IM:rausch

Sich einen „Rausch antrinken“, wie der Alkoholmissbrauch im Volksmund genannt wird, war früher auf dem Land etwas Normales und hat auch vieles entschuldigt. Oft ist es passiert, dass es im Rausch unter den Gasthausbesuchern zu einem Streit oder einer Rauferei gekommen ist. Es gab kaum eine Brauchtumsveranstaltung, sei es Kirchtag, Feuerwehrfest oder Faschingsball, wo es nicht eine Rauferei gegeben hat. Am nächsten Tag waren sich die Streitparteien  einig, es war eine besoffene Geschichte, der man nicht viel Bedeutung beigemessen hat. Von dem Einen und dem Anderen hat es geheißen, dass er, wenn er im Rausch heimkommt, seine Frau und seine Kinder schlägt. Auch dies hat man zu den entschuldbaren Vorkommnissen gezählt. Es hat genügt, wenn man es in der Kirche gebeichtet hat und der Pfarrer  einem in das Gewissen redete. 

Heute ist man vorsichtiger und überlegt sich, was man im Rausch macht. Bei einer sogenannten Wirtshausrauferei ist man schnell mit dem Paragrafen Körperverletzung und einer Schmerzens-geldforderung konfrontiert. Bei der Misshandlung von Frau oder Kind kommt es zu einem Verweis aus der Wohnung. Den Pfarrer, der einem in das Gewissen redet, muss man suchen.  In der Kirche diskutiert man über komplexe Glaubens- und Sozialfragen. Im Rausch wird der Blickwinkel enger und beim Überschreiten der Geleise bleibt man dort liegen. 

Böses Erwachen.

5 Gedanken zu „IM:rausch

  1. Hallo Schlagloch!
    Das die Wirkungsweise von Alkohol doch so unterschiedlich ist.
    Wenn ich früher einen ordentlichen geladen hatte, war ich so gut drauf, hab´mich halb tot gelacht, und den ganzen Saal unterhalten…….und auch zu Hause, das heißt, wenn mich Jörg nach Hause gebracht hat, habe ich ihn nicht verprügelt sondern,…hm,…na ja,…Du weißt schon. Wir waren dann alle glücklich!!
    Vielleicht paßt ja der Alkohol nicht so gut zu dem Testosteron. Wer weiß..?
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  2. Hallo GreyOwl!

    Die richtige Menge machts, dann kann man nichts falsch machen.

    Gruss schlagloch.

  3. Hallo Schlagloch,

    in vino veritas
    manchmal sollten wir die Wahrheit
    auch im nüchternen Zustand
    einfach rauslassen
    ganz zur allgemeinen Entspannung
    oder auch zum allgemeinen Entsetzen.
    liebe Grüße
    elisabeth

  4. Hallo Elisabeth!

    „In vino veritas“, gemeint ist wahrscheinlich der Genuß von einem Glas Wein und nicht von einer Bottilie. Die Wahrheit bedeutet meistens Ernüchterung.

    Gruss schlagloch.

  5. Lieber Franz,

    manchmal muss es aber eine ganze Flasche sein.
    Auch wenn das Erwachen böse ist
    und die erkenntnis
    am nächsten Tag wahrscheinlich vernebelt.
    In der Seele kann sich dennoch was bewegt haben.
    So wie jede Droge, die wirken soll,
    ist es natürlich nicht ratsam jeden Tag so zu verbringen…

    elisabeth

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.