SIEBEN:tage

Es ist einige Jahrzehnte her, dass man die Fünftage-Woche eingeführt hat. Dies hat bewirkt, dass wir mehr Freizeit, mehr Erholung und mehr Lebensqualität bekommen haben. Heute geht der Trend in die Richtung, dass man in den Produktionsbetrieben, bei den Handelsketten, dazu übergeht sieben Tage in der  Woche zu schaffen. So bleibt von der Möglichkeit einen Tag gemeinsam feiern zu können, die sozialen Kontakte zu pflegen, nicht viel übrig. Das Einkaufen ist zu einer Freizeitbeschäftigung geworden, auf die man auch am Sonntag nicht verzichten will. In der Bibel steht, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat und am siebenten Tag ruhte und sah, dass alles gut war. Dieses Beispiel aus der Bibel diente auch zum Schutze des arbeitenden Menschen, der Gemeinschaft, dass man sich einmal die Woche trifft, Spiele und Feste feiern kann.  

Sieben Tage alt ist das Neugeborene vom Neffen und liegt im Kinderbett in der Küche, ganz klein in einer Ecke. Der Kopf ist zur Seite gedreht, die Augen geschlossen, der Mund leicht geöffnet, es atmet. Später öffnet es die Augen, verzieht den Mund, runzelt die Stirn und bewegt den Kopf. Es fährt mit der geschlossenen Faust in das Gesicht, sucht die Augen und öffnet den Mund weit, zum Gähnen. Die Mutter beugt sich über das Kind. 

Einem neugeborenen Kind steht die Welt offen, es bieten sich viele Chancen. In jedem Kind steckt viel Kreativität und Entfaltungswillen. Wir wünschen uns, dass es sich an unsere Normen und Vorstellungen anpasst. In einer Funktionsgesellschaft, Konsumgesellschaft,  in einer  autoritären Gesellschaft  ist das Individuelle ein Problem. 

Im Anfang war das Wort.

6 Gedanken zu „SIEBEN:tage

  1. Hallo Schlagloch!
    Ich frag´mich da immer, wo die Leute das Geld her haben?!
    Das, was ich habe, gebe ich jeden Monat aus, und wenn´s alle ist,….ist noch Monat übrig…. Bis auf ein paar Bücher, kann ich mir für mich ganz persönlich nix kaufen, das andere geht für Essen, oder, wie diesen Monat, für die Brillengläser drauf. Nächsten Monat sind wieder die Medikamente dran.
    Welchen Menschen gefällt es an vollen Schaufenstern vorbei zu gehen, mit so vielen schönen Sachen, und absolut nix kaufen zu können?! Ich geh´nur einkaufen, wenn ich unbedingt muss und kann nur das kaufen, was ich auch wirklich brauche.
    Aber anscheind gibt es immer noch genug Menschen mit genug Geld….denn wenn sie keinen Umsatz machen würde, würden sie ja nicht die Läden auf lassen und ihr Personal bezahlen…
    Ich kenne auch noch die Zeiten, wo ich Samstag bis Mittag arbeiten mußte.
    ….und da brauchen die sich nicht zu wundern,…wenn die Jugend so ist wie sie ist….Den Druck entkommen sie mit Aklohol und Drogen…
    Mein Sohn verkriecht sich in sein Zimmer, und lebt in der virtuellen Welt, die ihm besser gefällt……
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  2. Hallo GreyOwl!

    Dies ist ein Zwiespalt in unserer Gesellschaft. Auf der einen Seite wird so gelebt, als ist das ganze Leben ein Event, Einkaufen, Sport und Festen. Auf der anderen Seite leiden viele unter dem Erfolgsdruck, dem sie nicht standhalten können und flüchten sich in Alkohol, Drogen und Internet. Es gibt kaum noch „Normalität“ im Leben.

    Mir scheint, als ob die Religionen etwas ähnliches wie eine virtuelle Welt sind, in die wir flüchten, die wir als Stütze für unser Dasein brauchen. Viktor Frankl hat gesagt: Der Sinn des Leben ist, das Leben selbst.

    Wir werden sehen, was das Leben für uns im Jahre 2009 bereithält.

    Gruss schlagloch.

  3. auch als nichtchrist finde ich diese entwicklung bedenklich.
    früher noch, als ich mich oft in den usa aufgehalten habe machte ich mich über deren lebensstil lustig, die gigantischen shoppingcenters, das fastfood, die vielen dicken menschen schon im jugendalter, ich war dann immer froh wieder hierher zu kommen wo mir das leben noch beschaulich und lebenswert erschien, nun hat sich das auch hier geändert.
    ich denk der mensch muß erst durch die hölle gehen bevor er erkennt was leben bedeutet!

  4. Hallo Schlagloch,
    das „Individuelle“, das zu erkennen und auszuleben, ist vielleicht eine Sache des Alters. Man eignet sich in Teilen wieder etwas an, das man durch frühe Anpassung verloren hat.

    Gruß
    Gerhard

  5. Hallo Gerhard!

    Wie du schreibst, besteht im Alter die Möglichkeit das „Individuelle“ auzuleben. Das Alter bietet die Chance, noch einmal die eigenen Ideen zu verwirklichen, für eine kurze Zeitspanne.

    Gruss schlagloch.

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