab es zwei Meinungen. Die einen waren von der technischen Leistung beeindruckt  und erhofften sich von der Mondlandung einen Fortschritt für die Menschen. Die anderen bezweifelten die Echtheit der Mondlandung und waren der Meinung, dies sind Filmaufnahmen aus einer Wüste in Amerika. 

Der Streit um die Echtheit der Mondlandung. 

O8.08.2003   HITZE . FLUCHT

In diesem Sommer, der uns täglich neue Temperatur-Rekorde beschert, frage ich mich wie unser Klima in Zukunft aussehen wird? Nach dem  Klima richten sich auch unsere zukünftigen Lebensbedingungen. Der Klimaforscher Prof. Mojib Latif sagt  für die Alpenländer in den nächsten Jahrzehnten steigende Temperaturen voraus. Die Mittelmeerländer werden bei noch höheren Temperaturen im Sommer unbewohnbar werden, der Sommertourismus wird unmöglich. Wird dann die Bevölkerung aus dem Mittelmeerraum nach Norden wandern und sich im Alpenraum niederlassen? Die  Völker aus dem Norden haben in der Vergangenheit immer wieder versucht in den Mittelmeerraum vorzu-dringen, erst als Touristen ist dies ihnen gelungen.

Die Zukunft unbekannt.     

Kommentare:

B. am 8. August 2003 um 19:54
Die Winter und Sommer werden wohl extremer. Hätte vor zwölf Monaten wohl auch niemand im Osten gedacht, dieses Jahr schier zu vertrocknen.

09.08.2003   MOZART . CHINESE

Wenn die Medien unter der Sommerhitze leiden, das Sommerloch bei den Nachrichten eintritt, dann starten sie Umfragen oder veröffentlichen Berichte wie diese: Wer ist der Beste, der Wichtigste oder der Größte. Das ZDF füllt sein Sommerloch mit der Fernsehshow „Wer ist der größte Deutsche“. In der Auswahlliste der größten Deutschen steht auch der Name von W. A. Mozart. Zu dieser Nennung gibt es heftige Reaktionen aus Öster-reich. Ist Mozart ein Deutscher oder ein Österreicher? Tatsache ist für mich, dass Mozart  eine wunderbare Musik geschrieben hat, die allen Menschen zugänglich ist. Seine Musik erfreut die Menschen, tröstet sie und heilt sie. Mehr kann ein Mensch für andere Menschen nicht tun.

Es ist  egal, ob Mozart diese Musik als Deutscher, Österreicher oder als Chinese komponiert hat.

Kommentare:
[unbekannt] am 9. August 2003 um 17:28
Na, so ganz egal scheint das aber nicht zu sein. Schließlich zieht sich jeder gerne ein Krönchen auf. Wie soll man sich aber eines aufziehen, wenn besagter Krönchengrund nicht Deutscher ist.

 


11.08.2003   WÄRME . LOS

In diesem Sommer klagen auch gesunde Menschen über die Temperaturen von über dreißig Grad. Noch mehr unter der Hitze leiden alte und kranke Menschen in den Pflegeheimen und in den Krankenhäusern. Die weißen Nachthemden und die weiße Bettwäsche lassen die Gesichter der alten Menschen noch blasser und kränker erscheinen als sie sind. Um die Krankenbetten stehen die braungebrannten Besucher und blicken in die einge-fallenen Augenhöhlen der Patienten. Die Hitze trocknet die alten Menschen aus, der Flüssigkeitsmangel bremst ihre Gedanken und Worte, bis zur Sprachlosigkeit. Das Ende des Universum wird eintreten, wenn die ganze Energie in Wärme umgewandelt sein wird.

Die Energie verströmt

16.08.2003   AUTO . SPASS

In den sechziger Jahren war es ein Spaß am Wochenende mit dem Auto ziellos in der Gegend herumzufahren. Diese Spaßleidenschaft hat auch die heutige Jugend. Das starke Verkehrsaufkommen und der Probeführerschein lassen dafür aber nicht  viel Platz. Es gibt Staus beim Berufsverkehr und  beim Urlauberverkehr. In Österreich will man etwas für die Spaßgesellschaft tun und die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen auf 160 km/h erhöhen, damit einige Raser und PS Protzen ihren Spaß haben. Mit vier km/h hat sich der Mensch zu Fuß über Millionen Jahre fortbewegt.

Das menschliche Maß aus den Augen verloren. 

17.08.2003   BLASTER . WORM          

Als Neugetaufter der Computerwelt habe ich vor dem Altar, dem Computerbildschirm, Platz genommen und wartete darauf in die weite Welt des Glaubens, das Inter-net, einzutreten. Da erscheint auf dem Bildschirm eine übernatürliche Botschaft, ein Textfeld mit dem Hinweis: „Sie haben noch sechzig Sekunden Zeit um Texte zu speichern und Programme zu schließen, dann wird ihr Computer heruntergefahren und abgeschaltet.“ Einen Neugetauften trifft diese Botschaft unerwartet und unvorbereitet. Es wird kein Jahrhundert mehr vergehen und es könnte passieren das, wenn man morgens den Computer einschaltet  ein Inserat erscheint mit dem Text: „Sie haben noch sechzig Minuten Zeit um sich von ihrer Familie zu verabschieden und ihre Hinterlassenschaft zu regeln, dann wird ihr Leben heruntergefahren und abgeschaltet.“

Vieles, was in der Vergangenheit für die Zukunft gedacht worden ist, ist von der Wirklichkeit überholt worden.

Kommentare:
H. am 18. August 2003 um 22:34
Wie wär’s mit: Sie haben noch sechzig Sekunden, dann wird die Welt runtergefahren ?!

20.08.2003   MACHT . USA . EU

Nach den Terroranschlägen im Irak und in Israel stellt sich die Frage wie mächtig ist die USA. Ist G. Bush der mächtigste Mann der Welt und was ist Macht? Macht entsteht, wenn es ein gegenüber gibt, dass sich vor mir fürchtet. Der Selbstmordattentäter der den eigenen Tod nicht fürchtet ist mächtiger als der mächtigste Mann der Welt. Wir im Westen besitzen nicht soviel Macht, wie wir auf Grund unserer militärischen Ausrüstung und unseres wirtschaftlichen Potential glauben, weil nirgends ist die Angst vor dem Sterben und dem Tod so groß wie im Westen. Nelson Mandela hat als Einzelperson mehr Macht besessen als die ganze Apartheid Regierung Südafrikas. Seine Furchtlosigkeit hat ihn zum ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika gemacht. Nicht die Mächtigen haben die Macht, sondern die Furchtlosen.

Sich vor den Mächtigen nicht fürchten. 

23.08.2003   MACHT . WORT

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Niemand weis  wie lange Gott das Wort in sich getragen hat und was ihn dazu bewogen hat das Wort an die Mensch weiterzugeben. Wahrscheinlich war es die Liebe zu den Menschen. Mit dem Wort kam die Verständigung und die Macht zu den Menschen. Die größte Macht ist das Wort. Ein scharfes Wort kann einen Menschen verletzen, ein liebes Wort kann einen Menschen verzaubern, ein tröstendes Wort kann einen Menschen Hoffnung geben. Ein ausgesprochenes Wort kann nicht mehr zurückgenommen werden. Es pflanzt sich immer weiter fort. Das Universum ist erfüllt von Wörtern.

Die vielen Wörter haben Gott taub gemacht.

23.08.2003   REISE . ZEIT  

Man fährt heute mit dem Auto auf den Autobahnen weiter fort als je zuvor, in der Annahme, je mehr Kilometer, umso mehr wird man sehen. Wer auf einer Autobahn in Deutschland, Österreich oder Italien fährt, meistens ist es ein dahinrasen, sieht fast immer dasselbe. Es sind dies Lärmschutzwälle oder Lärmschutzwände. Zur Abwechslung tauchen in der Ferne Dörfer auf, manches mal nur die Dächer, überragt von einem Kirchturm. Der Name der Dörfer bleibt meist unbekannt. Wer mit dem Auto einen Sonntagsausflug macht, dabei etwas schönes oder interessantes entdeckt und sich dabei überlegt ob er stehen bleiben soll und wo die nächste Parkgelegenheit ist, der ist bei der Sehenswürdigkeit schon vorbei. So fährt man von einer Sehenswürdigkeit oder einem schönen Aussichtspunkt zum Anderen. Die versäumten Gelegenheiten sind das einzige Erlebnis. Landschaften und Dörfer erlebt man besser mit dem Fahrrad. Die Geschwindigkeit beim Fahrradfahren lässt ein Sehen während des Fahrens und ein schnelles Anhalten zu. Die schönsten Erlebnisse hat man beim zu Fußgehen, da sieht man die Landschaft und die Dörfer bei Schrittgeschwindigkeit .

Die Landschaft in den Beinen.

28.08.2003   KUNST . SCHRIFT

In den vergangenen Jahrhunderten gab es eine ausge-prägte Schreibkultur. Das Schreiben mit der Hand war eine Kunst. Alte Handschriften sind Kunstwerke. Diese Kunst wurde in den Schreibstuben der Klöster gepflegt. Handgeschriebene Bibeln und Messbücher sind Prachtstücke. Schriftsteller berichteten von ihren Reisen oder schrieben Briefe von Niveau. Wenn man in alten Kassenbüchern und Wareneingangsbücher von Firmen blättert, kann man die schöne Handschrift und die Form der Buchhalter bewundern. Schön und stilvoll zu schreiben war eine Lebensstil. Dies konnten Mönche, Schriftsteller und Buchhalter sein. Beim heutigem Schriftverkehr der viel über Emails, Fax und Sms vorgenommen wird verkümmern die Sprache und die Sätze. Es werden Abkürzungen und Symbole eingefügt die von geringer Qualität sind. Einen Sinnhaften Email Text zu schreiben wird bald zum Ausbildungsplan gehören wie das Aufsatzschreiben.

Viele Eintragungen im Weblog erfolgen in einer amputierten Sprache.

Kommentare:

G. am 28. August 2003 um 23:11
Ja, ja, da gebe ich Ihnen vollkommen und herzlichst Recht! Leider ist nicht jeder berufen dazu, ein James Joyce oder Heinrich Heine zu sein. So entstehen Sätze, die trotz ihrer Kürze an Wörtern nicht die Bedeutung beinhalten, die sie an Aufmerksamkeit erregen. Ob nun jedoch eine Sprache „amputiert“ sein kann, dessen bin ich mir beim genauen Wortsinn nicht sicher. Ein Arm oder eine Hand können amputiert sein, eine Sprache jedoch ist ein menschliches Produkt der/zur Kommunikation. Entweder ist dieses Produkt vorhanden oder es ist nicht vorhanden. Organischer Teil des Menschen ist die Sprache jedoch nicht. Der Stil der Sprache bzw. der Schrift jedoch kann u.U. die Empfindung erwecken, „amputiert“ zu sein.

31.08.2003   TRAUM . BILD

Auf beiden Seiten ist die Front ein langes Fließband. Pünktlich um sieben Uhr wird das Fließband eingeschaltet und die Soldaten bewegen sich auf den Sesseln, welche am Fließband befestigt sind, vom Hinterland in Richtung Front. Um neun Uhr ist eine kurze Vormittagspause, man verteilt gratis eine Schale Milch, dann wird wieder geschossen. Im Hinterland werden die Toten von ihren Sesseln genommen und durch neue Soldaten ersetzt. Abends um fünf Uhr ist Schluss und alle sechs Jahre Kollektionswechsel. Dann kommt die nächste Generation auf das Fließband.

Kommentare:
Z. am 31. August 2003 um 10:24
Straff organisierte Sache, musste nichts denken nur hinsetzen, einfacher geht’s nun wirklich nicht mehr.

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