HUNGER . DURST

Ich erlebe wie ein Mädchen weint, weil es absichtlich verbrannt wurde. Wenn man auf der Strasse fährt, dann stehen die kleinen Buben neben der Strasse und stecken sich den Finger in den Mund, weil sie Hunger und Durst haben. Hier verlieren die Dinge des Lebens, wie wir es im Westen kennen, an Bedeutung. Keine überzogene Konsumgesellschaft, keine Probleme damit, was man zu Weihnachten schenken könnte. Ein Glas sauberes Wasser ist hier für die Kinder wie ein Lottosechser. Sie danken es mir mit einem Lächeln und strahlenden Augen, etwas was wir schon lange verlernt haben. So erlebe ich jeden Tag Weihnachten. Schöne Grüße vom wirklichem Leben, schöne Grüße aus Syrien, dein Neffe Hubsi.
 
P.S. Diese Nachricht  schickte mir mein Neffe, der im Rahmen der UNO Friedensmission zurzeit in Syrien Dienst versieht. Vielleicht hat ein LeserInn ähnliches erlebt oder gesehen  und schreibt hier seine Eindrücke oder Meinung.
 
 
 

Kommentar(e)     

Mo / Website (22.8.07 20:47)
Hallo Schlagloch,ich habe das selbst glücklicherweise noch nicht erlebt.
Verdursten wird in unseren Breiten hier niemand, schließlich kommt das unschätzbar wertvolle Nass bei uns einfach so aus dem Hahn.

Aber es gibt im Schlaraffenland Deutschland viele Menschen, die in der letzten Woche des Monats hungern, weil sie mit Harz4 nicht genug Geld haben, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Sie werden nicht VERhungern, aber sie kämpfen jeden Monat aufs Neue um ihre blosse Existenz.

Viele Grüße
Mo

Gerhard (23.8.07 12:46)
Hallo Schlagloch,
mit derartigen Szenen bin ich auf meinen Reisen noch nicht konfrontiert worden.
In Mexiko verging mir aber einst völlig das Fotografieren, als ich erleben musste, wie manche Touris statt was auf den Märkten zu kaufen, die Leute lieber kostenlos abfotografierten. Sie setzten das auch in den Bergen fort – die Frau mit Reisig auf dem Rücken z.B. und Kinder, die sich schnell mit hochgezogenen Decken (vergeblich) zu schützen versuchten.
schlagloch
Hallo Hubsi,
wenn man beobachten muss, wie Kinder Hunger und Durst leiden, dann werden viele Probleme unserer Konsumgesellschaft in Österreich fragwürdig. Es ist jeder aufgefordert etwas für ein menschenwürdiges Leben in Notstandsgebieten beizutragen. Unsere Konsumgesellschaft schließt aber nicht aus, dass auch hier Menschen leiden müssen. Leben muss gelebt werden, wir haben hier die besseren Startbedingungen.

schlagloch
@ Mo
Heute ist nichts mehr selbstverständlich, trotz Überfluss.
@Gerhard
Manchmal überschreiten wir als Touristen die Anstandsgrenzen und die Würde anderer Menschen.
@Mo & Gerhard,
vielleicht meldet sich Hubsi selbst mit einem Kommentar.
Gruss schlagloch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.