GE:hört

Der Heilungsprozess, angeregt durch einen Kuraufenthalt hört nicht mit der Kur auf, sondern setzt sich nach der Kur fort. Dies bedeutet kein Vertrösten der Kurgäste, die oftmals während den Behandlungen über mehr Beschwerden klagen als vor der Kur, auf später. Die Kurärztin verweist bei der Abschlussuntersuchung darauf, dass sich die Kurerfolge in vier bis sechs Wochen nach der Kur zeigen, dies sei wissenschaftlich erwiesen. Aus der Erfahrung weis man, dass sich manche Verspannung nicht durch die  verordneten Therapien, sei es Galvanisation, Moorbad oder Wassergymnastik lösen, sondern indem sie sich Gehör verschaffen, dass ihnen jemand zuhört. Ein Ort sich Gehör zu verschaffen mit der Aussicht, dass jemand zuhört, ist in Bad Vigaun der Kurheurige Georg. Es ist dort am Abend nicht einfach, das man gehört wird, weil das Stimmengewirr ist groß. Alle hoffen darauf jemanden zu finden, der ihm zuhört. Viele der Kurgäste sind Pensionisten und diese klagen schmerzlich darüber, dass ihnen niemand mehr zuhören will, obwohl sie eine Menge an Erfahrungen gesammelt haben.  Auch ist es jetzt möglich manches auszusprechen, was man früher aus Rücksicht auf seinen Arbeitsplatz, seine Kollegen, auf eine Geschäftsbeziehung oder auf  einen Kredit nicht ausgesprochen hat. Viele meinen,  ist man aus dem Arbeitsprozeß ausgeschieden, wird man in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrgenommen. Jetzt ist der Kurheurige  eine der wenigen Möglichkeiten sich auszusprechen und viele nützen dies  in großem Umfang. Es kommen in unserer Gesellschaft in der Regel nicht diejenigen zu Wort die wesentliches zu sagen haben, sondern jene, die sich mit rücksichtslosen  Methoden Gehör verschaffen.

Das Zusammentreffen von Menschen aus den verschiedensten Orten Österreichs kann auch dazu dienen, um  festzustellen, was kennt man in anderen Orten vom eigenen Ort. Über die Ortsgrenze hinaus bekannt ist das Wirken des Grenzlandchores und ein ehemaliger Akteur beim Villacher Fasching. Sie sind sozusagen die Aushängeschilder des Ortes. Faschingskrapfen.

3 Gedanken zu „GE:hört

  1. Grüss Gott Schlagloch,

    du hast in allen Punkten Recht. Genauso ist es. Was hatte ich für ein Glück, dass ich meinen Kurzuhörer mit nach Hause nehmen konnte und so nachhaltig
    was von der Kur habe. So zu sagen zehre ich immer noch von der Kur die mir im letzten Jahrtausend verordnet wurde.

    Liebe Grüsse//Erika

  2. Hallo Erika!

    Ich bobachte und schreibe es auf. Geben mir andere „Recht“, das bedeutet, dass ich die Situation richtig erfasst habe, freue ich mich darüber.

    Gruss schlagloch.

  3. Jesus ist zwar ein Frauenfreund aber zugleich der von
    der Frau am meisten gehaßte Mensch. Jedoch: hätte Jesu
    Apostel Petrus seinen Herrn in der Stunde des Hahnen-
    schreis und als die Magd des Hohepriesters Petrus droh-
    te, retten können? Was spricht dafür? (Das ist eine Ant-
    wort auf „-noricus-“ auf dem Blog „auf christus schauen“.)

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