TODES:zone

Nähert sich der Sterbetag von einem Familienangehörigen, so wie jetzt vom Vater, dann denke ich darüber nach, wo er sein wird und wie er jetzt „leben“ wird? Könnte er sich dazu äußern, dann wüsste ich, wie ich voraussichtlich einmal „leben“ werde. In den Berichten über Nahtoderfahrungen liest man, dass man im Sterben in ein Stadium des Wohlfühlen kommt, obwohl mir die Tatsache, dass die Sterbenden die Umgebung wahrnehmen, sehr irdisch vorkommt. In der Bibel gibt es sehr viele Stellen über das Jenseits, und für alle Auserwählten wird es himmlisch sein. Da ich es in diesen Tagen nicht schaffe sein Grab zu besuchen, so benütze ich die Mittagspause um in der Kirche eine Kerze anzuzünden und ein“ Vater Unser“ zu beten. Der Vater war ein gläubiger Mensch, wenn es möglich war hat er an den Sonntagen die Heilige Messe besucht. Im Sommer konnte es durchaus passieren, dass bei Schönwetter die Heuernte wichtiger war. Er hat eine Zeit lang als Mesner in der Pfarre Dienst versehen.

Um das Einkommen vom Bergbauernhof etwas aufzubessern, hat er als Grabmacher gearbeitet, im Volksmund als „Totengräber“. Es war eine anstrengende Arbeit, mit Pickel und Schaufel, händisch ein Grab auszuschaufeln. Erschwerend waren die Bedingungen bei Regen oder im Winter, wo die oberste Erdschicht gefroren war. Ich habe ihm auf den Friedhof eine Jause, Speck und Käse, sowie eine Flasche Most, gebracht. Ob der Vater durch diese Arbeit, die er solange durchgeführt hat, bis sie ihm körperlich zu schwer geworden ist, dem Tod nähergekommen ist, sozusagen mit dem Tod Frieden geschlossen hat, weiß ich nicht. Man sagt von Menschen, die viel mit Sterbenden oder Toten zu tun haben, wie die Ärzte oder die Bestatter, dass sie nicht über den Tod sprechen wollen. Bei schrecklichen Erlebnissen verwenden wir das Wort „Todesangst“, so befinden wir uns Zeit unseres Lebens in der Todeszone.

Absprungbasis.

7 Gedanken zu „TODES:zone

  1. Good morning, Schlagloch,

    Frau Andrea Herberstein soll zur Stunde 8 Monate – un-
    bedingt! – ins Gefängnis. Nun müssen wir nicht über Ge-
    richtsagenden befinden: aber trotzdem. 100erte Schafe
    von Kärntner Bauern wurden gerissen, wurde gemeldet.
    Bären? In der Steiermark schiene Mautern als Tierpark
    geeignet, um das Verhalten von Bären zu studieren. Und
    das Grazer Schloß Eggenberg weiterhin für einen Tier-
    park nicht für den Pfau (Pavo cristatus, gemäß dem Klas-
    sifikationssystem für Pflanzen, Tiere und Pilze von Carl
    von Linné, „he usually turns to f a c e “ the female, „when
    courting“ her). Und vielleicht die westliche Obersteiermark
    (es gibt drei Obersteiermarken!) für einen europäischen
    Tierpark für Rotwild.
    Aber der Tierpark Herberstein ist doch in Erinnerung: we-
    gen seiner G e p a r d e n ! Ein Wüstentier unmittelbar
    aus der „Offenbarung“ des Lieblingsjüngers Jesu und Evangeli-
    sten Johannes, des „Ältesten“ – „13,2“. Ein Verdienst ist es
    doch, in der Nähe des steirischen Stubenbergsees (wo ich
    zuletzt zweimal war, einmal mit unserem sehr schwer be-
    hinderten Vater, und auch das zweite Mal durfte ich an Dia-
    konie teilnehmen) das Studium der Hauptcharaktereigen-
    schaft des Geparden dem Publikum zum Studium vorge-
    schlagen zu haben.
    Ich habe aber noch zu fragen: warum läßt unser Österreich,
    unsere Nation „in articulo mortis“ – „immer“ – der Gepard
    an Kärnten insbesondere denken? Und an welches Jahr der
    ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts u.Z.?

  2. grüß dich schlagloch,
    deine geschichte über deinen vater ist sehr schön.
    ich bin darin versunken und hätt stundenlang weiterlesen können………

    ärzte wollen heilen, deshalb werden die sterbeseminare von der pflege in anspruch genommen. ich durfte schon 2 besuchen und es änderte sich ganz viel in mir.

    ich lese deinen blog sehr gerne und will mal danke sagen.
    wünsch dir ein zauberschönes weekend!
    lg
    herzglitzern

  3. Du hast eine sehr schöne weiche Sprache. Die Geschichte über dein Vater hat mich berührt. Ich denke es wäre besser über den Tod zu sprechen. Früher wurde der Tote drei Tage zuhause aufbewahrt, damit jeder Abschied nehmen konnte. Heute fehlt diese Verbindung und daher sind wir stumm geworden. Aber der Tod wird durch das Schweigen nicht vertrieben. Im Gegenteil der Tod wird immer bedrohlicher, weil wir ihn nicht als ein Teil des Lebens annehmen.

    Ps. Den ersten Kommentar-Spam würde ich löschen.

  4. Ein weiterer deutscher Soldat starb in Afghanistan. Deutsch-
    land hat nicht die Möglichkeit, ihn in gebührender Weise zu
    begraben: denn in Deutschland hätte grundsätzlich auch ei-
    ne Frau dieses Amt zu übernehmen. Eine Frau kann jedoch
    nicht einen Toten begraben.
    Wer auf das Grauen der Rauschgiftsucht blickt, von welcher
    Rußland durch aus Afghanistan stammendes Rauschgift
    heimgesucht ist, wird die Hilfe deutscher Soldaten für Afgha-
    nistan zu erwägen nicht augenblicklich ablehnen.
    Trotzdem aber habe ich zur Stunde zu fragen: die Mutter
    der Söhne des Zebedäus begehrt von unserem Herrn Jesus,
    er möge ihr sagen, welchem ihrer beiden Söhne im Himmel
    ein Platz zur Rechten oder zur Linken Jesu bestimmt ist.
    Warum stellt Jesus ihr nicht die Gegenfrage, weshalb sie
    nicht an eine Frau denkt? Gibt nicht ein – sehr großes, mehr
    als 2000 Jahre zurückliegendes – Ereignis der Geschichte
    die Antwort auf diese Frage?

    Meine Zeilen sind u.e. bestimmt für das Blog „Zehn Kerzen
    für zehn Opfer“ des Zugzustammenstoßes in Hordorf: eine
    Ausnahme galt für ein Begräbnis in Steiermark in Österreich
    wegen einer offenen Frage der Wasser-Wiedertaufe.

  5. Guten Morgen!

    @ Herzglitzern
    Es freut mich, dass die Miniaturen ankommen. Heiler u. Pfleger in einer Person vereint, ist vielleicht zu viel erwartet.

    @Depriblog
    Als Jugendlicher wurde ich zu solchen „Totenwachen“, am Land, mitgenommen. Man hat den Tod als eine der „Jahreszeiten des Leben“ gesehen.
    Sehen wir das Web als Ort der freien Meinungen, so lasse ich alle Kommentare, die einen Bezug zu meinen Miniaturen haben, im weitesten Sinn, online. Gilt auch für B.B. & S.P.P

    Gruss schlagloch.

  6. Grüss Gott Schlagloch,

    Wir gedenken an den Jahrtagen auch der vielen Verstorbenen aus den Familien. Totengräbern sagt man nach dass sie „eigen“ seien.
    Auf jeden Fall tun sie einen grossen Dienst am Nächsten.
    „Miniaturen“ ist ein schöner Begriff für das was anderswo Post genannt wird.

    Liebe Grüsse//Erika

  7. Wir hatten vor weniger als 4 Tagen einen Gedenktag,
    zu dem auch Gratulationen von jemandem aus Rumänien
    und von jemandem aus Italien einlangten. Nun erinnert
    mich das zur Stunde daran, daß in Italien eine Hegel-
    Vorlesungs-Nachschrift von Boris von Uexküll publiziert
    wurde: und ebenfalls von jemandem aus Italien wurde
    mir im Zusammenhang damit zuletzt für Mitarbeit ge-
    dankt.
    Was sollen die akademischen Quisquilien?
    Nun: ist nicht der Gedenktag des 1. u n d des 2. Welt-
    kriegs mit dem wohl größten Gewicht jener „Dienstag,
    22. August [1 9 3 9]“, an dessen „Nachmittag“ und
    „Abend“ der „französische Verhandlungsführer …
    General Doumenc“ in Moskau einen Gegenvorschlag
    zum „N o n – A g g r e s s i o n – P a c t“ zwischen
    Deutschland und Rußland mitteilte?
    In höchstem Maß auffallend ist hiebei: auf deutscher
    und englischer Seite werden Namen von Außenmini-
    stern für die Verhandlung genannt – von Ribbentrop,
    Lord Halifax.
    Auf französischer Seite aber trotzdem eben General
    Aimé Doumenc, Sohn des Offiziers Ovide Doumenc.
    Ausgewiesen aber ist General Doumenc als Ancien
    E l è v e der französischen Ecole Polytechnique: wollte
    nun ein solcher sich „D r.“ nennen (und gar einer Schla-
    genden Verbindung angehören), so wäre das – mit ei-
    nem nunmehr geflügelten Wort – „abstrus“.
    Warum ist das so? Welches Ereignis welches Jahres u.
    Z. der Geschichte nicht nur Frankreichs ist der präzise
    Grund dafür?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.