SINN . SUCHE

Oft sagt man, dies ist der Sinn meines Lebens und bei genauem nachforschen erkennt man, dass man den Sinn schon öfter gewechselt hat. Es gibt kaum eine Sache, welche einem ein Leben lang begleitet. In der Kindheit sieht man den Sinn des Lebens in dem Besitz von einem neuem Fahrrad oder ein paar Skiern. In der Jugendzeit kommen nichtmaterielle Werte dazu, wie die Pflege einer Beziehung oder das Erreichen eines Schulabschlusses. Als Dreißigjähriger kann der Sinn des Lebens darin gefunden werden, im Beruf Vorwärtszukommen, die Partnerschaft mit Kindern und die Errichtung eines Eigenheimes. Ob es einen Sinn gibt, der sich durch das ganze Leben zieht, liegt außerhalb meiner Erfahrung. Kommt einem der Sinn in seinem Leben abhanden, ist es so, als ob einem die Welt abhanden gekommen ist. Aber wohin ist die Welt verschwunden, wenn man in der Früh aufsteht ist sie immer noch da. So verlagert sich mit den Jahren oft die Sinnfrage, bis zur Frage, braucht es einen Sinn zum Leben. Zusätzlich zu den greifbaren Dingen mischen im Hintergrund auch religiöse, philosophische Fragen mit. Diese Sinnsuche ist wie ein Antivirusprogramm, welches ohne dass wir es merken dafür sorgt, das schädliche Viren blockiert werden.
 
Ein Antivirusprogramm für die Seele.  
 

Kommentar(e)     

Gerhard (25.8.07 00:09)
Starker Tobak, stärkster Tobak, diese Sinnfrage.Ich war eigentlich noch vor gut einem Jahr Zeit überzeugt, einen starken, persönlichen Lebenssinn für mich gefunden zu haben. Ein Freund sagte mir dann einmal beim Mittagessen: Ich klammere diese Frage aus, weil sie mich krank macht – denn ich finde keinen Sinn.
Als ich darüber nachdachte, was er denn meinte, fand ich ziemlich unmittelbar: Er hat recht! Jeder Sinn ist offenbar ein konstruierter und scheint „keinen Sinn zu machen“ , im streng absoluten Sinne. Diese Sinnkrise, von einer Bemerkung hervorgerufen, beschäftigte mich einige Zeit, dann lies ich sie einfach los. Es ist, als hätte es diese Fragestellung nie gegeben.

petros / Website (25.8.07 12:05)
(Un)Sinn… Ich glaube an Gott, das macht Sinn.

LG
Petros

weichensteller (25.8.07 12:05)
Diese FrageSTELLUNG ist eine typisch neuzeitlich-nihilistische:
Menschen versuchen, Sinn zu MACHEN, weil sie keinen Sinn ERFAHREN in einer entleerten Welt.
Gruesse aus Sarajevo
weichensteller

Johanna / Website (26.8.07 17:06)
„Antivirusprogramm für die Seele“, das gefällt mir

Ich glaube, der Tag, an dem einem der Sinn abhanden kommt, könnte (positiv betrachtet) auch jener Tag sein, an dem man sich bewusst wird, dass man sinn-mäßig halt wieder mal am Switchen ist. Dass wieder was Neues anfängt, der Sinn des Lebens neu definiert werden muss. Wenn man offen ist dafür, ist das eigentlich richtig spannend…

schlagloch

Hallo Johanna!
Für die Befindlichkeit des heutigen Menschen braucht es zeitgemäße Sprachformeln. „Antivirusprogramm für die Seele“ ist so eine Formel. Etwas Neues zu entdecken kann spannend sein auch in der Sinnfrage. Wie würde unser Leben aussehen, wenn es nicht die menschliche Neugierde gibt, den Forscherdrang…..

Gruss schlagloch.

schlagloch


Hallo Weichensteller!
Ich schätze die Freiheit des Menschen Fragen zustellen. Die Aufklärung hat die Neuzeit eingeleitet und sich gegen den Absolutheitsanspruch des Adels und der Kirche gewehrt. Der neuzeitliche Mensch hat sich durch Hinterfragen von vielen Hierarchien, Ängsten und Schuldzuweisungen befreit.

Es mangelt mir nicht an Erfahrungen, manche Erfahrung war unerträglich. Der Sinn des Leben ist das Leben.
Gruß schlagloch.

schlagloch


Hallo Gerhard!
Über mein Blog habe ich geschrieben:

„Im Weblog erschaffe ich mein Leben und meine Welt neu. Jeder Eintrag im Weblog ist ein Eintrag über mich und meine Umgebung. Unsere erlebte Wirklichkeit ist eine Konstruktion unseres Gehirns. Schreiben ist eine Möglichkeit sich den Fragen des Lebens und der Welt zu nähern… “

Jeder der schreibt, erschafft seine Figuren und das Umfeld neu. Jeder wird seinen Lebenssinn für sich erschaffen müssen.

Gruss schlagloch.

petros / Website (27.8.07 18:04)


Mein Kommentar kann es vertragen, gelöscht zu werden. Manchmal sind „Aussparungen“ bedeutungsvoller als Worte.

LG
Petros

Gerhard (27.8.07 23:03)


Mir war klar, daß mein Eintrag Entrüstung hervorrufen musste.

Also auch bitte meinen Beitrag streichen!

Gruß
Gerhard

Lisa / Website (6.9.07 08:15)


Ich denke, unser ganzes Leben wird dafür genutzt, um diesen Sinn zu finden.

Es stimmt sicherlich auch, dass dieser Sinn keine statische Sache ist, sondern wie die Wellen im Meer, immer das Gesicht wechselt.

Aber der tieferen, profunderen Sinn dahinter, wie das Wasser, das von den Wellen getragen wird, bleibt ewig gleich.

schlagloch


Hallo Lisa!
Der Vergleich mit den Wellen und dem Wasser gefällt mir für die Sinnsuche gut. Über den tieferen Sinn dahinter, hast du dich nicht geäußert.

Zum Meer habe ich eine besondere Beziehung, gemeint ist das Meer vor meiner Haustüre, an der Küste von Istrien. Hier kann ich beobachten, wie ein Schiff am Horizont langsam auftaucht, die Masten etc., dann eine Weile als Ganzes sichtbar ist, um dann wieder am Horizont langsam zu verschwinden. So sehe ich auch unseren Lebensweg. Wir kommen bei der Geburt, werden zum tatkräftigen Menschen, und verabschieden uns mit dem Alter wieder langsam. Aber von woher wir kommen und wohin wir gehen ist mir ein Rätsel. Dieser Frage gehe ich nach und greife Erklärungen und Antworten gerne auf .

Gruss schlagloch.


Lisa / Website (6.9.07 13:17)
Der tiefere Sinn dahinter bleibt wohl das Ziel unserer Sinnsuche.Der Wunsch weiter zu suchen bringt uns neue Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse. Wenn wir nicht suchen würden, würden wir nicht lernen und daher nicht leben.

Für miche ist alles ineinander verwoben und ergibt den Teppich unserer selbst. Wir sind unsere Suche und unsere Suche bestimmt wer wir sind (oder nicht sind, je nach dem).

Wenn ich das alles auf meine Art in einem kleinen Satz summieren darf, dann…

Lather, rinse, repeat.

Lisa

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