GE:schlossen

Zu einfachen Dingen kann man innerhalb einer Partnerschaft verschiedene Einstellungen haben, die auf den ersten Blick unwesentlich sind. Der eine liebt in einem Gastgarten den Platz in der Mitte mit einem rundum Blick, der andere sitzt lieber am Rand, ein Platz um gut zu beobachten. Der eine liebt die Kaffeetasse randvoll, weil er seinen Durst löschen will, der andere genießt den Kaffee in einer dreiviertelvollen Tasse mit Schaum. Zum Frühstück will jeder als Erster die Tageszeitung lesen. Beim Spazierengehen will der eine einen schnelleren Schritt, der andere schlendert gemütlich dahin. Für den einen gehören zu einer Jause dicke Brotscheiben, der andere begnügt sich mit dünnen Broten. Nach dem Mittagessen geht der eine hinaus, er braucht Bewegung, der andere findet die Ruhe auf dem Sofa. Es gibt eine Vielzahl von täglichen Vorkommnissen, die verschieden gehandhabt werden, die für die Existenz völlig unbedeutet sind, aber einmal aus ihrer Bedeutungslosigkeit hervorgehoben werden.

 

Für das Zusammenleben mehr Bedeutung hat die Einstellung, sollen die Vorhänge am Abend geschlossen sein, obwohl es keine direkten Nachbarn gibt oder nicht. Ist es besser, man blickt in die Dunkelheit und findet verschiedene Lichtquellen in der Umgebung oder man schiebt einen Vorhang vor, zwischen draußen und herinnen.

 

Wozu.   

 

 

8 Gedanken zu „GE:schlossen

  1. In einer Partnerschaft ist es besser, nicht alle Einstellungen und Macken zu hinterfragen. Sich zu arrangieren ist der bessere Weg. Wenn das nicht funktioniert, dann erübrigt sich die doch auch die Frage der Partnerschaft.
    LG Isabella.

  2. Ich sehe das anders als Isabella.
    Interessant wäre doch, zu erörtern, wieso dem anderen das Schliessen der Vorhänge so wichtig ist. Man könnte so einiges über das Innenleben und die Seele des Partners in Erfahrung bringen (so er will). Es wäre eine Aufforderung, sich gemeinsam anzuschauen, wie man ist, was einen bewegt und umtreibt.
    Das Vorhangschliessen könnte dazu dienen, daß man durch die Sonne nicht geweckt werden will. Es könnte auch ein starr eingetrichteter Ordnungssinn dahinter sein, der sich vieleicht auch durch andere Dinge zöge – eine gute Gelegenheit, sich die Kindheit anzuschauen. Es könnte auch sein, daß man durch das rituelle Schliessen der Vorhänge sicher stellen möchte, daß man keine Konflikte während des Schlafs in seiner Traumwelt erlebt.
    Alles in allem spannend.

    LG
    Gerhard

  3. das Nebeneinander zu ertragen
    ohne sich im Anderen auflösen zu müssen
    das nebeneinander an der selben Decke nähen
    ohne sich ineinander zu verstricken
    nebeneinander sein
    und sich für Momente
    ineinander aufzulösen
    um dann frisch gestärkt durch das Ähnlichsein
    wieder zwei verschiedene
    sein zu dürfen
    das zeichnet sie aus
    die Liebe

  4. Hallo!

    @ Isabella

    Für dich gehört die Verschiedenheit in der Partnerschaft dazu und du hast eine praktische Lösung, arrangieren.

    @ Elisabeth

    Du zeichnest das Idealbild einer Partnerschaft, sehr schön kunstvoll.

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo Gerhard!

    Die ganze Seele wird man nie offenlegen, offenlegen können. Wer will dies schon, es könnte sein, dass die Gräben kein Ende nehmen. Offene oder geschlossene Vorhänge bezog sich nicht nur auf das Schlafzimmer. Offene Vorhänge, vielleicht ist dies der Traum von einer großen Wohngemeinschaft, die Überschreitung der Norm.

    Gruss schlagloch.

  6. Hallo Schlagloch!
    Ja, ja, da hatten wir doch auch schon so unsere „Schwierigkeiten“!
    In einer Beziehung stolpert man schon oft über derlei „Kleinigkeiten“, die schon mal zu Streitereien führen können, wenn man sich nicht rechtzeitig darüber ausspricht.
    Aber ich bin recht froh, dass wir das jetzt weitestgehend gelöst haben, auch, wenn ich nach wie vor im Wohnzimmer schlafen muss. Alles hat seine Vor- und Nachteile. So kann ich auch gleich „das“ schauen, was ich möchte,….oder,…gar nichts.
    ….und außerdem, habe ich jetzt ein paar „andere“ Probleme.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  7. Hallo GreyOwl!

    Schön, dass du zu Hause bist und hoffentlich bald die „richtige“ Behandlung bekommst. Bei deinen Problemen kannst du über die geschilderten Kleinigkeiten hoffentlich lächeln.

    Gruss schlagloch.

  8. Wieso Gräben? Wenn man um die Untiefen im Menschen weiß, dann kann einen nicht viel erschrecken.
    Eine Alterswohngemeinschaft…das ist schon ne alte Idee. Mit den richtigen Menschen kann das ein Segen sein.

    Gruß
    Gerhard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.