NEON:klaustrophobie

Jetzt liest  man oft das Wort „Sparflamme“, dann denken nur wenige daran, dass damit die Flamme einer Petroleumlampe gemeint sein könnte, die auf niederem Niveau brennt, der Docht ganz zurückgedreht ist. An die Zeit der Petroleumlampen können sich nur mehr wenige erinnern. Meine Tante Paula wohnte in einem Nebengebäude vom Bauernhof, dort gab es kein elektrisches Licht. Sie benützte eine Petroleumlampe. Im Winter sah man am späten Nachmittag das Flackern der Flamme im Fenster. Waren wir mit der Hausaufgabe fertig, dann gingen wir zur Tante. Sie saß im Schein der Petroleumlampe auf einem Stuhl, las in einem Heimatroman oder strickte an Socken und Pullovern. Wir setzten uns auf den Diwan, sie hatte für uns Kinder immer eine Süßigkeit zu Hause. Oft erzählte sie uns oder las uns, eine Geschichte vor. In der Weihnachtszeit verwöhnte uns die Tante mit ihren selbst gebackenen Keksen und solange vorhanden,  bekamen wir etwas vom  Christbaumbehang. Wurde es finster, verabschiedeten wir uns von der Tante, gingen in den Stall und waren dem Vater bei der Stallarbeit behilflich. 

Die meisten Menschen kennen in unseren Breitengraden nur das elektrische Licht, den Schalter umlegen oder moderner, man betritt einen Raum und der Bewegungsmelder schaltet das Licht automatisch ein. Beim Hauseingang oder bei der Garageneinfahrt haben sich die Bewegungsmelder gut bewährt. Durch die Lichtautomatik werden auch unliebsame Leute oder Menschen mit böser Absicht abgeschreckt.  Manche fühlen sich sicherer, wenn ein kleines Licht brennt, es nimmt ihnen die Angst vor der Einsamkeit. 

Ein Spruch sagt: „Licht lockt Leute“. Dieser Spruch bezieht sich in besonderem auf die Schaufensterbeleuchtung, auf  die Neonreklameschriften und -Reklametafeln. In manchen Wohnzimmern oder Schlafzimmern wird es nie mehr ganz dunkel, weil an der Hausecke oder vis-à-vis eine Neonreklame montiert ist. In der Weihnachtszeit kommt die Weihnachtsbeleuchtung dazu. Immer mehr Menschen leiden in dieser Zeit unter einer Neonklaustrophobie, sie fühlen sich durch die allgegenwärtige Beleuchtung ständig beobachtet.

Weihnachtsstern.

4 Gedanken zu „NEON:klaustrophobie

  1. Hallo Schlagloch!
    So manches Mal denke ich, wie es wohl ganz ohne Strom wäre. Man hat uns schon so abhängig gemacht, dass wir ohne Strom kaum noch leben können.
    In mein Schlafzimmer leuchtet auch die Straßenlampe,…aber sont nix. Ist ja auch nur ein kleines Dorf hier.
    ….und wieder geht´s nur um´s Geld, wenn Licht Leute lockt.
    Eine der ältesten Magien der Welt,…..Feuer,…Licht,…..Neon,…leuchten….. und die Werbebranche hat das schon lange erkannt,….ja sie hexen….grins!
    Liebe Grüße,…..und auch Dir ein „Gesundes Neues Jahr“!

  2. Hallo GreyOwl !

    Wie abhängig wir vom Strom sind habe ich, Mitte Dezember, bei den starken Schneefällen gemerkt, als der Strom ausgefallen ist. Bis eine Taschenlampe, eine Kerze usw. organisiert war ist eine halbe Stunde vergangen. Als nach einer Stunde der Strom wieder da war, waren wir alle froh.
    Hexen spielen gerne mit dem Feuer?

    Gruss schlagloch.

  3. „Ein Spruch sagt: „Licht lockt Leute”. Dieser Spruch bezieht sich in besonderem auf die Schaufensterbeleuchtung, auf die Neonreklameschriften und -Reklametafeln.“

    Ganz einverstanden!!!

  4. Ich kenne diese Formel schon ziemlich lange und bin ein großer Befürworter dieses Marketing-Slogans. Die „3 L“ der Werbung sagen einfach und präzise, worauf es in dieser Branche ankommt. Du musst auffallen und begeistern, so gewinnst Du die Aufmerksamkeit der Leute. Du musst über den Kopf an die Geldbörse der Leute! 😉

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