MÜLL.plan

Nach einem Stadtbummel durch Rijeka habe ich beim Warten auf den Autobus, der in der Nähe vom Hafen abfährt, eine überraschende Beobachtung gemacht. Mit schnellen Schritten nähert sich dem Hafengelände ein kleinwüchsiges Paar, beide tragen eine Mütze auf dem Kopf und haben einen Spazierstock in der Hand. Die Frau ist schlank, der Herr korpulent und trägt einen schwarzen Müllsack. Zielgerichtet steuern sie die Müllinseln an, öffnen die Müllcontainer und verschaffen sich mit dem Spazierstock einen Überblick über den Inhalt. Gekonnt holen sie die Pfandflaschen aus dem Müll und geben sie in ihren Müllsack. In wenigen Minuten ist eine Müllinsel durchsucht und raschen Schrittes geht es zur Nächsten. Das Paar macht einen ordentlichen, einen sauberen Eindruck und zeigt ein fröhliches Gesicht. Sie haben meine Sympathie, weil sie selbst etwas zu ihren Lebensunterhalt beitragen und sich nicht auf die Fürsorge des Staates verlassen.

Diese Beobachtung erinnert mich an eine Busreise nach Venedig, bei der  wir vom Reiseleiter einen Stadtplan bekommen haben, indem eine Unmenge von grünen Punkten eingezeichnet war. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass  in Venedig die Sehenswürdigkeiten so dicht beisammen sind. Bei näherem Studium des Planes stellten wir fest, dass dieser Plan eine Ausgabe vom Umweltamt war und dass die grünen Punkte die Standorte von öffentlichen Müllkörben waren.

Im Mülllabyrinth.    

4 Gedanken zu „MÜLL.plan

  1. Ich bin auch einer, der in Städten nach Müllkörben sucht, wenn er was wegwerfen will. Ansonsten trage ich den Abfall mit mir weiter rum und entsorge ihn zuhause.

    Gruß
    Gerhard

  2. Ich wiederum hab öfter schon von Menschen gehört,
    die sich aus dem Müll der Grossmärkte ihr Essen holen.
    Nicht mehr frisch genug um verkauft zu werden
    doch viel zu schade um weggeworfen zu werden.
    Das nenn ich gescheit.
    elisabeth

  3. Hallo Schlagloch!
    Ich glaube, da würde man in unserer Mülltonne nicht fündig werden.
    Wir haben noch gelernt den Müll zu sortieren. Mein Vater hat auch neben der Scheune zwei Haufen mit Biomüll, der dann wieder zu Erde wird, die gesiebt, und auf die Gartenbeete gegeben wird.
    Unterwegs schmeißen wir nie was weg, nehme es mit nach Hause und entsorge es dann.
    Papier wird bei uns zu Asche verbrannt und dann erst in die Tonne gekippt.
    Also,….eine ganze „Müllwirtschaft“.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  4. Hallo!

    @Elisabeth. Sozialorganisationen bemühen sich darum, dass Lebensmittelkonzerne Waren, welche nicht mehr ganz frisch sind, aber noch essbar sind, kostenlos verteilt werden. Ein menschenwürdiger Vorgang, als in Mülltonnen zu suchen.

    @GreyOwl. Klingt ganz nach „AWZ“, Abfallwirtschaftszentrum.

    Gruss schlagloch.

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