KO:piert

Es ist einige Jahre her, dass vergoldete Kugelschreiber, Fotoalben oder Dokumentenmappen aus Leder als Geschenk zum Geburtstag oder für den Vatertag gekauft wurden. Zu diesem Sortiment gehörten auch die Brieftasche und das Führerscheinetui in Lederausführung. Beim Schreibzeug wird heute kaum auf die äußere Form Wert gelegt, es geht darum ob der Kugelschreiber „flüssig“ schreibt, hier setzen sich die Gelschreiber durch. Das Schriftliche wird heute per SMS am Handy oder per Email am PC  geschrieben und versendet. Zum Studienabschluss werden noch schöne Kugelschreiber mit eingraviertem Namen verschenkt. Meistens werden damit Akten, Protokolle und Befunde unterzeichnet. Den „rosa Schein“, so wird der Führerschein wegen seiner rosa Farbe in Österreich genannt, hat eine Plastikkarte abgelöst. Bezahlt wird heute mit einer Kreditkarte, die Menschen haben immer weniger Bargeld in der Brieftasche. 

Die Dokumentenmappe wurde schon seit einiger Zeit von einem gewöhnlichen Plastikordner und einer Packung Klarsichthüllen abgelöst. Weit verbreitet ist heute das Kopieren von Dokumenten, Verträgen und Befunden mit allen Risiken. Veränderungen am Original sind auf der Kopie nicht zu erkennen. Kann man sich damit  eine zweite Identität schaffen. Früher brauchte es eine händisch ausgefertigte Zweitschrift mit Stempel. Bei der Vielzahl von Beihilfen und Förderungen die man in Anspruch nehmen kann, ist es unmöglich überall Originaldokumente beizulegen. Verliert man die Geburtsurkunde, dann verliert man seine Existenz.  

Der kopierte Mensch.

2 Gedanken zu „KO:piert

  1. Die alten Methoden des Lesens und Schreibens verliern an Kraft und Bedeutung. Heut kann man am Computer täuschend echt Tageszeitungen lesen, mit Umblättertechnik, unterschreiben tut man elektronisch. Man kann sich ausmalen, was es in ein paar Jahren an Technik geben wird….

  2. Hallo Gerhard!

    Du hast Recht, wer weis was es in ein paar Jahren an Techniken gibt. Dabei bin ich zufrieden, dass ich über die Grundkenntnisse im PC – Bereich verfüge. Gibt es schon Pläne, jedem Neugeborenem eine Chipkarte einzupflanzen? Mit allen Daten, die man jederzeit ergänzen kann, von Prüfungen, Führerschein, Krankenbefunde bis zur jederzeitigen Ortung wo sich die Person gerade aufhält. Willkommen im Jahre 2099.

    Gruss schlagloch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.