MILCH:brot

In einer italienischen Tageszeitung konnte man die Schlagzeile lesen: „Es scheint, dass die Hölle leer ist“. In meiner Jugend war der Ausdruck „Todsünde“ noch üblich. In der Kirche hat bei der Bestrafung der Sünder eine Trendwende eingesetzt. Es wird  nicht mehr der strafende Gott, sondern der verzeihende Gott in den Vordergrund gerückt. Eine Episode, die gerne während des Mittagsessen in Bildungshäusern erzählt wird: Petrus serviert den wenigen Bewohnern des Himmels das Mittagessen. Es gibt seit  Jahren täglich nur Milch und Brot. Durch ein Fenster kann man beobachten, dass einen Stock tiefer, in der Hölle, die feinsten Speisen serviert werden. Dort gibt es zum Mittagessen verschiedene Fleischgerichte, alkoholische Getränke und als Nachtisch Mehlspeisen. Ein Himmelsbewohner fragt Petrus, wie  kommt es, dass wir nur Milch und Brot bekommen, während sie in der Hölle mit Fleischgerichten und alkoholischen Getränken verwöhnt werden. Petrus antwortet: „Für uns wenige zahlt es sich nicht aus zu kochen“.

Ähnlich verschieden war die Stimmung bei einem Aufenthalt in einem Kurzentrum. Ist man durch den Speisesaal der Kassenpatienten gegangen, gab es dort Hintergrundmusik und man erlebte fröhliche und gesprächige Menschen. Betrat man den Privatspeisesaal, dann saßen Kurgäste an Einzeltischen, in die Zeitung vertieft. Jedes Geräusch von Gabel und Messer war im ganzen Restaurant zu hören. Wurde zwischen Bedienung und Gast gesprochen, dann geschah dies im Flüsterton. Jetzt kann man sich überlegen, welche Menschen haben sich beim Essen wohler gefühlt.

Zu ebener Erde und im ersten Stock.          

2 Gedanken zu „MILCH:brot

  1. Ja, die Menschne haben eh alles in´s Gegenteil verkehrt,…warum nicht auch das. Und dieses gekünstelte Getue mit zig Regeln, die man zu beachten hat….grrrr….Da lieber Mensch sein und reden dürfen, was einem auf der Zunge liegt…..und aus dem Herz kommt….
    Liebe Grüße
    Grey Owl

  2. Mitten zwischen den Seen des Dreiländerecks
    „Salzkammergut“ liegt Bad Ischl – als „sommer-
    lischer Mittelpunkt der [‚k.k.‘ bzw. ‚k. und k.‘
    bzw. ‚kgl. ungarischen‘] Monarchie mit dem
    Flair der großen Welt“ verbunden mit dem Na-
    men des Kaisers Franz Joseph; der auch eine
    Grazer Schule in großen Lettern ziert: und wel-
    cher – der Kaiser – von zwei Schwestern trotz-
    dem nur eine heiraten konnte. Aber woran
    erinnert das – doch – vielleicht innehalten las-
    send?

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