IM:gebirge III

Auf dem Rückweg bemerke ich neben dem Winterwanderweg einen Neubau. Ein lang gezogener, rechteckiger Betonkörper, mit  einer Glasfront zur Talseite. Der  Anbau, indem sich die Sanitärräume und die Küche befinden, hat eine Verkleidung aus Holzbretter. Der Regen, die Sonne und der Schnee  werden den Brettern zusetzen und er wird sich von den Stallgebäuden der Umgebung nicht mehr hervorheben.  Die Dorfleute haben zu diesem  Bau unterschiedliche Meinungen. Einige Dorfleute lehnen den Bau ab, weil er nicht der Tradition des Tales entspricht , auch wenn sie viel verreisen. Diese beharren in der Fremde zur Jause auf den Surenkäse. Sie suchen in der Ferne die Bestätigung dafür, dass es nirgendwo so gut und so schön ist wie in der Heimat. Viel reisen und eng denken. Die Allinklusiv Urlauber leben in Tunesien genauso wie im Montafon. Sie urlauben mit dem selben Komfort wie zu Hause und unterhalten sich dabei mit Bekannten.  Engstirnigkeit oder Weitsicht ist keine Folge des Reisens oder des Fernsehens, über das Lesen redet niemand. Welche Folgen hat es für einen Vermieter im Montafon, wenn Teile von Südamerika von Überschwemmungen heimgesucht werden oder er nicht in Sibirien war?  Wesentlich ist die Andersartigkeit zuzulassen, egal, ob jemand ein Weltreisender oder ein Bodenständiger ist. Beim Mittagessen  zu warten, bis alle die Suppe im Teller haben und erst dann mit dem Essen zu beginnen.

4 Gedanken zu „IM:gebirge III

  1. Grüss Gott Schlagloch,

    das liebe ich an deinen Texten: Du bringst es immer wieder in ganz eigenen Worten auf den Punkt und berührst mich nachhaltig. Stimme dir voll zu.

    Liebe Grüsse//Erika

  2. Hallo Erika!

    Danke für dein Echo. Ich mache weiter als „Wortsucher“.

    Gruss schlagloch

  3. Hallo Schlagloch!
    Wenn ich reise möchte ich auch die Dinge genießen die dort zu Hause sind…denn genau deshalb reise ich ja, um mal etwas anderes zu sehen, zu essen, zu riechen, zu hören, zu fühlen…..dieS inne anzuregen mit dem Unbekannten. Deshalb wollte ich „keine“ Touristenreise nach Kuba. Ich habe halt einen geheiratet, um das Land besser kennen zu lernen…lach….auch,….wenn´s nicht für immer war, aber die Eindrücke dieser Reise bleiben für immer.
    Liebe Grüße
    und auch Dir einen guten Start in´s Neue Jahr.
    Grey Owl

  4. Hallo GreyOwl!

    Du wolltest die Menschen in Kuba kennenlernen und hast einen Kubaner geheiratet! Direkter geht es nicht mehr. Alles Gute für das nächste Jahr.

    Gruss schlagloch.

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