VER:ständigung

Die Völkerverständigung im Dreiländereck wird durch unterschiedliche Aktionen gepflegt. Es gibt gemeinsame Veranstaltungen auf sportlicher und musikalischer Ebene, eine grenzübergreifende Zusammenarbeit der Feuerwehren. Dabei gibt es  Unterschiede, ob es sich um die italienische oder die slowenische Nachbarschaft handelt. In der Zeit nach der EU Erweiterung hat man die Vorteile darin gesehen, dass wir im Nachbarland billiger tanken und essen konnten. Auch die Zigaretten waren günstiger, die Bevölkerung jenseits der Grenze verstand deutsch. Der Manager vom Alpen-Adria-Einkaufscenter meint, dass gemeinsames shoppen zur Völkerverständigung beiträgt. Zu den Slowenen herrscht bei vielen Menschen ein gewachsenes Misstrauen. Die Aneignung eines Wortschatzes setzte ein, als die Nachbarn als Touristen und Konsumenten nach Kärnten gekommen sind. Spricht man über die Nachbarn, dann wird der Ausdruck, dies ist ein Ausländer, weggelassen.

Vor der EU- Erweiterung hat man in der oberitalienischen Region ein nahes Urlaubsgebiet gesehen, den Menschen blieb man auf Distanz. Bei Reisen nach Italien wurde man vor Taschendieben, Autoeinbrüchen und der Gefahr, dass man beim Kauf übervorteilt wird, gewarnt. Anfang der achtziger Jahre wurde ich im Kanaltal durch Fremdverschulden in einen Verkehrsunfall verwickelt. Die beteiligten Personen waren: Ein italienischer Fernfahrer, eine holländische Urlauberfamilie und ich. Der Wohnwagen der Urlauberfamilie wurde vom italienischen LKW überrollt und in seine Einzelteile zerlegt. Die Teile des Wohnwagen, die Bekleidung, Geschirr, Lebensmittel und das Spielzeug waren über die ganze Straße zerstreut. Bei meinem Auto wurde durch den Aufprall auf den LKW der Motorraum zusammengestaucht und das holländische Auto hat meine Fahrerseite eingedrückt. Ich erlitt Prellungen und Hautabschürfungen. Es war eine der Hauptverkehrsstraßen nach Italien, deswegen wurde die Straße von Einsatzkräften schnell freigemacht und die beschädigten Fahrzeuge in die nächste Werkstatt abgeschleppt. Ich trat mit dem Zug und per Autostopp die Heimreise an. Zu hause prophezeite man mir, dass bei meinem Auto alles was möglich ist gestohlen wird:  Das Autoradio, die Reifen, eventuell die Sitzbänke und andere verwertbare Teile.  Ich wusste nicht  genau, wie stark mein Auto beschädigt war. Als ich nach einer Woche im Kanaltal in der Autowerkstätte eintraf, fand ich mein Auto beschädigt aber komplett vor. Nichts ist gestohlen worden. Das Auto wurde mit einem Abschleppwagen nach Kärnten überführt. Nach diesem Erlebnis dachte ich über die Vorurteile gegenüber den Nachbarn nach.

Grenzgebiet.

4 Gedanken zu „VER:ständigung

  1. Bei der Bundeswehr durfte ich eine wichtige Erfahrung machen. In meiner Kompanie war ein sehr dem Alkohol zugeneigter, großer aber körperlich wackliger Kanmerad mit einigen Zahnlücken im Mund. Von den Zähnen waren viele gelb oder Stummel. Also normalerweise jemand, von dem man zurüvckweicht.
    Er lieh sich ein halbes Dutzend mal kleinere Summen von mir aus.
    Ich bekam das Geld immer zurück, auch ohne Aufforderung (höchstens mal die Frage, ob er mir noch was schulde) – auch wenn es mal 2, 3 Wochen dauern konnte.
    Dieser äusserlich nicht sehr ansprechende Mensch hatte Sensibilität im Gesicht, eine ruhige Stimme und war respektvoll. Er hätte aufgrund meiner Lebensunerfahrenheit locker „nach unten“ weitertreten können – hatte aber dazu offenbar überhaupt keine Lust oder Veranlassung.

    Gruß
    Gerhard

  2. Hallo Gerhard!

    Viel über Sympathie oder Antipathie, entscheidet das Äußere, heute mehr als vor Jahren. Dabei kann man sich oft irren. Ähnlich verhält es sich gegenüber anderen Volksgruppen. Nur der persönliche Kontakt macht sicher.

    Gruss schlagloch.

  3. Zu „Rücktritt Köhler“ auf dem Gästebuch der Stadt
    Graz (Rathaus) – „02.06.2010, 09:52“ – und dem
    „Kommentar“ vom „01. Juni 2010 um 08:41“ auf
    auf dem Blog „schlagloch ver:ständigung“ in Kärn-
    ten über einen Soldaten der deutschen Bundeswehr
    und zum „Leserkommentar“ von „Dr. Siegfried P.
    Posch (Graz)“ zum Artikel „Chaos vor der Ampel“
    auf der „Tageszeitung“, Berlin – „02.06.2010 06:17“

    In Deutschland wird ein Bundespräsident vom Volk
    nur in hohem Maß indirekt gewählt, soll aber trotz-
    dem die auffallend genau gleiche Autorität ausüben
    wie ein österreichischer Bundespräsident, der direkt
    vom Volk gewählt wird. Liegt hier nicht das auffal-
    lend genau gleiche, ganz große Rätsel vor wie im
    Johannesevangelium (in Österreich hat die „Bibel“
    eine Schulbuch-Nummer) – 7,37-52: Jesus ist er-
    folglos gegenüber den Gebildeten im Staat, über-
    zeugt aber ausgerechnet das ungebildete Volk
    durch seine Art, Sprache zu handhaben. Mit einer
    christlichen r e c h t s s t a a t l i c h e n Lehre zu
    argumentieren überläßt Jesus hingegen seinem
    übervorsichtigen, subtilen Schüler Nikodemus. Nun
    haben wir einen globalen Rechtsstaat wohl nicht
    vor dem Jahr 1700 u.Z. Durch welches Ereignis
    welches Jahres nach 1700 träte der moderne
    Rechtsstaat in der Tat in eine präzise Beziehung
    zum Johannesevangelium?

  4. „Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen“ bekennt
    sich – als Knaben-Pädagogin? – zum Fußball-Klub
    „FC St. Pauli“: das steht in einer deutschen
    Druckschrift vom „16. Mai 2010“, die hier auf
    dem Tisch liegt. Beachtung fand zuletzt ihr
    Interview „Maria war keine Jungfrau“ – „15.05.
    2010“ – auf der „Tageszeitung“, Berlin. Dort
    bekennt sie sich zu dem Gottesnamen „Gott der
    Brüste“. Das könnte der – verschwiegene – Na-
    me des Engels sein, den Jakob im Ringkampf be-
    siegt. Dadurch nimmt Jakob das Gelobte Land
    für seine zwölf Söhne in Besitz. Kann nicht
    gedacht werden, daß von hier die düster drohende
    Vermengung von Gegnerschaft gegen den Staat
    Israel und Antijudaismus – „Antisemitismus“ –
    ihren Ausgang nimmt, vor welcher jetzt auch
    die oben genannte deutsche Druckschrift
    warnt? Der Gottesname Jakobs und die Gottes-
    namen Abrahams: Isaaks Vater Abraham kennt ins-
    besondere den Namen eines „Höchsten Gottes“ –
    wirken nun aber nicht die Gottesnamen Abrahams,
    weil in der „Bibel“ (sie hat in Österreuch ei-
    ne Schulbuch-Nummer) sich selbst der Spartaner-
    könig Areios als Nachkomme Abrahams bezeichnet,
    einem Antijudaismus entgegen? Das habe ich zu
    fragen.

    Bestimmt u.e. zu dem „Leserkommentar“ vom
    „03.06.2010 08:34 UHR“ zum „Rücktritt Köhler“,
    zum Artikel „Rücktritt mal anders“ auf der „Ta-
    geszeitung“, Berlin, für das Kontaktformular
    „landesregierung oberösterreich“ (zu meiner
    Korrespondenz mit der „antisemitschen“ Partei
    „BZÖ“ von Landeshauptmann Dr. Jörg Haider)

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