02.12.2004 KATZEN . TREUE
Es war bei der Schönwetterperiode im November, als die Katzen Undine & Charly seit Tagen das Fressen kaum anrühren. Wir fragen uns, ist daran der Föhn oder der Vollmond schuld? Am Wochenende erfahren wir, dass am Bauernhof in Politzen woher die Katzen stammen der Herr A., kurz vor seinem neunzigstem Lebensjahr, gestorben ist. Haben die Katzen sein Sterben, eine halbe Autostunde von Politzen entfernt, gespürt? Am Tag des Begräbnisses erzähle ich Friedericke, das A. zu meinen Kindheitserlebnissen gehört hat. Beim Wort A. stellen Undine & Charly ihre Ohren nach vorne, sie sind auch von ihm gefüttert worden.
Katzentreue bis in den Tod.

Kommentare:
S. am 2. Dezember 2004 um 22:01
Dies ist wirklich ein komisches Phänomen das du beobachtet hast! Vor allem, wenn man die zwei süßen „Politzner Kampf-Katzen“ kennt, ist es schwer zu glauben, dass die nix mehr fressen! Es ist durchaus möglich das die Katzen das Sterben ihres früheren „Herrchens“ gespürt haben! Es Gibt Dinge, die sich nicht wissenschaftlich erklären lassen, dessen bin ich überzeugt.

 
06.12.2004 HEIMLICH . NIESEN
Wenn im Dezember die erste Schnupfen- und Husten-Welle auftritt, sind die Wartezimmer der Ärzte voll von Patienten. In der Apotheke erhalten manche Leute so viele Medikamente, als würden sie für eine Woche Lebensmittel einkaufen. Es ist ein Rätsel warum manche an einer Grippe erkranken und andere nicht. Vor dreißig Jahren haben die Mediziner erklärt, dass es in ein paar Jahren keinen Schnupfen mehr geben wird und bis heute trifft dies nicht zu. Besonders gefährdet sind die Berufstätigen, welche bei ihrer Arbeit viele Kunden-Kontakte haben. Dazu gehören die Kassiererinnen in den Supermärkten, Arzthelferinnen oder auch Lehrerinnen und viele Andere. Diese Berufe sollten eine Gefahren-zulage während der Wintermonate erhalten. Jeder kennt ein Hausmittel oder schwört auf sein Geheimrezept um nicht an einem Schnupfen oder einer Grippe zu er-kranken. Wenn man allen Vorschlägen folgen würde, dann würde man sicher krank werden. Viele Mit-Menschen zucken zusammen, wenn in ihrer Nähe jemand laut niest.
Niese nie öffentlich.

 
09.12.2004 HUNDE . LEBEN
Das Parkcafe ist bei Kaffeetrinkern und Zeitungslesern beliebt, für beide Gruppen gibt es hier eine reiche Auswahl. Es ist auch ein beliebter Treffpunkt für Hunde-Besitzer. Da die Räume des Kaffeehauses sehr groß sind ist es möglich, nach einem Spaziergang den Hund in das Parkcafe mitzunehmen ohne dadurch die anderen Besucher zu stören. Bei einem Hund konnte ich beobachten, wie er sich vor jedem vorbeigehenden Gast auf den Rücken drehte und seinen Bauch zum Kraulen darbot. In dieser Hinsicht haben es die Hunde einfacher als die Menschen, sie können ihre Liebesbedürfnisse offen zeigen.
Kein Hundeleben.

 
13.12.2004 DIE . UNVERNÜNFTIGEN
Alle Jahre wieder kommt es an den Tagen, an denen es die ersten stärkeren Schneefälle gibt zu Autounfällen und Behinderungen durch quergestellte oder hängen gebliebene Fahrzeuge auf den Strassen. Auf den Auto-Bahnen gibt es Massenkarambolagen und kilometerlange Staus. Niemand will auf die Fahrt mit seinem Auto verzichten, auch wenn geeignete Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmittel, wie Bahn und Bus zur Verfügung stehen. Beim ersten starken Schneefall habe ich mein Auto in der Garage gelassen und bin mit dem Bus zu meiner Therapie in die Therme von Warmbad Villach gefahren. Von der Bushaltestelle aus konnte ich beobachten, wie auf der nahegelegenen Kreuzung die Autos Schwierigkeiten beim Wegfahren hatten und manche sich um die eigene Achse drehten. Viele versuchten an diesem schneereichen Tag ihr Glück mit Sommerreifen. Auf der Fahrt nach Villach sah ich vom Bus aus in Abständen von drei bis fünf Kilometer immer wieder Autos, die von der Strasse abgekommen sind und im Strassen Graben oder im freien Feld gelandet sind. Es gibt Fahrten, die nur mit dem eigenen Pkw erledigt werden können und unaufschiebbar sind, aber dann mit einem Auto welches Winter fit ist und mit Winterreifen.
Die Unvernünftigen sterben nicht aus.

Kommentare:
G. am 13. Dezember 2004 um 23:03
Also mal vorweg, ich bin selber ein sehr leidenschaftlicher Autofahrer. Und zu deinem Thema kann ich nur sagen, dass es für manche wirklich besser wäre öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Ich finde, wer sein Auto nicht beherrscht sollte es besser stehen lassen. Wenn man sich auf die Straße wagt dann nur, wie du schon sagst mit guter Winterausrüstung und der Kenntnis der Wetterlage. Ich ärgere mich immer wieder wenn ich zur Arbeit fahre über manche, die dann einfach meinen, es ist noch Sommer und dann komischerweise quer in der Kreuzung stehen und andere behindern. Ja über das Thema könnte man lange reden, darum lasse ich es auch lieber jetzt gut sein.

schlagloch am 15. Dezember 2004 um 19:56
Für eine gute Sache zu kämpfen braucht es Leidenschaft.

 

16.12.2004 KUNST . SCHNEE
Es ergibt unterschiedliche Eindrücke, wenn man den selben Spaziergang im Sommer oder jetzt im Dezember macht. Im Sommer wächst auf der Wiese das Gras, dazwischen blühen die Blumen und rundherum haben die Bäume die verschiedensten Grüntönen. Von den Bienenstöcken fliegen die Bienen aus zur Nahrungs-Suche. Die Hunderten von Bienen erzeugen einen gleichbleibenden Ton, eine beruhigende Musik. Jetzt im Dezember sind die Gräser vom Raureif geknickt, die Bienenstöcke verschlossen und kein Laut ist zu hören. Das Leben in den Bienenstöcken läuft auf Sparflamme. Auch für uns Menschen wäre es wünschenswert, wenn wir im Winter unsere Körperfunktionen zur Regeneration drosseln könnten. Ein paar hundert Meter weiter ist jetzt im Winter das Rauschen und Surren der Schneekanonen zu hören, ein Geräusch, welches in den Ohren schmerzt. Hier kommt die Natur nicht zur Ruhe. In einer Woche kommen die Skitouristen auf die Kunstschneepiste.
Waldhonig und Kunstschnee.

 
18.12.2004 EINKAUF . FIEBER
Im Dezember besteht die größte Gefahr von einer fiebrigen Krankheit befallen zu werden. Es gibt ver-schiedene Arten von Fieber. Eine der häufigsten Krank-heiten ist das Einkaufsfieber. Statt besinnliche Advent-Stimmung zu verbreiten verwandeln sich die Märkte und Plätze in fiebrige Orte, wo die Gefahr der Ansteckung besonders groß ist. Es gibt kaum jemanden, der sich dieser Gefahr entziehen kann. Dieses Fieber wird durch die Werbung angeheizt. Versuche auf dieses Fieber aufmerksam zu machen scheitern, die Rufe gehen im Weihnachtslärm unter. Menschen die an einer Fieber-Krankheit leiden, haben nicht die Möglichkeit diese zu bekämpfen. Das innere Feuer verzehrt sie, äußerlich ist nichts zu bemerken. Der EU Raum wird geschüttelt vom Fieber, von niemanden wird es gemessen.
Das Gesunde ist das Kranke.

Kommentare:
S. am 20. Dezember 2004 um 18:37
Hallo Schlagloch, dein Text zeigt die Atmosphäre während der Vorweihnachtszeit schon sehr richtig. Eigentlich die Jahreszeit, wo man sich am wenigsten in den Innenstädten blicken lassen sollte.

schlagloch am 21. Dezember 2004 um 10:01
In der Zeit wo sich viele Menschen nach Stille und Schöpfungspause sehnen ist es am lautesten. Eine verkehrte Welt oder benehmen wir uns verkehrt?

S. am 21. Dezember 2004 um 11:30
Hallo, gute Frage. Vielleicht hängt es mit der Struktur der menschlichen Zusammenrottung / Zusammenballung auf einem Platz/ Stelle / Fleck zusammen, also diese Megacity und das nicht nur in Deutschland. Im ländlichen Bereich im Dorf, fern der größeren Städte ist es wesentlich ruhiger. Nicht umsonst spricht man im Süden Deutschlands von der staden Zeit! Auch die Landwirte zogen sich im Winter in die Stuben zurück. Im Erzgebirge wurden von den Bergleuten die Holzwaren hergestellt. Je mehr Menschen auf einer begrenzten Fläche zusammen treffen oder dort dauernd anwesend sind, um so lauter ist es. Der Platz der dem Einzelnen zusteht wird immer kleiner, die Aggressions-potentiale steigen. Dadurch wird dann auch der Bedarf an Elementen die zur Beruhigung, Erbauung, Erfreuung dienen soll immer größer. Ferner ist ein großer Teil der Menschheit so strukturiert, dass sie wie die Lemminge hinter einander herstürzen, was der eine hat ,will der andere auch. Den Individualismus, die Elitärheit des bewussten Verzichtens, des nicht Besitzens gibt es noch nicht oder nicht in nennenswertem Umfang. Jeder will das haben, was der andere besitzt, wehe einer hat mehr als der Andere. Vielleicht ist es auch so eine Art positiver Stress, um dann am Hl. Abend in einer wohligen Erschöpfungszustand zu fallen, in die weihnachtliche Besinnungslosigkeit und Bewusstlosigkeit. Stress, Lärm, Aufregung in der Megacity als Suchtmittel und als Ausweis der Mitgliedschaft, je höher der Stressfaktor umso höher der Rang in der Hierarchie der Gesellschaft.

 
21.12.2004 RAU . REIF
Der Spaziergang zum Länderdreieck beginnt mit einem steilen Wegstück, dass einen schnell in die Höhe und außer Atem bringt. Der Weg über die Hochebene wird zum Stimmungsaufheller. Die Bäume sind mit Raureif belegt und durch die Baumwipfel scheint die Sonne. Der Raureif zeigt sich auf der Fichte, der Esche, der Buche oder der Birke in unterschiedlichen Formen. Am zer-brechlichsten wirken die Zweige der Birken im Raureif . Sie glitzern in der Sonne, als hätten sich alle Sterne des Himmels auf den Zweigen niedergelassen. Im Sonnen-licht strahlt die Tanne, als wäre sie bereits ein Weih-nachtsbaum. Je höher man kommt, umso ruhiger wird es in der Landschaft. Wie unerträglich wäre es um diese Zeit, an einem Nachmittag vor Weihnachten, in einem Einkaufszentrum. Dort herrscht jetzt ein Gedränge, von überall winkt der Weihnachtsmann, aus allen Laut-Sprechern tönt die Weihnachtsmusik und die vielen zusätzlichen Scheinwerfer heizen die Atmosphäre auf. Jeder glaubt noch etwas kaufen zu müssen. Man möchte sich zwischen die Bäume stellen und warten bis man selbst mit Raureif überzogen wird. Ein paar Monate in die Winterstarre zu verfallen wäre eine Wohltat. Man sollte Weihnachten alle zwei Jahre aussetzen, dann gäbe es dazwischen einen besinnlichen Advent, wie es von allen gewünscht wird.
Weihnachten im Zweijahresrhythmus.

Kommentare:
S. am 21. Dezember 2004 um 11:37
Warum Weihnachten alle zwei Jahre aussetzen? Wer im Raureif spazieren mag, soll das auch tun. Raureif gefällt mir jedes Jahr immer wieder aufs neue sehr gut. Man muss doch in der Weihnachtszeit nicht in die Stadt fahren oder man geht nur dort hin wo man die Dinge einkauft, die wirklich benötigt werden. Warum immer alles reglementieren, ich halte gar nix davon. Wenn du in der Lage bist, schlagloch, dich vom Weihnachtstrubel innerlich und körperlich fern zuhalten, dann freu dich dessen und genieß, dass du so stark bist. Und in Winterstarre verfallen, kannst du dann trotzdem.

schlagloch am 22. Dezember 2004 um 17:39
Ich bin auch gegen (fast) alle Reglementierungen. Es war ein „schlaglochgedanke“, ein Schlagloch eben. Jetzt hoffe ich auf das Weihnachtstauwetter.

 
25.12.2004 DISKONT . LEBEN
In der St. Peter Kirche in Salzburg verkündete man in der Heiligen Nacht , wie in allen katholischen und evangel-ischen Kirchen auf der ganzen Welt die Geburt Jesu Christi , geboren in einem Stall unter armseligen Ver-hältnissen. So steht es im Weihnachtsevangelium. Heute klingt diese Begebenheit wie eine Weihnachtsgeschichte. Die Botschaft von der Geburt dieses Kindes hat sich um den ganzen Erdball verbreitet. Heute werden Kinder in den Entwicklungsländern zu Diskontpreisen angeboten. Beim Souvenirstand vor der Kirche St. Peter dreht sich eine große Mozartkugel, wie die Erde um die eigene Achse. Hier ist die Mozartkugel das Zentrum der Stadt. Die Mozartkugeln gibt es in immer neuen Verpackungen. Der neueste Schrei ist die Verpackung in Form von einer Geige. Die Packung Mozartkugeln mit achtzehn Stück gibt es zum Diskontpreis von € 5.50. Wem die Mozart-kugeln zu süß sind, der findet daneben einen Kebabstand. Ein paar Meter weiter sitzt ein Mann im mittleren Alter in abgetragenen Kleidern, mit halblangen Haaren und einem unrasiertem Gesicht auf den Stufen eines Hauseinganges und trinkt aus einer Bierflasche. Neben sich hat er eine Sechserpackung Stiegl Bierflaschen aus dem Diskontladen stehen. Überleben zum Diskontpreis.
Das Leben zum Diskontpreis.

Kommentare:
F. am 25. Dezember 2004 um 20:23
Manchmal landet jemand schneller auf dem Diskontmarkt des Lebens als die Errichtung eines neuen Diskontladen Zeit benötigt.

S. am 25. Dezember 2004 um 22:53
Das sind die schlimmen Lebenskontraste die heutzutage direkt nebeneinander zu erleben sind. Und das in den reichen europäischen Industriestaaten.

 
27.12.2004 ZEITEN . WANDEL
Nach dem Festgottesdienst am Christtag verlassen die Gläubigen den Salzburger Dom und verlieren sich in den Gassen der Altstadt. Zur selben Zeit beginnen drei Indios am Kapitelplatz ihre Verstärker, Mikrofone und Instrumente auszupacken. Sie beginnen auf ihren Flöten, Gitarren und Rasseln zu spielen, am Kopf tragen sie einen riesigen Federschmuck. Einige Menschen setzen sich bei den frühlingshaften Temperaturen auf die Sitzbänke im Freien, horchen den südamerikanischen Klängen zu und genießen dabei die Sonne. Eine Frau mit einem Hund setzt sich neben mir und erzählt , dass der Federschmuck der Indios nicht echt sei, die Federn sind aus Plastik.
Das ist der Zeitenwandel.

Kommentare:
S. am 28. Dezember 2004 um 00:49
Vermutlich ein unvermeidbarer Zeitenwandel. Denn ob es die geflügelten Viecher, Vögel, noch gibt, um einen indigenen Federschmuck herzustellen, dass wage ich doch zu bezweifeln.

schlagloch am 28. Dezember 2004 um 07:30
Erst wenn es keine Vögel mehr gibt, werden wir merken, dass wir sie brauchen. Die Stille wird unerträglich sein.

 
29.12.2004 WEIHNACHTS . EIER
Mit der Weihnachtszeit sind viele Symbole verbunden. Für die Einen sind es die christlichen Symbole, die Krippe mit dem Jesuskind, Maria und Josef, den Hirten, den Schafen und dazu gesellen sich die Drei Heiligen Könige. Im Alpenraum wünscht man sich zur Weihnachtszeit eine Winterlandschaft, obwohl dies in vielen Tälern ein frommer Wunsch bleibt, den auch das Christkind nicht erfüllen kann. Im Dezember blüht der Weihnachtsstern und die Barbarazweige. Auch die Maronibrater und die Eislaufplätze in den Stadtzentren gehören zu den Weihnachtsvorboten. Zu den neuen Weihnachtssymbolen zählen die vielen Lichterketten und Leuchtsterne auf den öffentlichen Plätzen und Strassen. In den Städten machen sich das Christkind und der Weihnachtsmann gegenseitig Konkurrenz. Das bekan-nteste Symbol in Europa ist der Christbaum. Je nach Tradition wird der Baum auf verschiedene Weise geschmückt. In manchen Familien wird seit Generationen der selbe Christbaumschmuck verwendet. In anderen Häusern gibt es beim Schmücken des Baumes den neuesten Trend aus dem Möbelhaus. So verschieden wie die Familien und ihre Wohnungen sind, so verschieden sind auch die Christbäume geschmückt. Ein jeder ist stolz auf seinen Christbaum.
Wer für das nächste Jahr einen etwas anderen Christbaumschmuck sucht, der findet in der Judengasse in Salzburg ein Geschäft in welchem Eier als Christbaumschmuck angeboten werden. In diesem Geschäft findet man:
Eier, bemalt mit roten Nussknackern
Eier , bemalt mit einer blauen Winterlandschaft
Eier, bemalt mit grünen Tannenzweigen
Eier, bemalt mit Christbäumen
Eier, bemalt mit einem goldenen Engel der Geige spielt
Eier, bemalt mit einer roten Weihnachtskerze.
Diese Aufzählung ist unvollständig, es gibt bestimmt über fünfzig verschiedene Weihnachtsmotive mit denen die Eier bemalt sind.
Osterhase bringt Weihnachtseier.

 

30.12.2004 TSUNAMI . WELLE
Nach der Flutkatastrophe im Indischen Ozean steht es außer Streit, dass wir unseren Landsleuten, welche dort gerade ihren Urlaub verbringen, helfen müssen und sie so bald als möglich in die Heimat zurückfliegen. Auch der Bevölkerung von Indonesien, Sri Lanka, Indien, Malaysia und den anderen Staaten, welche von der Flutwelle betroffen sind soll, beim Wiederaufbau geholfen werden. Nach einer Aussage eines österreichischen Philosophen ist der Mensch nicht in der Lage den Tod von mehr als drei Menschen zu verarbeiten. Daher sagen uns auch die Zahlen von zigtausenden Toten so wenig. Wohl aber wird das Leid begreifbar, wenn man von Einzel-Schicksalen hört. Nach den ersten Hilfsmassnahmen müssen wir uns fragen, warum hat man in einem so großem Tourismusgebiet keine Frühwarnsysteme für Flutwellen installiert und warum sind manche Hotelanlagen von so schlechter Bauqualität? Eine Ursache liegt darin, dass die großen Tourismusver-anstalter vor allem Gewinne machen wollen und daher auf Sicherheitsvorkehrungen, wie sie in Europa vorge-schrieben wären, wenig Wert legen. Zum anderen würde die Installation von Frühwarnsystemen und Sicher-heitsvorkehrungen die Urlaubspreise erhöhen. Viele Touristen aus Europa würden ausbleiben und andere Urlaubsziele wählen. Erst der Tourismus hat die Verbauung der Meeresstrände in solchem Ausmaß be-wirkt. Jeder will billig verreisen und auch im Tourismus gilt der Spruch „Geiz ist Geil“ und bringt er auch den Tod.
Der Tod ist nicht geizig.

Kommentare:
S. am 30. Dezember 2004 um 16:54
Zukünftig wird sich kein Reiseveranstalter mehr erlauben können, billig zu bauen und vor allem wird man wohl sehr schnell ein Tsunami- Warnsystem errichten. So hoch dürften die Kosten wohl nicht sein. Wenn man sich die Satellitenaufnahmen von unseren Amis anschaut, dann sieht man das es nur eine schmaler Streifen bebautes Land war, wie mit dem Lineal gezogen, dass nun völlig entvölkert ist. Heute las ich in der Zeitung, dass in einem nahegelegenen Natur und Tierreservat kein einziges Tierkadaver zu finden sei. Die gesamte Tierschar, angefangen vom Elefanten bis zu Kleintieren, brachte sich offensichtlich in Sicherheit. Was mich sehr erstaunt, dass so viele Kleinkinder und Kleinstkinder aus Europa ein 15stündiger Flug nach Südostasien zugemutet wird. Die verlassenen und / oder verwaisten Kinder lassen einem fast das Herz stehen bleiben! Wie können Eltern so egoistisch sein?

schlagloch am 1. Januar 2005 um 16:56
Bei anderen Blogs diskutiert man derzeit die Frage, „Wie kann Gott dies zu lassen?“. Die Antwort ist, weil der Mensch dies zulässt.

 

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