CAFE:kultur

Die Wiener sprechen gerne von einer Kaffeehauskultur. Gemeint ist damit in Ruhe einen Kaffee zu trinken, eine Tageszeitung zu lesen oder sich mit Freunden zu unterhalten. Der Ober begrüßt einen mit dem Namen und man bekommt seinen Kaffee serviert. In Wien gibt es einige Kaffeehausinstitutionen wie das Café Sacher, das Café Landmann und das Café Hawelka. Das Café Sacher ist eine touristische Institution und gehört zu Wien wie der Stephansdom. Dort herrscht ein Besucheransturm und mit der Gemütlichkeit ist es vorbei. Legende ist das Café Hawelka, wo viele Künstler, Schriftsteller, Maler und Schauspieler seit seinem Bestehen verkehren. Die Einrichtung, die Wände und die Decke, alles ist in schwarz gehaltenen. Dort werden sich die zum Schwarzsehen geneigten Künstler wohlfühlen. Gerne erwähnt wird, dass sich viele Wiener Literaten in die Caféhäuser zurückziehen und dort ihre Texte schreiben. Vieles, das beim Wiener Kaffeehaus angepriesen wird ist nostalgieverhaftet und wird nicht von allen geschätzt. Die Jugend hat es lieber modern gestylt, mit einer Videoleinwand und lautstarker Musik.

Im Café Mitsche, im Stadtteil Völkendorf in Villach, wird auf einem Folder auf diese Kaffeehauskultur hingewiesen: „Ob in einem Café zu schreiben, wie es viele berühmte Literaten dieses Landes taten oder zu lesen, beides ist für uns Ausdruck österreichischer Kaffeehauskultur. Deshalb bieten wir in unserem Lokal neben den Tageszeitungen auch Bücher an, um darin zu lesen und zu schmökern. Es ist erlaubt ein Buch mit nach Hause zu nehmen und zu behalten, wenn man im Gegenzug ein Buch dem Café zur Verfügung stellt.“ Für Völkendorf ist dies ein Novum. Es ist zu wünschen, dass sich die Bücher austauschen und mancher Besucher außer zu der Tageszeitung auch zu einem Buch greifen wird. Vielleicht gibt es den einen oder anderen Villacher Literaten, der hier seine Gedanken zu Papier bringt.

Lesekultur.

12 Gedanken zu „CAFE:kultur

  1. klagenfurt ist bekannt als die einzige landeshauptstadt ohne bücherei, dafür mit einem millionenteuren stadion das keiner braucht.
    umso besser das es so ein lokal gibt, gut für kärnten!

  2. Hallo Peter!

    Die Zukunft des überdimensionierten Stadions ist unklar, es war eine Doppelnummer zu groß. In Kärnten hat man eine Politk der „großen Nummern“ gemacht, jetzt soll gespart werden.

    Gruss schlagloch.

  3. Eines meiner Lieblingsbuecher ist das von Fritz Muliar ueber Kaffee und Kaffeegenuss. Ich habe sogar das eine oder andere Cafe, was von ihm empfohlen wurde, aufgesucht.
    Fritz Muliar hat auf die Frage“ Einen Kaffee?“ stets mit „Immer!“ geantwortet.

  4. In Graz gibt es ein spezielles Café, dessen
    Atmosphäre sich für das Konzert eines Kärntner
    Singkreises eignen würde, der mich zuletzt
    zu einer Probe einlud (ich folgte der Einladung).
    Nur, welches Lied ist schöner: „A Nachtigall
    schlagt auf kan Tannenbam“ (davon wäre eine
    Fassung aus Oberbayern und eine aus
    Niederösterreich bekannt) oder aber „Und
    a Waldbua bin i“? Richtig singt die letzte
    Strophe des Liedes „Und a Waldbua bin i“
    Hansi Hinterseer: „Aba Dianei sei gscheid,
    … nimm an Buam mit an Geld, hast a Freid
    auf da Welt!“ Die Version „Nimm kan Buam
    mit an Geld“ completely misses the point.
    Siegfried P. Posch

  5. Grias Gott Schlagloch,

    wenn i amol ge Wien komm‘ noch gang i ’nei, ins Hawelka.
    Hab grad Bilder auf Google angeschaut.

    Die Idee mit den Büchern ist toll! Wir haben schon mal per Stadtbus und Bahn Bücher unter die Leute gebracht.

    Liebe Grüsse//Erika

  6. Hallo Erika!

    Die Stimmung im Cafe Hawelka ist bestimmt einmalig. Ich habe einmal in Graz in der Strassenbahn Texte vorgelesen. Dies war eine Veranstaltung vom Forum Stadtpark.

    Gruss schlagloch.

  7. Cafés. In Graz: chinesische, türkische, afrikanische
    Restaurants. Ein Mitarbeiter eines China-Restaurants
    in Graz-Eggenberg wollte zuletzt von mir partout
    kein T r i n k g e l d annehmen, obwohl hiezu vielleicht
    der Grund eher bestanden hätte als irgendwo.
    Wie entscheidet man hinreichend verbindlich
    und gebotenem Takt Rechnung tragend, was korrekt
    sein könnte?
    Ein China-Restaurant besuchten wir zuletzt auch
    im nach „Albanus von England“ benannten Ort unweit
    von London. Feste für „Albanus“ werden genannt:
    „20. Juni“ zuerst – und „2. August“.
    Siegfried P. Posch

  8. Hi,

    in Wien gibt’s inzwischen eine tolle Buchhandlung mit integriertem Café: Das „Literaturbuffet“.

    Mir persönlich ist diese Variante lieber als die Herborge- oder Tauschaktion; da ich dann befürchten würde, dass viele „tolle“ Bücher gegen vergleichsweise entbehrliche getauscht würden. Aber vermutlich ist dieser Skeptizismus eine Last des Großstädters…:)

  9. Hallo DerSinn!

    Ich werde jedenfalls beobachten, wie sich der „Bücherstand“ verändert oder ob alles beim Alten bleibt. Sind Großstädter von Haus aus skeptischer?

    Gruss schlagloch.

  10. Ich denke eigentlich schon – vermutlich weil in einer größeren Anzahl von Menschen auch ein größerer Prozentsatz an solchen zu finden ist, die Systeme wie dieses ausnutzen (wie beschrieben natürlich, gegen das Ausnutzen nach Intention des Urhebers wäre ja nichts einzuwenden…).

    Man denke nur an die Anfänge des „CityBike“ – und warum man in Wien zunehmend Sicherheitsmaßnahmen ergreifen musste…

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