KUNST . GRIFF

Wie und wo spüren wir unsere Seele?  Die Hand oder den Fuß spüren wir, wenn sie schmerzen oder wenn wir sie bewegen. Unsere Psyche spüren wir, wenn wir uns über etwas freuen, oder wenn wir traurig sind. Körperlich spüren wir unsere Psyche wenn unsere Schultern verspannen oder vor Aufregung das Herz klopft. Warum wünschen wir uns ein Weiterleben nach dem Tod, im Jenseits. Unser  Leben auf der Erde ist unvollkommen und beschwerlich, dies wird trotz Fortschritt so bleiben. Wir müssen lernen diese Unzulänglichkeit zu ertragen, mit ihr umzugehen. Wer ist der Mann, der uns ein Paradies verspricht, das nicht von dieser Welt ist. Wenn wir hier gut arbeiten und fleißig sind, dann können wir uns ein irdisches Paradies einrichten. Das himmlische Paradies ist nicht überprüfbar. Ist die Sehnsucht nach einem Himmel in unserem Gehirn oder Genen verankert oder wurde diese Sehnsucht durch Erzählungen geweckt. Ist es die Angst vor dem Nichts, dass unser Hirn zu diesem Kunstgriff greift .
 
Fragen erlaubt.   
 

Kommentar(e)     

Gerhard (10.10.07 00:41)
Heilsversprechungen gibt es viele.
Vielleicht liegt das Glück, so denke ich, in der blossen Annahme des Lebens so wie es nun mal ist.
Nehmen wir Schmerz, Kummer, Not, Ungerechtigkeit , Alter und Sterben einfach an! Sowohl das alltägliche Leiden wie auch die vorbeikommende Freude.
Nichts muß dauern, nichts vollkommen sein, auch Scheitern auf breiter Basis darf sein – was soll es letztendlich.
weichensteller / Website (10.10.07 11:18)
Cioran, den ich in Rumänien besucht habe, schreibt von der völligen Untauglichkeit des Menschen zum Glück. Er hat zwischen den beiden Bäumen gewählt und sich für den Baum der Erkenntnis entschieden, den Baum des Lebens aber vernachlässigt.
Interessant, dass in den Postings Christus mit Buddha einfach gleichgestellt wird. Das entleert natürlich ihre Botschaft, die völlig entgegengesetzt ist.
Aber die Seele spüren wollen, das würde beiden niemals einfallen, das ist ein Widerspruch ad definitionem.
schlagloch /
Hallo Gerhard!
„Nichts muß dauern, nichts muß vollkommen sein, auch Scheitern“, vielleicht verbirgt sich dahinter eine Lebensformel.
Gruss schlagloch.
schlagloch /
Hallo Weichensteller!
Haben wir nicht einen leiblichen Körper mit Geist erhalten, um die Seele spüren zu können? Wenn wir mit unserem leiblichem Körper etwas für die Seele tun können, dann müssen wir mit diesem Körper auch die Seele spüren können.
Gruss schlagloch.
weichensteller / Website (11.10.07 23:11)
Also unser europäischer Begriff von SEELE hat zwei Wurzeln:
1. die griechisch-heidnische, bes. Platon. Hier ist Seele das Eigentliche des Menschen, das die Materie zu Leben erweckt, bzw. nach dem Tod dieser äußeren Hülle weiterlebt.
2. die biblische: nefes im AT, psyche im NT. Grundbedeutung des hebräischen Ausdrucks: Kehle, Schlund, Hals; z.B. „das Wasser geht bis zur Seele“ (=Hals), Ps 69,2) / Seele als Begehren: „meine Seele dürstet nach Gott“, Ps 42,2 / Seele als Leben, Atmen, Atem: Gott haucht Adam Leben ein, „die Seele aushauchen (Jer 15,9); Mk 8, 35 f: seine Seele gewinnen/verlieren / Seele als Person (=sterblich): „möge meine Seele den Tod des Aufrechten sterben!“ (Num 23,10)
In der Bibel ist also mit Seele immer der ganze Mensch gemeint, niemals nur ein Teil (im Gegensatz zu Körper/Leib/Geist…), und die Vorstellung einer Auferstehung NUR der Seele ist überhaupt nicht biblisch: Auferstehung meint den ganzen Menschen!

Und zu schlagloch:
Eine Reflexivität (Selbstbezug, Selbstwahrnehmung, Spüren) der Seele ist nirgendwo je einem Menschen eingefallen, weder in der christlichen Tradition noch in der fernöstlichen. Der Anfang solchen Denkens könnte vermutlich in der Aufspaltung des Menschenbildes in der neuzeitlichen Philosophie gesehen werden, etwa ab Descartes. Dann aber alle Ganzheiten spaltend. Beachte den totalen Bedeutungswandel von Seele/Psyche im 19. Jht bei Freud!

Sowenig zur Begriffs- und Ideengeschichte und zu meiner Zurückhaltung zu Seele und Körper…

Grüße
weichensteller

Gerhard (12.10.07 00:22)
Hier ist der m.E. der Begriff Seele unklar, wird verschieden verwendet. Im popopulären Sinn meint Seele mein innerstes Wesen, den Kern meiner Person, da, wo man mich „findet“.
Seele = eigentliches Ich, mein „Selbst“, das, was mich ausmacht. Und dieser Kern „thront“ fürwahr über „die Teile“, macht „mich“ aus.

petros / Website (16.10.07 15:08)
Wie du schon sagst: Fragen erlaubt.

Antworten (ob nun philosopische, naturwissenschaftliche, theologische…) gibt es viele.

Ich glaube.

LG
Petros

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