KUR:termin

Wer der Meinung ist, dass es bei den Kuranwendungen wie Massagen, Fangopackungen oder Unterwassergymnastik darum geht die Beschwerden des Bewegungsapparates zu mildern, trifft nicht den ganzen Zustand. Die Beschwerden haben eine Vorgeschichte und diese liegt nicht allein bei der körperlicher Arbeit.  Auch die schwindende Elastizität oder eine ungeschickte Bewegung verursachen in den Gelenken Probleme. Manche Verspannungen haben ihre Ursache in seelischen Zuständen. Es können  zu viele Verpflichtungen sein, die man sich auf die Schultern geladen hat oder es drücken unheilvolle Sorgen auf die Brust, dann nehmen die Muskelschmerzen in diesen Bereichen zu. Zu der Gymnastik und der Massage brauchen die Kurgäste das Gespräch. Da die finanziellen Möglichkeiten der Krankenkassen weniger werden, gibt es im Rahmen eines Kuraufenthaltes für den degenerativen Formenkreis keine Gesprächstherapie.

So wenden sich Kurgäste an andere Kurgäste und erzählen beim Kaffeetrinken, zwischen zwei Behandlungen, von ihren schweren Belastungen. Man lässt dem Gegenüber keine Zeit für ein lockeres, erfreuliches Gespräch. Die Menschen wollen sich von dem befreien, was sie am meisten bedrückt. Eine ältere Frau erzählt, dass die Kinder halbtags auf ihren Mann schauen, damit sie die Möglichkeit hat eine ambulante Therapie im Kurzentrum zu machen. Seit drei Jahren muss sie ihren Mann pflegen, waschen, füttern, und WC führen. Obwohl sie tagsüber immer in seiner Nähe ist, redet er seit Jahren kein einziges Wort mit ihr. Alles ist so gekommen, seit er vor drei Jahren in altersmäßigen Zustand in das Krankenhaus musste, um die Medikamenten gegen Alzheimer abzustimmen. Ihrer Meinung nach wurde er während des Aufenthalts mit Medikamenten zugemüllt und dabei ein Schlaganfall übersehen. Abgemagert, hilflos und sprachlos ist er nach Hause gekommen und wird jetzt von ihr und den Kindern gepflegt. Der nächste Therapietermin.

5 Gedanken zu „KUR:termin

  1. Friedrich Weinreb, der Autor der Bücher VOM SINN DES
    ERKRANKENS und BUCHSTABEN DES LEBENS, gibt den
    Zahlen besondere Bedeutung; ich erinnere hier nicht zum
    ersten Mal daran. Nun äußerte mir gegenüber zuletzt je-
    mand die Vermutung, „23“ sei die „Zahl der Herrlichkeit“.
    Kann auf irgendeiner Seite begründet bestätigt werden,
    daß eine solche Vermutung nicht okkulte Beliebigkeit ist?
    Im hier auf dem Tisch liegenden Exemplar des Buches
    BUCHSTABEN DES LEBENS steht, mit der Hand geschrie-
    ben: „F. Weinreb“.

  2. Es gibt Leute, die in ihrem Leben MEHR als 3 Jahrzehnte gepflegt haben. Zuerst den Vater alleine, dann die Mutter alleine, dann den Ehemann.
    Man stelle sich das vor.

  3. Hallo Gerhard!

    Manche Menschen leisten in der Pflege übermenschliches. Man kann sich dies gar nicht vorstellen, solange man (noch) nicht selbst betroffen ist.

    Gruss schlagloch.

  4. Kur ist heutzutage schon lange nicht mehr Kur. Sie dient einzig und allein nur noch dazu festzustellen, wie weit man wo noch in der Arbeitswelt eingesetzt werden kann. Um den Menschen und seine Gesundheit geht es nicht…..und um die Ursachen der Schmerzen so wie so nicht.
    Da sollten die Menschen doch lieber zur Schamnin/zum Schamanen gehen, da wird ihnen wenigstens „ganzheitlich“ geholfen und das nicht nur mit Pülverchen und noch mehr Stresserei.

    …und ganz ehrlich, seitdem ich meine Gesundheit in die eigenen Hände genommen habe, geht es mir immer besser….

    Verzeih, ich hab´da vielleicht ein wenig harte Meinung dazu,….aber auch nur aus Erfahrung. Hab´eben schon genug mitgemacht.
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  5. Hallo GreyOwl!

    Das es in meiner Umgebung einen Schamane/in geben könnte, davon weis ich nichts. Es ist auf alle Fälle hilfreich, wenn man sich zusätzlich zur ärztlichen Behandlung um die eigene Gesundheit selbst kümmert. Es ist auf jeden Fall lebenswerter, wenn man einer Beschäftigung nachgehen kann, halbwegs gesund.

    Gruss schlagloch.

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