BLIND:taub

Bei vielen emotionalen Regungen kann man von Rauschzuständen sprechen. Der Volksmund sagt: „Liebe macht blind“, der Hass ebenso. „Taub“ vor Trauer und Glück. Rauschzustände können Symptome wie Heiserkeit, Augenbrennen, Magendrücken oder Schwindelgefühle  hervorrufen. Geistige Symptome, Blindheit im Denken. Wie können wir mit  Rauschzuständen im Alltag umgehen? Im Alltagsleben fehlt uns die körperliche Ausdrucksmöglichkeit, wir müssen uns gefasst benehmen. Wer hat heute die Möglichkeit, wenn er vom Glück überwältigt wird, ganz spontan einen Luftsprung zu machen oder fängt zum Singen an. Bricht einem die Trauer um einen Menschen das Herz, den Schmerz hinauszuschreien. Alles verläuft gefasst, die Öffentlich-keit schaut zu. Man erwartet angemessene Trauer mit Hilfe von Zeremonienmeister. Für den Hass gibt es wenig körperlichen Raum. Man bekommt Entspannungstechniken, Verhandlungen, Vermittlungen angeboten. Es soll kein böses Wort fallen, nicht mit dem Fuß in den Boden stampfen oder eine Tür zuzuschlagen. Der Hass staut sich auf, er macht blind.

 

Blutrausch.     

5 Gedanken zu „BLIND:taub

  1. Grüss Gott Schlagloch,

    das ist richtig beobachted. Mich kümmert die von aussen verordnete Disziplin nicht. Wenn ich wütend bin schrei ich, wenn ich traurig bin weine ich – manchmal so laut, dass die ganze Strasse weiss was bei uns los ist.
    Erregung muss durch Bewegung abgebaut werden – wird das verhindert setzt es sich im Körper fest und macht krank.
    Rehe z.B. rennen im Schock kilometerweit. Wird das verhindert dann zittern sie am ganzen Leib. Wir übrigens auch. Klappern plötzlich mit den Zähnen.

    Liebe Grüsse//Erika

  2. Hallo Schlagloch!
    Von Emotionen kann ich ein Lied singen. Sie tun einfach was sie wollen, reagieren auf eine Situation, ein Wort, einen Blick, und der Körper muss mit. Da gibt es kein, oder nur wenig, zusammenreißen, und wenn tut´s sicherlich nicht gut. Aber,…man sollte sich auch nicht in solche Zustände reisteigern, sonst kommt man da nicht mehr raus und bekommt eine Dauer-Depri.
    Es ist immer ein schmaler Grad, was für einen selbst richtig oder falsch ist.
    Und oft liegt lachen und weinen so nahm beieinander.
    Mal ganz ehrlich, Entspannungsübungen,……wenn uns die Emotionen überwältigen?…..wem glückt das schon?
    Ja, Hass macht blind,…ohne Frage.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  3. Für mich war es einmal sehr befreiend, als ich weinen musste. Ich begrüsse es seitdem immer, wenn es geschehen sollte.
    Es war auch ein besonderes Erlebnis, meinen Vater nach dem Tod meiner Mutter weinen zu sehen. Das ging 3 – 4 Jahre so. Ich hatte nie gedacht, daß er dazu fähig ist. Doch wenn ich weiter zurückdenke, habe ich ihn einmal bei einer bestimmten Art von Musik feuchte Augen bekommen sehen.

    Gruß
    Gerhard

  4. Hallo!

    @ Erika
    Dein Umgang mit deinen Emotionen ist sehr mutig, so öffentlich. Erregungen durch Bewegung abzubauen, ist ein erfolgreiches Modell.

    @GreyOwl

    Beim Erlernen von Entspannungstechniken ist eines der Ziele, diese auch in Notfallsituationen einzusetzen. Dies gelingt nicht immer.

    Gruss schlagloch.

  5. Hallo Gerhard.

    Bei den Männern steht Disziplin an vorderster Stelle, von Kindheit an. In den letzten Jahrzehnten hat sich dies etwas gelockert. Es gibt jetzt Seminare für Männer, der „emotionale Mann“.

    Gruss schlagloch.

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