SCHWING:ungen

Beim Ausspannen im Urlaub mache ich mir  Gedanken über das Leben, auch über mein eigens. Dieser Vorgang wird ausgelöst, da ich Anhaltspunkte, Vergleichspunkte, in der Natur oder in den Landschaftsformen finde. Ein Aufenthalt am Meer macht es mir leicht mein Leben mit einem Schiff zu vergleichen. Ein Schiff, welches am Horizont als kleiner Punkt auftaucht, als Mensch der immer größer wird.

Befindet man sich auf dem offenen Meer, ist man den Meeresstürmen ausgesetzt,  beladen mit Waren, den Aufgaben des Lebens. Es ist nicht immer möglich, den geplanten Kurs  beizubehalten. Glück ist, wenn man nach Kursabweichungen wieder auf den Kurs zurückfindet und es nicht zu einer Kollision mit anderen Schiffen kommt. Im Hafen wird man von den Waren, den Aufgaben entladen. Die älteren Schiffe werden im Küstenverkehr eingesetzt, in ruhigeren Gewässern, nicht mehr auf das offene Meer geschickt.

Fährt ein Schiff über das Wasser, breiten sich die Wellen immer weiter aus, bis sie nicht mehr zu erkennen sind, aber im Wasser noch spürbar. Ein aktives Leben hinterlässt Spuren, die lange Zeit sichtbar sind, aber immer schwächer werden. Die Schwingungen bleiben spürbar, sie vereinen sich mit den Schwingungen der Welt. Die Astrophysiker sagen, dass die Strahlung des Urknalls noch messbar ist.

In ruhigen Gewässer.  

5 Gedanken zu „SCHWING:ungen

  1. Bei Familienaufstellungen erfährt man manchmal sehr eindrücklich, wie ein Verhalten eines Vorgängers oft noch über Generationen wirksam ist.
    Die „Schwingungen“, so man den Begriff anwenden will, sind dann also nicht versickert, sondern auf eine bestimmte Weise noch wirksam.

    Gruß
    Gerhard

  2. Hallo Schlagloch!
    Eigentlich finde ich, gerade die ältesten Schiffe haben die schwersten Lasten zu tragen. Junge sind noch leicht und beschwingt unterwegs. Aber die alten Schiffe haben wohl mit der Zeit gelernt, sich an die Last zu gewöhnen….

    Da wir alle miteinander verbunden sind, erreichen uns allemöglichen Schwingungen, erreichen uns alle Auswirkungen getroffener Entscheidungen, von wem auch immer, …auf irgendeine Weise,….bewußt, oder unbewußt…..
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  3. Hallo Gerhard!

    Ich sehe die Nachwirkungen der Schwingungen nicht nur in der Familie, sondern in einem größerem Zeitraum und Umkreis. Hängt auch davon ab, welche Tätigkeit und in welchem Umkreis jemand die Schwingungen verursacht.
    Zu den Auswirkungen im Familienverbund gibt es bei „destillat“, http://kartenlegerin.wordpress.com/2009/05/23/das-geschenk/#comments , eine schöne Geschichte.

    Gruss schlagloch

  4. Hallo GreyOwl!

    Es ist von mir ein „Vorschlag“ die älteren Schiffe weniger zu beladen und im Nahverkehr einzusetzen. Nicht immer wird dies der Fall sein. Mit der Gewöhnung an die Lasten, ist es so wie mit den Schmerzen: Tritt der Schmerz das Erstemal auf, erschrickt man, und mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

    Gruss schlagloch.

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