JUBILÄUM:spiel

Anlässlich des zehn Jahresjubiläum seit  der Jahrtausendwende hat sich in der Verwandtschaft ein Frage- und Antwortspiel entwickelt. Um der Geschwindigkeit, mit der diese Jahre vergangen sind, etwas von der Grausamkeit zu nehmen, fragt man sich gegenseitig, was einem in den letzten zehn Jahren am meisten Freude gemacht hat. Von den Unfreuden,Gott sei Dank gibt es keine größeren Unglücke, will man nicht reden. Die Ereignisse fallen ganz unterschiedlich aus. Die jüngere Generation hat viel erlebt, Hochzeiten, die Geburt von Kindern, Schulanfang, Wohnungswechsel, neue Autos und den Wechsel der Arbeitsplätze. In der mittleren Generation spürt man die Langeweile, man hat im Konsumleben seinen Platz gefunden und einen Wohlstandsbauch angesetzt. Dazwischen mischt sich die Sorge, dass die geschaffene Idylle Sprünge bekommen könnte. Die Wirtschaftskrise den Arbeitsplatz gefährdet, die Partnerschaft durch Außenstehende oder vom Partner selbst zerstört werden könnte. Der Partner eine neue geistige oder körperliche Herausforderung sucht, um die Langeweile zu durchbrechen. Bei den älteren Angehörigen herrscht darüber Verwunderung, dass zehn Jahre vergangen sind,  es entsteht Panik.

Bezieht ein  Alleinstehender eine neue Wohnung, müsste es nach meinen Erleben dazu führen, dass er sich Gedanken macht, ob es erfüllend ist, wenn er allein bleibt. Wäre es nicht schöner die Freude, über eine neue Wohnung, mit jemand anderem zu teilen. In Zukunft zu zweit  den Abend und das Wochenende zu verbringen. Es gibt Menschen, die sind sich allein genug, die in Abrede stellen, dass sie jemanden brauchen. Die Gefühle für andere verweigern,sie würden sich nur gestört fühlen, müssten auf jemanden anderen Rücksicht nehmen. Das einzige Sprachrohr ist das Telefon, zu den Heiligen Zeiten, Weihnachten und Ostern.

Schutzbehauptung.

5 Gedanken zu „JUBILÄUM:spiel

  1. Hallo Schlagloch,
    iIch lebe zwar in einer Partnerschaft und diese tut mir gut – aber ich erinnere auch die lange Zeit des Alleinseins. Das hat eine Qualität und ist nicht nur ein Mangel, keinesfalls.
    Ich spürte sogar manchmal einen Neid seitens der Paare – wie frei er sein Leben leben kann! Und es gab und gibt ja genug Leute, mit denen man sich treffen kann, mehr als einem lieb ist.
    Jetzt, in der Partnerschaft, pflege ich viel weniger Kontakte als früher, was schade ist. Das hat stark gelitten!

    Für den Preis der Nähe und des Austausches und des Sich-mögens muß man in anderen Dingen kürzer treten.

    Gruß
    Gerhard

  2. Als Jesus am Kreuz stirbt, verfinstert
    sich die Sonne, berichtet das Evangelium.
    Auch gegenwärtig ist eine
    Sonnenfinsternis angekündigt. Sie soll
    nicht überall gleichmäßig eintreten.
    Aber: glauben Sie, daß es eine einfach
    bestimmbare geographische Richtung
    gibt, die zur theologischen Festlegung
    des auch 1997 u.Z. nicht festgelegten
    Osterdatums dienen kann?
    Siegfried P. Posch

  3. Hallo Gerhard!

    Eine Partnerschaft ist immer ein Schenken und Empfangen. Jeder Zustand, ob allein oder zu zweit hat seine guten und schlechten Zeiten. Ist man als Single offen für andere Menschen, kann es eine schöne Zeit sein. Verschließt man sich aber allen anderen Menschen, kann dies zur Qual werden.

    Gruss schlagloch.

  4. Ich kenne ein paar Menschen, die haben sich fürs Alleinsein entschieden, weil sie es nicht ertragen können, einen Spiegel vorgesetzt zu bekommen.
    Eines ist klar: zu zweit wird es enger, zumindest fürs eigene Ego.
    Wenn man an Wiedergeburt glaubt, hat man zumindest noch die Möglichkeit, anstehende Entwicklungsprozesse aufs nächste Leben zu verschiebe.
    Gscheiter wäre es vielleicht jetzt, aber manchmal hat das Leben alle Kräfte aufgebraucht…

    ganz liebe Grüße
    elisabeth

  5. Hallo Elisabeth!

    Das Leben braucht die ganze Kraft, wer will schon kraftvoll sterben.

    Gruss schlagloch.

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