DREIECK:schnitte

Dass sich vieles ändert, bemerkt man an den kleinen Dingen des Alltags. Als ich die erste Klasse in der neu errichteten Volksschule in St. Paul besuchte, wurde gegenüber der Volksschule ein kleiner Kiosk mit Schulartikel, Süßigkeiten und Wurstsemmeln eröffnet. Im Kiosk bediente der Sohn vom nahe gelegenen Gemischtwarengeschäft. Sein Wunsch war Schlagersänger zu werden, das Radio war immer eingeschaltet. Jeden Schlager hat er mitgesungen oder mitgepfiffen. Er wurde später Mitglied des Männergesangsvereins und übernahm das elterliche Geschäft. Unter dem Druck der Supermärkte musste er zusperren. Die letzten Arbeitsjahre verbrachte er als Lagerarbeiter in einem Lebensmittelabholmarkt. Er ist kein Einzelschicksal. In vielen Großhandelshäusern findet man Angestellte die selbst einmal einen Laden geführt haben, diesen aber schließen mussten. Sie sind  dankbar einen Job gefunden zu haben und sind die fleißigsten Arbeiter. Nur wenige Kinder konnten sich außer den Schulartikeln noch Süßigkeiten kaufen, heute sind die Kinder mit Süßigkeiten übersättigt. In der Pause tauschten wir Bergbauernkinder unsere Speckbrote gegen die Wurstbrote der Arbeiterkinder.  Die Lehrerin sammelte Obst für die Kinder in Heiligenblut am Großglockner.  

Die Volksschule wurde mit acht Schulstufen geführt, nicht alle Schüler besuchten nach der vierten Klasse die Hauptschule oder das Gymnasium. 

Die Dreieckschnitte.

7 Gedanken zu „DREIECK:schnitte

  1. Bei mir wars so:
    Am Kiosk gabs Kartoffelpuffer. Mit dem Pinsel mit Knoblauch bestrichen. Auf winderlichen Wegen vom abendlichen Turnverein.
    Schlagersänger werden wollte ICH.
    Und von Berufswünschen meiner Mit-Volksschüler wußte ich nichts, und heute kenn ich keinen mehr.
    Meine älteste Bekannte ist meine erste Freundin, die ich kürzlich wieder getroffen habe, und sie wollte genauso wie ich Lehrer(in) werden – und wurde es!

    Willkommen im neues internetten Gewande!
    der weichensteller

  2. Hallo Weichensteller!

    Die Dreieckschnitte hatte, wie es der Name sagt, die Form eines Dreiecks. Sie wurde von einer kleinen Süsswarenfirma „Kindler“ in Villach hergestellt. Auch Stollwerk und Eisbonbons. Eine gute Stimme kann man in vielen Berufen gebrauchen.

    Gruss schlagloch.

  3. hallo schlagloch,

    „Kindler“ hat nie Dreieckschnitten erzeugt, wohl aber Stollwerk und Eisbonbons und weitere 50 Artikel. Woher kennst du die Firma?

    gruss villacher schnitte

  4. Hallo!

    Dein Username „Villacher Schnitte“ weist dich als ExperteIn aus. Trotzdem sage ich, dass Kindler in den siebziger Jahren „Dreieckschnitten“ erzeugt hat. Ich habe die Süsswaren direkt in der „Fabrik“ abgeholt. An den süssen Geruch in der Halle kann ich mich noch gut erinnern, auch an den Herrn „Kindler“, ein etwas „festerer“ Herr.

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo,

    bin nicht nur Experte, sondern auch der Enkel vom Herrn Kindler.
    Kann mich an Dreiecke tatsächlich nicht entsinnen.
    In der Fabrik konnte man nur „Bruch“ abholen, das heisst die Abschnitte von den in Rechtecke geschnittenen Schnitten Dieser Bruch hat alle möglichen Formen gehabt, selten dreieckig.

    gruss VS

  6. Hallo!

    Ich habe bei der Firma Kindler in den siebziger Jahren Süsswaren (Dreieckschnitten, Stollwerk, Eisbonbons usw. ) zum Wiederverkauf gekauft. Bei den Dreieckschnitten waren die Ränder in Schokolade getaucht. Ich habe keinen „Bruch“ abgeholt.

    Gruss schlagloch.

  7. Entschuldigung,

    ich erinnerte mich noch.
    Es handelte sich dabei aber doch nur um Experimente wie auch Schaumtüten. Zuckerstangen und Türkischer Honig. Die Firma ging in Konkurs und vorher versuchte man noch durch (Innovationen?) etwas zu verändern.

    gruss vs

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