ROM:splitter II

Hat man Haustiere, so stellt sich die Frage, wer versorgt in der Abwesenheit die Katzen, Charly und Undine. Die Absicht, sie in Pflege zu geben, schlägt fehl. Dort geraten sie sich in die Haare und versperren sich gegenseitig den Zutritt zum Fressen und zur Katzentoilette. Sie wollen nicht auf ihren gewohnten Komfort verzichten. Zurück an den Start.   

 

Durch die Toskana verläuft die Autobahn geradeaus. Die Lichter der Häuser, der Dörfer strahlen in das Businnere. Die Lichter in unseren Herzen, alles eine Frage der Organisation. Wir sind froh, als wir im Pilgerhaus am Stadtrand von Rom ankommen, und unsere Zimmer beziehen. Zum Abendessen versammelt sich die ganze Reisegesellschaft im großen Speisesaal. Unser Tisch steht im Sektor B. Die Gespräche mit den Tischnachbarn, wer ist was in der kath. Kirche in Kärnten. Zurück auf die Straßen von Rom, vorbei an hupenden Autos. Eine stark frequentierte Kreuzung, das Geräusch von einem krachenden, schleifenden Blech. Einen Augenblick ist alles ruhig, alle Autos bleiben stehen, die Fußgeher drehen sich um. In der Mitte der Kreuzung liegen zwei gestürzte Mofafahrer. Einer richtet sich auf, der Andere liegt auf dem Bauch, das Gesicht auf den Asphalt. Er hat einen roten Helm auf. Die Räder der Mofas drehen sich weiter. Jemand klopft auf das parkende Auto der Carabinieri am Straßenrand. Die Hilfskette läuft an.  

 

 

Die Busfahrt vom Pilgerhaus Fraterna Domus in die Innenstadt endet oft in einem Stau. Die Zeit nütze ich dazu, meine Tagebuchnotizen zu ergänzen. Die Fragen der Mitreisenden, nachdem was ich aufschreibe, werden immer drängender. Sie vermuten eine Liste und Beschreibung der besichtigten Sehenswürdigkeiten, als Ergänzung zum Reiseführer, manche die Mitschrift von den Erklärungen der Reiseleiterin. Ich sage ihnen, alles was schon im Reiseführer steht, braucht man nicht  wiederholen. An die verschiedenen Kreuzungen kann ich mich nach zwei Tagen gut erinnern. Der Autoverkehr ist ein Kreuz, das wir uns selbst gezimmert haben, jetzt müssen wir mit diesem Kreuz leben. Die Krise der Autoindustrie verlangt von jedem ein Opfergeld.  

 

 

Das Römische Reich hat in seiner Hochblüte Bauwerke für Massen errichtet, wie das Kolosseum und das Pantheon. Triumphbögen für die siegreichen Kaiser. Beim Triumphzug ist der Kaiser von einem Sklaven an seine Sterblichkeit erinnert worden: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staube wiederkehrst“. Sind große Plätze und Bauten gefragt, oder der gute Umgang untereinander. Einen guten Überblick über das Forum Romanum bietet, die Plattform des Denkmals für Vittorio Emanuele II. Ein Bauwerk ohne öffentliche Funktion, ein repräsentatives Bauwerk, als Gegenstück zu den Sakralbauten. Vor dem Pantheon warten die Fiaker auf Touristen, die freien Stühle vor den Cafés auf die Gäste. Die Caféeingänge sind mit Weihnachtsgirlanden reichlich verziert. In der engen Gasse sitzt ein Bettler mit verkrüppelten Beinen auf dem Steinpflaster, jeder muss darüber steigen. Die Jungen essen, auf der Brunnenstiege sitzend, die Nudeln aus einem Plastikteller. Um die Lesachtaler Blaskapelle bildet sich ein Kreis von Menschen und die Polizei hört mit.   

 

 

Die Reisegruppen werden von den Straßenverkäufern belagert. Bei Schönwetter bieten sie Schals, Taschen und Postkarten an, bei Schlechtwetter Regenschirme und Rosenkränze. Manche versuchen es im Dialekt, „alles saubillig“. Für die Mittagspause wird ein gutes Speiselokal angepriesen, ein dreigängiges Menü um € 12.–. Das gemeinsame Mittagessen wird einzeln abgerechnet, beim Zahlen hört sich die Nächstenliebe auf. Vor jeder Basilika und antikem Bauwerk die Verkaufsbuden: Kerzen mit dem Bild vom Petersdom und dem Papst; heilige und antike Statuen; Schneekugeln und Souvenierteller; Rosenkranz; Honig und Likör; Kalender mit Bildern von Michelangelo; Aufnahmen von Benedikt XVI; Bildbände von Rom. Das südliche Leben spürt man am Platz der spanischen Treppe und rund um den Trevibrunnen. Hier vermischen sich die Römer mit den Besuchern. In die nahegelegene Einkaufsstraße kommen Russinnen mit dem Taxi zum Schoppen, für dreißig- bis fünfzigtausend Euro pro Einkauf. Es gibt in Rom antike, heilige, gefährliche und teure Orte. Ein Ort der Buße ist die heilige Treppe, herbeigeschafft aus Jerusalem, die nur kniend betreten werden kann. Die Gläubigen forderten in der frühchristlichen Zeit Beweise dafür, dass Jesus gelebt hat. Es gibt Reliquien vom Blut Christi oder Holzstücke von der Krippe aus dem Stall in Bethlehem.   

 

 

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Charly & Undine. Eine Weihnachtsgeschichte.

 

charly & undine

 

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