NOT:ruf

Es gibt viele Möglichkeiten mit anderen Menschen in das Gespräch zu kommen. Die einen probieren es an der Bushaltestelle, beim Einkaufen, im Schwimmbad oder auf einer Ballveranstaltung. Im Berufsleben gibt es die meisten Anknüpfungspunkte. Egal ob man in einer Spedition, als Zugbegleiter, als Fußpflegerin oder in einer Schleifmittelfabrik arbeitet oder neue Telefonanschlüsse herstellt. Beratungsintensive Berufe wie Serviererin, Friseur, Verkäufer oder Versicherungsvertreter haben mehr Kontakte mit anderen Leuten. Bei ihnen hängt der Erfolg damit zusammen, wie gut sie sich in den Kunden hineinversetzten können. Wie weit sie sich gegenüber dem Kunden, der Kundin, öffnen. Jeder Beruf, Tischler, Mechaniker oder Glaser hat seine schwierigen und erfreulichen Seiten. Die Freude darüber, dass man helfen konnte und der Kunde mit der Arbeit zufrieden ist.  Der Umgang mit fremden Menschen im Berufsleben ist eine Praxis, die man auch im privaten Bereich einsetzten kann.

Es gibt Menschen, denen fehlen die Worte, um sich anderen mitzuteilen. Ein gelernter Koch lebt völlig für sich allein. Der einzige Kontakt ergibt sich beim Einkauf im Supermarkt. Da geht es ihm darum anderen einen Fehler nachzuweisen, einen fehlenden Artikel oder ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum zu reklamieren. Beim Essen in einem Restaurant wird die Speise so lange gedreht und probiert, bis er einen angeblichen Mangel im Geschmack oder in der Zubereitung findet. Selten ist es der Fall gewesen, dass er sich über das Essen nicht beschwert hat. Das Hobby des Kochs ist, alle Postwurfsendungen der Handelsketten zu studieren, die Gutscheine auszuschneiden, zu sammeln, sie einzulösen oder an Bekannte weiterzureichen. Sollte ein Artikel nicht mehr lagernd sein, wird  lautstark beanstandet. Gibt es das Katzenfutter, das Waschpulver oder verschiedene Kosmetika im Sonderangebot wird von ihm darüber die Verwandtschaft informiert. Ein anderes mal gibt es eine Information über einen günstigen Stromanbieter oder über einen Abverkauf in einem Geschirrhaus in der Innenstadt. Seine Art im Gespräch zu bleiben ist die Verwandten per Handy über seine Recherche zu informieren. Sein Sprachschatz lautet: Sonderpreis, Sonderangebot, Vitaminrabatt, Räumungsverkauf und Bonuszahlung.

Ein Signal.

8 Gedanken zu „NOT:ruf

  1. Also wirklich! Wir sind da was ganz anderes gewöhnt und beschweren uns eher selten. Und mit solchen unnützen Zeugs kleistere ich mir nicht das Hirn zu. Die Zeit ist mir einfach zu Schade. Es gibt „Schöneres“ zu denken und zu tun….lach….Diese Menschen haben einfach keine Freude….leider….
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  2. Hallo GreyOwl!

    Dies trifft den Kern, „keine Freu(n)de“. Man bekommt keine Antwort auf die Frage: „Was macht dir Freude“.

    Gruss schlagloch.

  3. Sollte mir dieser herr jetzt sympazhisch sein?
    Irgendwie fast grausig oder?
    In Kontakt zu treten mit Menschen,
    sollte es nicht so gut es geht was Freundliches, Schönes ja fast sogar feierliches sein?
    Da schweig ich lieber als Dir mitzuteilen
    was es beim Hofer für coole Sonderangebote gibt.
    liebe Grüße
    elisabeth

  4. Ich sehe das nicht so kritisch. Wir haben alle unsere Schrullen, mehr oder weniger.
    Der Mann sucht halt auf diese Weise Anerkennung und Bedeutung zu erlangen. Andere versuchen das durch besondere Fertigkeiten, durch Intelligenz, durch Achtsamkeit und Nettsein, durch Zuverlässigkeit oder sonst irgendetwas anderes.

    Gruß
    Gerhard

  5. Hallo Elisabeth!

    Für die neue Version von WordPress war ein Serverumzug notwendig und dadurch werden die Umlaute nicht richtig dargestellt. Die „Folgen“ werden behoben.

    Für Menschen könnte ein „Serverumzug“ auch überraschende Folgen haben.

    Gruss schlagloch.

  6. Grüss Gott Schlagloch,

    so betrachtet hat wohl die Frau, die mir im Lidl an der Kasse förmlich am Arsch klebte, nur ein Gespräch gesucht…
    und ich war böse zu ihr.

    Liebe Grüsse//Erika

  7. Hallo Erika!

    …an ihren Taten werdet ihr sie erkennen.

    Gruss schlagloch.

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